Erhörtes Gebet für Frieden in der Stadt – 30. April / 1. Mai 2003 bis 2014

Rückblick:

Nachdem es seit 1987 über 16 Jahre ununterbrochen extrem gewalttätige Krawalle in Berlin-Kreuzberg gegeben hatte, entschlossen sich Christen aus verschiedenen Gemeinden ihren Auftrag, „Licht und Salz“ zu sein, ernst zu nehmen. Sie entschlossen sich, vor Ort präsent zu sein. 2004 bis 2012 gab es jedes Jahr einen Gebetsgottesdienst am Mittag im SO36-Kiez. Außerdem fand sich eine Gruppe von Beterinnen und Betern, die auf den Straßen und Plätzen tagsüber bis in die Nachtstunden um den Frieden Gottes baten. Beginnend vom 30.4. bis zum 1. 5. abends wurde Gott in diesen Jahren auf den Straßen oder auch durch Gebetsgruppen innerhalb einer Gemeinde um Gnade angerufen, damit die Gewalt nicht mehr ungehindert ausbrechen konnte. Vom Jahr 2004-2008 ging die Randale so spürbar zurück, dass sogar die Zeitungen titelten: Das Gewaltritual ist durchbrochen! Leider änderte sich die positive Entwicklung schlagartig 2009 noch einmal. Es gab ein Aufflackern der Randale. Die Beter ließen sich nicht entmutigen und seit 2010 war das Gewaltritual dann gebrochen.

Berlin hatte einen negativen Ruf als „Randalestadt“ im Land – dazu trugen auch die Ereignisse um den 1. Mai bei.

Beter nehmen Verantwortung:

  • 2003: Einen Tag lang 24/7und Jugendgebetskonzert, aber kaum jemand draußen vor Ort.
  • 2004 : Erster übergemeindlicher Gebetseinsatz im Mauerpark am 30.4. und am 1. Mai mit Gebet in Gemeinderäumen und außen auf der Straße. Gemeinden nehmen Verantwortung: Zum 1. Mal Gebetsgottesdienst von GfB vor Ort in Kreuzberg. Ergebnis: Zum ersten Mal melden die Zeitungen, dass das Gewaltritual durchbrochen wurde!
  • 2005:Verfeinerung der Gebetsstrategie, Zunahme der Beteiligung der Berliner Gemeinden – Gottesdienst vor Ort, Einsatz von Lobpreisteams am Nachmittag, Müll einsammeln. Resultat: Beinahe gar keine Gewalt mehr, Mauerpark total friedlich, kleinere Randale am Boxhagener Platz, Polizeistrategie der „ausgestreckten Hand“ wird Vorbild für europäische Länder.
  • 2006. weitere Verbesserung
  • 2007 es gibt nur noch kleinere Unruhen – er gilt als friedlich (aber Unruhe an einem bestimmten Ort: Heinrichplatz/Oranienstraße)
  • Es wird im 2007 Sommer von Pastoren der Stadt und Fürbittern vor Ort Buße getan über Sünden gegen die Juden in Oranienstraße/Heinrichplatz (Dort war in der Nazizeit ein kleines Getto).
  • 1. Mai 2008 Wir bekommen die Bühne am Heinrichplatz für den Gottesdienst – zum ersten Mal bleibt es innerhalb des Kiezes die ganze Nacht völlig friedlich, Randaleversuche laufen außerhalb, werden bald „abgelöscht“.
  • 2009 schwere Krawalle gleich beim Beginn der 18 Uhr Demo – hier gab es einen überraschend heftigen Gewaltausbruch nach alle den Jahren des Rückgangs von Gewalt.

Die Berliner Zeitung schrieb: „Die Ausschreitungen am 1. Mai sind so heftig wie seit Jahren nicht mehr. Schon am frühen Abend fliegen Steine und Flaschen. Später brennt Müll, wird von einem Balkon des Neuen Kreuzberger Zentrums brennende Flüssigkeit auf drei Polizisten geschüttet. Sie fangen Feuer, Kollegen löschen die Flammen. Zwischen 21.30 Uhr und 21.45 Uhr fliegen kurz nacheinander zwei Molotow-Cocktails in der Kottbusser Straße. Aus einem tropft brennendes Benzin auf den Rücken der 28-jährigen Sozialpädagogin Josefine R. Sie will die brennende Jacke ausziehen, sie schafft es nicht, weil sie sich ihre Tasche umgehängt hat. Umstehende reißen sie zu Boden, schlagen die Flammen aus. Im Krankenhaus entfernen die Ärzte drei Viertel ihrer Haut vom Rücken.“

Es gelang bis heute nicht festzustellen, wer die Täter waren. Der Innensenator hatte sich mit heftigen Vorwürfen auseinanderzusetzen, er hätte die Lage falsch eingeschätzt.

Über ein Jahr kam die Stadt nicht mehr zur Ruhe. Jeden Monat brannten Autos. Die Zahl der von Linksextremisten verübten Straftaten hat sich im Jahr 2009 verdoppelt. Immer wieder wurden nun auch Polizisten oder staatliche Einrichtungen gezielt angegriffen. Es wurden sogar selbst gebaute Sprengkörper eingesetzt.

2009 dennoch Bewahrung:

Angesichts dieser Hemmungslosigkeit waren wir Gott gegenüber sehr dankbar, was er dennoch durch unsere Gebete alles verhindert hatte:

  1. keinen Gewaltausbruch auf der Köpenicker NPD-Demo (dort waren auch etliche Beter vor Ort)
  2. kein Gewaltausbruch bei der O2 World-Veranstaltung
  3. kein größerer Gewaltausbruch am 30.4. Boxhagener Platz
  4. kein Gewaltausbruch im Mauerpark
  5. trotz des massiven Angriffs linker Steinewerfer auf die Polizei: Von den 273 Beamten, die eine Verletzung meldeten, mussten nur 14 ihren           Dienst quittieren, ins Krankenhaus musste niemand. (Tagesspiegel). In diesem Jahr wurden 289 Menschen festgenommen, unter ihnen nur 43 Jugendliche (und 17 Frauen). Arabische und türkische Jugendliche sind anders    als 2005 kaum aufgefallen. An Geschäften, einer Sparkasse und der Feuerwache splitterten viele Scheiben. Am frühen Morgen wurden dann erneut mehrere Fahrzeuge angezündet und eines umgekippt.
  6. dass niemand beim Durchzug der Demo durchs Myfestgelände verletzt wurde, obwohl sie Feuerwerkskörper abgeschossen hatten Richtung Mariannenplatz.
  7. dass es innerhalb des Myfests weitgehend ruhig blieb. Die Auseinandersetzungen liefen am Kottbusser Tor und den angrenzenden Teil der Adalbertstraße.

Die Gebetsgruppe konnte vor Ort erleben, dass die Polizei eine hervorragende Arbeit geleistet hatte, wurde aber von der sehr früh einsetzenden Randale völlig überrascht.

2010: viel Gebet – viel Erhörung

Wenn man bedenkt, was dieser Stadt am 30. April und 1. Mai alles bevorstand, hat Gott wunderbar bewahrt. Eigentlich war alles auf Konfrontation und Gewalt ausgerichtet. 42 angemeldete Demonstrationen – die groß angekündigte Nazidemonstration im Prenzlauer Berg und die revolutionäre 1. Mai-Demonstration. Sehr viele gewaltbereite Antifa-Jugendliche aus anderen Bundesländern waren nach Berlin gekommen.

Wunder Nr. 1: Es war die ruhigste Walpurgisnacht seit Jahren (so titeln die Zeitungen)

Anmerkung: am Boxhagener Platz gab es eine Lobpreisnacht „Burn“ mit ca. 80 Teilnehmern, von denen einige immer wieder draußen beteten.

Im Mauerpark betete ein weiteres Team vor Ort. Während wir mit 12 Geschwistern einige Tage vorher in strömendem Regen im Mauerpark im Vorfeld beteten, war die geistliche Atmosphäre dort noch ganz anders, als wir sie dann am 30. April in der Nacht erlebten. Im Vorfeld war es dort deutlich dunkel und sehr umkämpft – am 30. April empfanden wir es alle als total nett und entspannt.

Wunder Nr. 2

Die Demonstration gegen die Nazis verlief friedlich trotz sehr vieler Antifa-Jugendlicher, die auf die Dächer der Häuser kletterten und bereit waren, auch von dort oben die Menschen zu attackieren. Dazu kam es dann aber nicht!
Die Gewaltausbrüche in Kreuzberg waren relativ klein und überschaubar und konnten von der Polizei gut beherrscht werden.

Gott schickte den Regen genau zur richtigen Zeit, um größere Randale im wahrsten Sinne des Wortes abzulöschen).

Fazit:

Offensichtlich wude unter den Christen der Stadt immer mehr begriffen, dass es wichtig ist, sich im Gebet für diese Stadt einzusetzen. Das haben die steigenden Zahlen bei dem Gottesdienst am Mariannenplatz gezeigt. Vermehrt wurde auch in Gemeinden gebetet. Es war richtig, schon einen Monat vorher zu beten. Aus Berichten von einem Christen, der Kontakte zur Antifa hat, wurde noch einmal deutlich, wie sehr Gott Aggressivität schon in den Herzen nicht hat aufkommen lassen. Viele Jugendliche sagten, dass sie auf Randale gar keinen Bock haben. Das Bild von Berlin, das an diesem Tag in die Welt ging, ist ein weitgehend friedliches.

Besonders dankbar waren wir für Folgendes:

  • Obwohl ein Feuerlöscher von einem Dach runtergeworfen wurde, ist niemand verletzt worden – das hätte auch Tote geben können!
  • Brandflaschen wurden auf Polizisten geworfen, sie zündeten aber nicht!
  • Statt 497 verletzten Polizisten aus dem Vorjahr gab es in diesem Jahr nur 98. Von diesen Verletzungen waren die allermeisten Kleinigkeiten, nur ein Polizist wurde schwerer verletzt, war aber schon bald auf dem Weg der Besserung.
  • Es gab mehr Demos als je zuvor in den letzten Jahren – aber weniger Gewalt
  • Die einhellige Meinung in den Medien heißt: die Spirale der Gewalt ist wieder angehalten.
  • Das Myfest blieb völlig ungestört in diesem Jahr.

Dass es auch anders aussehen könnte, konnte man leider an Hamburg sehen: http://www.abendblatt.de/hamburg/article1480287/Erneut-Krawalle-und-Ausschreitungen-in-Hamburg.html„Nicht nur die Regierungskoalition, sondern auch jene, die vorher „schwerste Krawalle“ und sogar Tote befürchteten, waren gestern zufrieden. Die Krawalle seien im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringer ausgefallen, sagte der Landeschef der Gewerkschaft der Polizei, Eberhard Schönberg. Gewaltausbrüche seien schnell unterbunden worden. Auch die CDU lobt: „Es ist sehr erfreulich, dass sich das Ausmaß der Maikrawalle des Vorjahres nicht wiederholt hat“, erklärte der Landesvorsitzende Frank Henkel. Dies sei vor allem der guten Arbeit der Polizei zu verdanken.“ (Berliner Zeitung)

2011

Es war nun das achte Jahr, dass wir diesen Gebetseinsatz auf der Straße gemacht haben. In diesem Jahr haben sich auch viele Gemeinden mit Gebet eingebracht. Immer mehr wird das Anliegen eines friedlichen 1. Mai auf von Christen in den verschiedensten Gemeinden der Stadt unterstützt. Und da, wo wir in Einheit vor Gott für unsere Stadt einstehen, erhört Gott Gebet.

Einige Beter haben wieder die 18:00 Uhr-Demonstrationen begleitet – und es gab durchaus ein sehr großes Potenzial an Aggressivität. Wir sehen es als Gebetserhörung, dass es nicht zu größeren Gewalttaten kam und niemand schwer verletzt wurde.

Es ist auffällig, dass das Gebiet SO36 im Wesentlichen befriedet scheint. Die Demonstration führte dieses Jahr aus diesem Gebiet heraus. Es ist wichtig, dass es zu einer immer stärkeren Abnahme von Gewalt und damit von „Erfolgen“ für die Krawallszene kommt. Das führt dazu, dass die Erwartungen nicht mehr so hoch geputscht werden können, dass es immer am 1. Mai eine große Krawallnacht gibt. Der Spiegel berichtet: „Der „Tag des Zorns“ bleibt aus, in Hamburg und in Berlin.“

Der 30. April war total ruhig. Die Polizei hat wirklich ein sehr gutes, griffiges Konzept entwickelt, damit gar nicht erst groß Randale aufkommen kann. Der Innensenator hat jetzt Bilanz gezogen und er zeigt sich mit dem Verlauf des 1. Mai „hoch zufrieden“.
Über den ersten Mai- Gottesdienst gibt es einen guten Bericht im Tagesspiegel: http://www.tagesspiegel.de/berlin/erstermai/gebet-fuer-frieden-am-1-mai/4120406.html

2012

„Man singt vom Sieg in den Hütten der Gerechten. Die Rechte des Herrn behält den Sieg“ Psalm 118,15

So einen friedlichen 30. April hat Berlin seit Jahrzehnten nicht erlebt! Unser Wunsch war ja, dass sich die Randale nicht von Boxhagener Platz irgendwo anders hin verlagert. Genau das ist auch nicht geschehen – es gab überhaupt keine Randale!

Über den 30.4. (Berliner Zeitung):

 Die Walpurgisnacht am Montag verlief so friedlich wie seit Jahren nicht mehr. Etwa 3000 Demonstranten waren durch Wedding gezogen. Die „Antikapitalistische Walpurgisnacht“, traditioneller Auftakt zur den Veranstaltungen rund um den 1. Mai, fand erstmals im ehemaligen Arbeiterbezirk statt. Nur vereinzelt gab es Flaschen- und Steinwürfe.Über Innensenator Henkel, der sich vor Ort im Wedding aufhielt und auf dem Punk-Rockfest erschienen war heißt es: „Und als der Moderator auf der Bühne den prominenten Gast entdeckte, rief er, „Franki, wir lieben dich!“ Wenn selbst Punker schon CDU-Innensenatoren zu ihrem Maskottchen erklären, dann muss sich viel verändert haben in den letzten Jahren in Berlin.“

Aufkommende Randale konnte im Keim erstickt werden, so dass zum ersten Mal die BZ, die sonst nichts anderes zu tun hatte, als am Tag nach dem 1. Mai immer irgendeine Schlagzeile zu bringen über die Chaoten und die Randale, sich dieses Mal entschieden hat als Schlagzeile zu bringen: „Heute nichts über Mai-Chaoten“- wir zeigen die fröhliche, bunte Seite des Feiertages“

 Eine gewaltige Gebetserhörung, dass sich die Presse nicht mehr auf irgendwelche Bilder von brennenden Barrikaden stürzt. Auch die Demos der Rechten waren unbedeutend:

Bereits am Dienstagnachmittag hatte die NPD zu drei Kundgebungen in den Berliner Stadtteilen Hellersdorf und Hohenschönhausen aufgerufen. Die Resonanz blieb jedoch dürftig, gerade mal 70 Rechte fanden sich ein. Etwa 550 Gegendemonstranten protestierten friedlich gegen die rechten Aufmärsche. (Morgenpost)Damit sind die Relationen endlich hergestellt – denn es war auch auf der 18 Uhr-Demo nur der schwarze Block, der Randale machen wollte; alle anderen waren und blieben wohl friedlich.

2013 – 10 Jahre Gebet

Was für einen wunderbaren 1. Mai haben wir erlebt!

Liveticker der Berliner Zeitung 22:22 Uhr: „Die ersten Polizei-Hundertschaften machen Feierabend. So früh gab es das noch nie bei einem 1. Mai!“ Die Revolutionäre Mai-Demo hatte sich am Ziel U:nterden Linden völlig friedlich aufgelöst.

Das hatte es in den letzten Jahren überhaupt nicht gegeben, dass die Demo friedlich zu ihrem Ende kam und es danach nicht noch irgendeinen Krawall vor Ort gab. In den letzten Jahren wurde diese Demonstration ja immer vorzeitig schon aufgelöst! Es hat auch in diesem Jahr den Versuch vom schwarzen Block gegeben, Randale anzuzetteln, aber das ist nicht gelungen.

Der Tagesspiegel schreibt: Die Polizei setzt von Anfang an auf massive Präsenz. Die Seitenstraßen sind komplett abgeriegelt. Rund 10 000 Menschen trotten laut Polizeiangaben friedlich die vorgegebene Demoroute entlang. Die Veranstalter sprechen von 20 000 Teilnehmern. Gegen 20 Uhr wird es kurz hektisch. Die Scheiben einer Sparkassenfiliale in der Heinrich-Heine-Straße zerbersten. Am Moritzplatz fliegen Steine gegen eine Tankstelle. Auf einem Dach zündet ein Vermummter ein Bengalo. Wie jedes Jahr. Es ist Teil des Rituals.

Doch anders als im Vorjahr beruhigt sich die Lage wieder. Die Demo zieht weiter. Vorbei an der Bundesdruckerei. Vorbei am Axel-Springer-Gebäude. Ohne nennenswerte Ereignisse. Seit den frühen Morgenstunden hat die Polizei hier Stellung bezogen. Hans-Christian Ströbele (Grüne), wohl einer der treuesten Teilnehmer der Mai-Demo, ist wie üblich mit seinem Fahrrad dabei. Auch er hat bisher nichts zu beanstanden. Mit „unglaublich vielen Menschen“ habe er geredet, friedlich gefeiert. Kein Wort zu Polizeigewalt, kein Wort darüber, dass Rechte der Demonstranten beschnitten würden. Wenn Ströbele am ersten Mai zu diesen Themen schweigt, dann muss es ungewöhnlich ruhig zugehen.

Genau vor 10 Jahren fing das erste ernsthafte Bemühen von Christen in Berlin an, die Gewalt einzudämmen. Damals gab es auch eine Lobpreisnacht und 24/7 Gebet. Ab 2004 sind wir dann auf der Straße mit Gebet während der Demonstration und abends im Kiez unterwegs gewesen und hatten die öffentlichen Gottesdienste am Vormittag. Und jetzt, nach 10 Jahren sind wir in einer anderen Dimension wieder zurück bei Lobpreis und Anbetung.
Auch in Schöneweide blieb es im Großen und Ganzen ruhig bei den Demonstrationen von rechts und links. Und auch da haben wir in Berlin schon ganz anderes erlebt.

Der neue Polizeipräsident Kandt sagte: „Ein völlig friedlicher Mai ist aber seit gestern keine Utopie mehr.“ http://www.berliner-zeitung.de/1–mai/bilanz-walpurgisnacht-1-mai–ein-friedlicher-1–mai-ist-keine-utopie-mehr-,15046826,22664646.html

2014

Genau vor elf Jahren fing das erste ernsthafte Bemühen von Christen in Berlin an, die Gewalt einzudämmen. 2003 gab es auch eine Lobpreisnacht und 24/7 Gebet. Ab 2004 sind wir dann auf der Straße mit Gebet während der Demonstration und abends im Kiez unterwegs gewesen und hatten die öffentlichen Gottesdienste im Kiez am Vormittag bis zum Jahr 2013, wo wir nach 10 Jahren zum ersten Mal wieder 24/7 Lobpreis machten – diesmal vor Ort neben dem Gebet auf der Straße.In diesem Jahr standen im Vorfeld die Zeichen eindeutig auf einen wirklich friedlichen 1. Mai. Die taz titelte im Vorfeld „1. Mai: keine Revolte in Aussicht“ und in einem langen Artikel mit der Überschrift „Krawall ist so achtziger“ beschrieb sie den deutlichen Rückgang der Gewalt und die Frustration der Linken, die feststellen müssen: „Revolten lassen sich eben nicht konservieren.“

(http://www.taz.de/Traditionspflege-m-1-Mi/!137590/)

Bis zum letzten Jahr gab es im Vorfeld immer schon ein Anheizen der Situation mit aggressiven Nadelstichen von Seiten der autonomen Szene. In diesem Jahr fiel das völlig aus. Es gab zwar einen so genannten Anti-Repressionstag mit einer Demo – die Polizei ließ es aber gar nicht erst zu Krawallen kommen und löste die Demo ziemlich zügig auf. Wir hatten im Vorfeld einen intensiven Gebetseinsatz für diese Demo.
Der zweite Test der linken Szene war die NPD Demo am 26. April (Samstag). Auch dort hatten wir vor Ort einen Gebetseinsatz. Die NPD wurde durch die Blockade von mindestens 6000 Berlinern so frustriert, dass sie ihre geplante Demonstration am 1. Mai in Neukölln (!) absagte. Das war eine wunderbare Gebetserhörung, denn diese NPD- Demo hätte ganz bestimmt viele Proteste auf sich gezogen und hätte ein Krawallpotenzial gehabt. Der 30. April (Walpurgisnacht) verlief friedlich. Es gab eine Demonstration durch den Wedding mit rund 3000 Menschen. Aus der Demonstration heraus wurde die Polizei versucht zu provozieren, was aber nicht gelang, und um 22:10 Uhr beendete der Veranstalter den Aufzug vorzeitig. Als Grund nannte er die starke Polizeipräsenz!

„Der diesjährige 1. Mai war einer der friedlichsten seit Beginn der Krawalle 1988.“ Diese Bilanz zogen Innensenator Frank Henkel (CDU) und Polizeipräsident Klaus Kandt. „Die Eskalation der Gewalt wie in früheren Jahren ist ausgeblieben“, sagte Henkel.

Hier ein Bildrückblick auf den 1. Mai seit 1988: http://www.taz.de/#!g=Revolutionaerer-1.-Mai

Dass die Eskalation der Gewalt aber nicht nur auf die Polizei zurückzuführen ist, kann man an Hamburg sehen, wo es auch dieses Jahr wieder heftige Krawalle gab.

Was haben Christen in diesem Jahr dafür getan?

  1. Wir haben bei den potentiell relevanten Demos in diesem Jahr schon im Vorfeld gebetet (s.o.)
  2. Es gab 50 Stunden ununterbrochenen Lobpreis im Gebetskeller am Kottbusser Tor, vom 30. April 20:00 Uhr bis 2. Mai 22:00 Uhr.
  3. Es gab zwei Fürbitteblöcke am 1. Mai und Teams, die am Görlitzer Park, am Oranienplatz und als Begleitung der 18:00 Uhr-Demo gebetet haben (hier etwa 14 Beter).

Es gab laut Polizeiangaben doppelt soviel Demonstranten bei der 18:00 Uhr-Demo wie im Vorjahr (19.000 Teilnehmer) die allermeisten davon verhielten sich friedlich, einige Teilnehmer versuchten die Polizei zu provozieren, was jedoch nicht zum Abbruch der Demonstration führte. Zum zweiten Mal erreichte die Demo tatsächlich auch ihr Ziel. Als wir dann vom U-Bahnhof Hallesches Tor nach Hause fahren wollten und auf dem U-Bahnhof oben ankamen, kam es genau in diesem Augenblick auf dem entgegengesetzten Gleis zu einer Randale. Wir konnten also dort auch noch beten und erleben, wie die Polizei sich dann durchsetzte und den U-Bahnhof räumte.

Taktischer Regen

Auch in diesem Jahr gab es „taktischen Regen“, allerdings nicht schon bei der Demonstration – da war er auch nicht nötig. Aber nach Mitternacht gab es in der Adalbertstraße etliche betrunkene Randalierer, die der Polizei nach Augenzeugen wirklich zu schaffen machten. Da fing es plötzlich an, in Kübeln zugießen und die ganze Randale wurde im wahrsten Sinne des Wortes abgelöscht.

Zahlen

2014: 6400 Beamte aus Berlin und anderen Bundesländern waren im Einsatz.

68 Randalierer wurden festgenommen wegen gefährlicher Körperverletzung, schwerem Landfriedensbruch oder Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Haftbefehle gab es einen und von verletzten Demonstranten wurde nichts bekannt. 61 Polizisten wurden in der Walpurgisnacht und am 1. Mai verletzt, aber niemand von ihnen schwer! 2013 waren es 54 – dabei wird jeder kleine Schnitt übrigens mitgezählt als Verletzung. Fünf Beamte mussten krankgeschrieben werden. So wenig verletzte Polizisten und so wenig Randalierer hat es vorher nicht gegeben! Halleluja!

2013 : 94 Festnahmen, 54 verletzte Polizisten

2012 waren noch 123 Randalierer festgenommen und 124 Polizisten verletzt worden.

2011 : 103 Festnahmen, 75 leicht verletzte Polizisten

2010: 450 Festnahmen davon 300 NPD-Demonstranten ,98 verletzte Polizisten

Und so war es mal früher (ab 2004 erst waren wir auf der Straße mit Gebet):

  • 1987: zwölf Stunden Straßenschlachten mit 900 Randalierern. 56 Festnahmen, 245 verletzte Polizisten
  • 1989: über 300 verletzte Polizisten
  • 1999: 213 Festnahmen, 139 Polizisten verletzt
  • 2005: so friedlich wie seit 1987 nicht mehr, 193 Festnahmen
  • 2009: wieder Straßenschlachten, 480 Beamte verletzt (das war nochmal ein echtes Aufflammen der Gewalt)
  • 2010: 490 Festnahmen, Bericht: Rosemarie Stresemann, Forum Gebet , Gemeinsam für Berlin

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Und hier ein älterer Text:

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Aktuell und kurz zusammengefasst:

Gebet und seine Auswirkungen in Berlin seit 1998 – ein Bericht von Rosemarie Stresemann bei der deutschen Gebetskonferenz in Friedrichroda am 9. 11. 2007. Download als PDF

Ausführlicher:

Seit Januar 2003 gibt das Forum Gebet den monatlichen Gebetsbrief heraus. Wir berichten darin unter der Rubrik Good News regelmäßig über Gebetserhörungen in der Stadt, aber es ist sicher für viele Beterinnen und Beter eine willkommene Stärkung, zusammengefasst zu betrachten, was Gott schon getan hat. Dies ist die aktualisierte Version vom Januar 2007, das nächste Update folgt im Januar 2008.

Bei manchen Themen heißt es: Dran bleiben! Doch das können wir mit viel mehr Zuversicht und Dankbarkeit tun, wenn wir uns der bereits sichtbaren Veränderungen bewusst sind. Dazu ist diese Übersicht gedacht (die keineswegs den Anspruch erhebt, vollständig zu sein und aus Platzgründen etliche Details auslassen muss).

1. Gesellschaft, Wirtschaft, Medien und Politik

Die Berufung Berlins – eine Quelle der Inspiration und des Segens zu sein, die in das Land hinein und über Deutschland hinaus nach Europa fließen – war und ist ein Anliegen mit vielen Facetten. Dazu gehören Bildung und Wissenschaft genauso wie Medien und Kunst. Wir haben immer wieder bestimmte Aspekte als Gebetsthemen aufgegriffen.

Bereich Schule

Bei der Einschulung zum Schuljahr 2005/06 konnten 700 Kinderbibeln an Erstklässler in einem Berliner Bezirk verteilt werden. Ein ermutigender Anfang einer Wende im Denken, gerade in Zeiten des (mehr oder weniger hintergründigen) politischen Kampfes gegen den Religionsunterricht.
Es gibt inzwischen an 30 Berliner Schulen Schülerbibelkreise. Die Schülerinnen und Schüler treffen sich in den Pausen oder nach dem Unterricht zu Andachten, Bibelstudien und um für ihre Schule, die Lehrer und die Schüler zu beten.

Bereich Hochschulen / Unis

Wir haben immer wieder zum Gebet für die Stärkung der Potenziale Berlins aufgerufen und freuen uns über diese guten Entwicklungen: „Nur wenige Wochen nach dem für Berlin enttäuschenden Urteil des Bundesverfassungsgerichtes über die Finanzausstattung des Landes zeigen zwei Studien, wo die Stärken und Potenziale der Hauptstadt liegen: Berlin ist nach Baden-Württemberg und vor der Ile de France, der Gegend rund um Paris, die innovationsstärkste Region Europas.“ Das ergibt sich aus einem aktuellen Gutachten. „Damit attestieren die Wissenschaftler Berlin eine herausragende Stärke in den beiden strategisch wichtigen Funktionen als Haupt- und Wissensstadt.
Trotz knapper Budgets kann die Forschung in Berlin wachsen, statt zu schrumpfen. Seit 2003 hat es etliche Entdeckungen und Erfindungen im Bereich der Medizin und Wissenschaft gegeben, die genau solche Impulse sind, für die wir beten: Neue Behandlungsmethoden, neue Technologien, neue Denkansätze.
Das Gebet um den „Köhler-Effekt“, also frische personelle Impulse, ist mehrmals erhört worden: Der Theologe Christoph Markschies wurde 2004 zum Präsidenten der Humboldt-Universität gewählt. Markschies, 1962 in Berlin geboren, ist wissenschaftlich hoch qualifiziert, jedoch erst seit 2004 Professor in Berlin. Er gilt als Hoffnungsträger, der nicht in eingefahrenen und verknöcherten Strukturen gefangen ist.
Eine weitere Gebetserhörung gab es nach den Senatwahlen 2006, indem Jürgen Zöllner als Senator für Bildung berufen wurde. Er ist Katholik und hat zwei Kinder. Besondere Bedeutung erhielt diese Berufung dadurch, dass Wissenschaft und Bildung zusammen nunmehr einem Senator unterstellt sind, so dass Bildung als eine Gesamtaufgabe begriffen wird, die sich von der Erziehung im Kindergarten bis zu Wissenschaft und Forschung erstreckt. 2007 wird er zusätzlich turnusmäßig Präsident der Kultusministerkonferenz und kann dort unter anderem seine Reformideen für einen Finanzausgleich zwischen den Hochschulen der Bundesländer einbringen.

Bereich Kunst und Medien

Im Bereich Kunst und Medien werden ebenfalls Erhörungen sichtbar: Der gläubige Regisseur Wim Wenders und seine Frau, die Fotografin Donata Wenders, zogen nach Berlin. Eine Ausstellung über die jüdische Kulturgeschichte hatte Besucherrekorde. Die regionale Rundfunk- und Fernsehanstalt (rbb) bekam eine Intendantin, die bekennende katholische Christin ist – positive Auswirkungen auf das Programm sind hier und da bereits zu bemerken.
In der Presse, im Fernsehen und in der Öffentlichkeit tauchen statt der Verhöhnung von christlichem Glauben und Werten immer mehr Berichte auf, die fair und positiv sind. Ein Beispiel von mehreren: Im November 2005 lief in der Pro7-Serie „We are Familiy! So lebt Deutschland“ eine Sendung über eine Familie aus der Gemeinde auf dem Weg in Berlin. Gezeigt wurde neben den Alltagsverrichtungen auch der gelebte Glaube: Vom morgendlichen Gebet über den Familien-Bibelkreis, Gottesdienstbesuch und die abendliche Familien-Anbetungszeit bis zu Glaubenszeugnissen der beiden Eltern. Es gab in der kompletten Sendung keine einzige negative Bemerkung und keinen einzigen abfälligen Kommentar über die Frömmigkeit der Familie – im Gegenteil, es wurde deutlich, dass diese Berliner Familie Zusammenhalt, Nestwärme und gemeinsame Stärke gegen die Widrigkeiten des Alltags hat, die anderen oft schmerzlich fehlt.
Die „Berliner Morgenpost“ druckte am 24. 12. 05 unter der Überschrift „Die wichtigste Nachricht des Tages“ die Weihnachtsgeschichte (Lukas 2) vollständig ab. Das „Info-Radio“ sendete im Januar einen Bericht über die Freiwilligenagentur von GfB und der „RBB“ drehte einen Beitrag über die neu erschienene „Volxbibel“, eine freie Übersetzung der Bibel, die vor allem kirchenferne Menschen ansprechen soll. Es gab ferner einen kurzen Fernsehbericht, eingeleitet durch ein Wort des Bundespräsidenten, in dem das Breakout der Kreuzberger Baptisten positiv gezeigt wurde. Auch durch andere Medien gelangt Gottes Wort zu den Menschen: Die selbe Kreuzberger Gemeinde brachte mit GfB in der Vorweihnachtszeit 2005 und 2006 fast 10.000 CDs mit der Weihnachtsgeschichte in mehreren Sprachen (Deutsch, Türkisch, Englisch, Arabisch und Persisch) unter die Menschen. Zuletzt schließlich gab es zu Weihnachten 2006 eine auffällige Häufung von guten geistlichen Impulsen in den Berliner Tageszeitungen. Die Morgenpost arbeitete gar für ihre Weihnachtsausgabe unter der redaktionellen Leitung von Bischof Wolfgang Huber.
Im Oktober 2006 fanden zwei bedeutende Ereignisse in der Berliner Kunstszene statt. Das eine bekam viel öffentliche Aufmerksamkeit- das andere verlief eher unbemerkt. Viele beachtet wurde die Kunstmesse „Art Forum“, auf der junge und ganz junge Kunst präsentiert wurde. Sie zog die Aufmerksamkeit internationaler Galeristen auf sich. Offiziell leben in Berlin 6.000 bildende Künstler und noch einmal so viel halten sich vorübergehend hier auf. Es gibt 400 Galerien in Berlin und rund 1000 Orte, an denen Kunst gezeigt wird. In Europa belegt Berlin nach London damit den zweiten Platz. Vor 1989 war Köln für die Kunstszene am bedeutendsten. Das hat sich nun verändert. Namhafte Galeristen wechseln nach Berlin oder haben 2006 hier eine zweite Niederlassung eröffnet. Damit wird Kunst zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor in der Stadt.
Sehr bedeutsam für Christen unter den Künstlern war Mitte Oktober 2006 die erste christliche Kunstkonferenz „Kollaborativ 06“, bei der es darum ging, kreativ Schaffende mit christlichem Hintergrund miteinander in Kontakt zu bringen. Namhafte Referenten, wie Steve Turner (London) und Donata Wenders (Berlin) gaben wichtige Impulse, wie die kreative Arbeit mit dem Glauben verbunden werden kann. Die zwei Tage, die mit Workshops und Referaten gefüllt waren, wurden von den Teilnehmern als sehr inspirierend empfunden.

Bereich Wirtschaft / Arbeit / Finanzen

Schon im Januar 2003 war eines der Gebetsanliegen die Wirtschaft in Berlin, da es bis dahin seit Jahren nur negative Entwicklungen gab. Das Thema wurde immer wieder in den Gebetsbriefen, allgemein oder für bestimmte Bereiche, aufgegriffen. Den verantwortlichen Senator Harald Wolf hatten wir im Gebetsbrief Mai 2005 vorgestellt.
Seit 2004 wächst die Wirtschaft in Berlin wieder. Zaghaft zwar, aber eindeutig ist die Tendenz gewendet. In der Industrie entstanden neue Arbeitsplätze, die Zahl der Ausbildungsplätze in Berlin nahm zu. Diese Entwicklung setzt sich fort: Berlins Bürgermeister und Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen, Harald Wolf, stellte am 8. August 2005 den Wirtschafts- und Arbeitsmarktbericht 2005 vor. Darin heißt es unter anderem: Die Gesamttendenz der Berliner Wirtschaft hat sich danach im vergangenen Jahr leicht verbessert. Erstmals seit vier Jahren wuchs das Bruttoinlandsprodukt wieder (real um 0,5%). Erstmals seit dem Jahr 2000 wuchs auch die Gesamtbeschäftigung an. Insgesamt waren 2004 rund 1,534 Millionen Personen erwerbstätig. Der Anstieg um 19.400 bzw. 1,3 Prozent fiel stärker aus als im Bundesdurchschnitt (plus 0,3%). Die Zahl der registrierten Arbeitslosen in Berlin betrug 2004 im Jahresdurchschnitt 298.000. Das waren 2,8 Prozent weniger als noch 2003. Allerdings stieg die Arbeitslosenzahl nach Inkrafttreten des Gesetzespaketes Hartz IV im Jahr 2005 wieder deutlich an, weil nunmehr auch arbeitsfähige Sozialhilfeempfangende neu in die Statistik aufgenommen wurden. Wolf erklärte dazu: „Obwohl das wirtschaftliche Umfeld insgesamt schwierig ist, trägt die Arbeit auch Früchte: Wirtschaftsverbände und Kammern arbeiten gemeinsam mit dem Senat daran, die Potenziale Berlins zu stärken. Internationale Unternehmen wie BASF, MTV, VIVA oder Daimler-Chrysler haben Standortentscheidungen für Berlin getroffen. Wenn auch der tief greifende Wandel der der Wirtschaft noch lange nicht zu seinem Ende gekommen ist, so ist doch eines erkennbar: Berlin ist auf dem richtigen Weg.“
Die Finanzlage Berlins schien lange aussichtslos. Wir hatten unter anderem im Juni 2005 im Gebetsbrief den verantwortlichen Senator Thilo Sarrazin vorgestellt. Auch in den Jahren 2003 und 2004 waren Berlins Finanzen immer wieder unter den Anliegen im Gebetsbrief.
Die Finanzlage Berlins bessert sich schneller als von der Politik prognostiziert. Das erwartete Finanzierungsdefizit lag 2005 bei 3,408 Mrd. € und damit um 503 Mio. € unter dem Haushaltssoll. Dazu erklärte Finanzsenator Thilo Sarrazin: „Damit schaffen wir es durch unsere konsequente Konsolidierungspolitik und strengste Ausgabendisziplin in Senat und Bezirken schon zum zweiten Mal in Folge, mit weniger Neuverschuldung auszukommen als geplant.“ Ausschlaggebend für die positive Entwicklung des Finanzierungssaldos sind sowohl Verbesserungen auf der Einnahmenseite als auch deutliche Entlastungen auf der Ausgabenseite. Damit wurde nach Abschlussdefiziten in den Jahren vor 2004 (2003 noch 350 Mio. €) seit 2004 ein ausgeglichenes Ergebnis erreicht.
Der Doppelhaushalt 2006/2007 geht nun davon aus, dass im Jahr 2007 die Primäreinnahmen nicht mehr geringer sind als die Primärausgaben, ab 2008 soll Berlin dann nach über zehn Jahren erstmals wieder mehr Einnahmen als Ausgaben im Primärbereich haben.
Erfreuliches berichtete die Presse im November 2006: Berlin liegt vorn! Nach der jüngsten Erhebung der Industrie- und Handelskammer (IHK), wurden 2006 im Bereich der IHK 12.284 neue Ausbildungsverhältnisse registriert – das sind rund elf Prozent mehr als im Vorjahr (Stand 30. November). Die Zahl neuer betrieblicher Ausbildungsplätze stieg um knapp 8,4 Prozent auf 9293. „Damit liegt die Hauptstadt im bundesweiten Vergleich an der Spitze“, sagte Günter Lambertz, Ausbildungsexperte beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Das Lehrstellenplus liege bislang insgesamt in Deutschland bei 4,8 Prozent, in den neuen Ländern, zu denen Berlin zählt, sogar nur bei 3,3 Prozent. Die Zahl der Ausbildungsbetriebe stieg im Vergleich zum Vorjahr um 155 auf fast 5.900.
Der Konjunkturaufschwung belebt weiterhin den Berliner Arbeitsmarkt. Die Zahl der Erwerbslosen ging erneut zurück. Ende November waren 27.942 weniger Berliner arbeitslos gemeldet als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank binnen Jahresfrist von 17,8 Prozent auf 16,1 Prozent. Berlin habe im Vergleich zu den anderen Bundesländern im zurückliegenden Jahr einen überproportionalen Beschäftigungszuwachs erreicht, berichteten die Arbeitsmarktexperten.

Bereich Politik

Christliche Werte in der Politik waren in der Vergangenheit kaum zu erkennen und christliche Politiker selten. Wir stellten ab Januar 2005 jeweils einen Senator Berlins vor: 2003 und 2004 hatten wir bei gegebenen Anlässen bestimmte Politiker und auch Mitglieder der Bundesregierung als Gebetsanliegen genannt, da Berlin Regierungssitz ist.
Die deutlichste Gebetserhörung war sicher die Wahl von Horst Köhler zum Bundespräsidenten. Auch seine Vorgänger waren christlichen Werten gegenüber positiv eingestellt, aber mit Horst Köhler war ein Mann in das höchste politische Amt gewählt worden, der bewusst und aktiv als Christ Politik betreibt. „Gott segne unser Land“ – mit diesen Worten beendete er seine Antrittsrede. Das ist bisher keinem Bundespräsidenten über die Lippen gekommen. Auch bei den Berliner Senatoren werden Gebetserhörungen sichtbar. Innensenator Körting und Finanzsenator Sarrazin stehen öffentlich zu ihrem Glauben und es ist zu erkennen, dass ihre Politik durch göttlichen Segen begleitet wird, zum Beispiel rund um den 1. Mai und bei der schwierigen Sanierung der Finanzen der Stadt.
Auch ist es inzwischen seit Jahren regelmäßig möglich, einmal jährlich ein Gebetsfrühstück für Leitende im Festsaal des Roten Rathauses durchzuführen, also direkt am Regierungssitz.

Bereich Gesellschaft

Es war und ist uns zuwider, wenn auf den Straßen und in Veranstaltungsorten Berlins Unmoral verherrlicht und christliche Werte verachtet und der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Dies war bei der jährlichen Love-Parade genauso der Fall wie bei dem Umzug zum Christopher-Street-Day und bei zahlreichen Theaterstücken oder sonstigen großen Veranstaltungen.
2004 und 2005 gab es keine Love-Parade in Berlin. Die Versuche zur Wiederbelebung 2006 endeten mit einer Kommerzialisierung, durch die für viele Zuschauer die Attraktivität erheblich gesunken ist. Ferner wurde gegen Drogenmissbrauch und Umweltbelastung aktiv vorgegangen.
Der Christopher-Street-Day stößt auf deutlich abnehmendes Publikumsinteresse, was auch unser Gebetsanliegen war: 2003 ca. 600.000, 2004 ca. 450.000, 2005 ca. 350.000 Zuschauer und „nur“ 5.000 Mitwirkende. Im Jahr 2006 sprachen die Veranstalter von „mehreren Hunderttausend“ Besuchern, die Polizei wollte sich nicht zu Besucherzahlen äußern.
Während es mit solchen Ereignissen „abwärts“ geht, sehen wir bei Veranstaltungen von Christen positive Entwicklungen. The Call, ein Gebetstag am Brandenburger Tor im August 2003, hatte 12.000 überwiegend junge Besucher. Berlin war Austragungsort der Pfingst-Europa-Konferenz, in deren Rahmen Tausende Berliner die evangelistischen Predigten von Reinhardt Bonnke hörten. Die Presse meldete nach dem Ökumenischen Kirchentag: „1:0 für Gott!“ Ein evangelistisches Konzert anlässlich des Kirchentages in der Berliner Waldbühne brachte 18.000 Zuhörer zusammen, von denen sich etwa die Hälfte beim Bekehrungsaufruf meldeten. Der Jesus-Tag 2004 fand öffentliche Beachtung und es wurde nicht nur fair, sondern positiv berichtet. Eine führende Boulevardzeitung warb 2005 auf Großplakaten in origineller Weise (Sensation: Mann geht über das Wasser!) für die Bibel, brachte Zeugnisse des Glaubens in ihren Ausgaben und verkaufte 20.000 Bibeln zu einem Spottpreis. Im Sommer 2006 wurde das Olympiastadion mit Anbetung Gottes und Lobpreis von ca. 24.000 fröhlichen Christen gefüllt, die zu diesem Anlass, Calling all Nations, aus aller Welt in unsere Stadt kamen. Wenige Monate nach der Lobpreisveranstaltung im Berliner Olympiastadion haben die Verantwortlichen eine weitgehend positive Bilanz gezogen und auch finanziell gut abgeschlossen. Über 800 Mitwirkende waren auf der Bühne und hinter den Kulissen beteiligt. „Ohne dieses Engagement und den Verzicht aller Künstler auf Honorare und Fahrtkosten wäre es unmöglich gewesen, zu einem positiven Rechnungsabschluss zu kommen“, äußerte sich Geschäftsführer Gerhard Kehl zufrieden. Aber auch eine radikale Kürzung der Ausgaben vor der Veranstaltung sowie eine großzügige Kollekte am Veranstaltungstag trugen dazu bei, dass der Tag mit einem leichten Plus abgeschlossen werden konnte.
Schuldenfrei ist seit November 2006 auch der Jesus-Tag-Verein, der im Jahr 2004 in Berlin eine Großveranstaltung mit etwa 40.000 Teilnehmern durchführte. Das letzte zinslose Darlehen wurde zurückgezahlt.

2. Sicherheit der Stadt

Ein wichtiges Gebetsanliegen waren seit Beginn unserer Arbeit die für Berlin traditionellen Krawalle und Gewaltausbrüche rund um den 1. Mai. Seit fast 20 Jahren gehörten erhebliche Sachschäden und zahlreiche Verletzte zum Maifeiertag, als könne es gar nicht anders sein. Doch dann fingen die Christen in Berlin (und andernorts) an, gezielt zu beten und zu handeln.
Vieles wurde möglich, was wir uns kaum vorgestellt hatten: Am 1. Mai 2004 gab es den ersten Open-Air-Gottesdienst als Auftakt der Maifeierlichkeiten, 2005 wurde dieser erneut durchgeführt. Aus den ernüchternden Erfahrungen von 2003 entstanden kreative Modelle des Gebets auf den Straßen und in Räumen an den Brennpunkten der Gewalt. 2004 war schon eine deutliche Besserung der Lage sichtbar, und nach dem 1. Mai 2005 meldeten die Medien dann den „friedlichsten 1. Mai seit 20 Jahren“. Das „Ritual der Gewalt“, so die Presse, „ist gebrochen.“ Es gab keine nennenswerten Verletzungen und nur einen einzigen Sachschaden, ein weit vom MyFest entfernt umgestürztes Auto. Neben diesen Tatsachen, die durch die Presse gingen, berichteten die Gebetsteams, die vor Ort unterwegs waren, über zahlreiche unmittelbar sichtbare Gebetserhörungen bei brenzligen Situationen. Die Polizeitaktik (es wurde gezielt dafür und für den verantwortlichen Senator Körting gebetet) wurde – entsprechend der Berufung Berlins – zum Exportartikel: Verantwortliche aus Tschechien und Frankreich kamen, um von Berlin zu lernen. Auch 2006 ging die Gewalt am 1. Mai wiederum bis auf wenige Reste zurück.
Das öffentliche Auftreten von rechtsradikalen Gruppierungen und die Gefahr von Anschlägen durch rechte Extremisten war wiederholt Thema des Gebetsbriefes.
Immer wieder kamen geplante Veranstaltungen und Umzüge der Neonazis nicht zustande, gleichzeitig wuchs in der Bevölkerung das Bewusstsein für die Bedrohung unserer Gesellschaft von rechts. Die deutlichste Gebetserhörung war zweifellos am 8. Mai 2005 in Presse, Funk und Fernsehen zu beobachten: Die rechtsradikale Demonstration anlässlich des 60. Jahrestages des Kriegsendes fand nicht statt. Die angereisten Demonstranten blieben stundenlang am Ausgangspunkt des geplanten Umzuges stecken und reisten schließlich unverrichteter Dinge wieder ab, weil Tausende von Berlinern friedlich die umliegenden Straßen blockierten. Es kam zu keinerlei gewalttätigen Auseinandersetzen, da die Berliner Polizei mit Umsicht und Vernunft handelte.
Auch dies hat Berlin mittlerweile exportiert: Im November 2005 reagierten die Bewohner einer Brandenburgischen Stadt in gleicher Weise und verhinderten so einen Aufzug der Neonazis in ihrer Stadt.
Anliegen: Auch die Bedrohung durch islamistischen Terror und die Ausbreitung des Islam in der Berliner Gesellschaft war mehrmals Anlass zum Gebet. In Kreuzberg wurde beispielsweise am Kottbusser Tor der Neubau einer weiteren Moschee geplant. Die Gegend um das Kottbusser Tor wurde im Gebetsbrief als besonderes Gebetsanliegen genannt.
Erhörungen: Berlin ist von Terroranschlägen bewahrt geblieben. Ein geplanter Anschlag auf den Irakischen Präsidenten konnte rechtzeitig aufgedeckt und verhindert werden. Die Fertigstellung und Eröffnung des Holocaust-Mahnmales verliefen ohne Zwischenfälle und Störungen. Die Baustelle für die Moschee am Kottbusser Tor wurde vom Senat gesperrt, als sich bei den Erdarbeiten ein benachbartes Wohnhaus um mehrere Zentimeter absenkte. Zurzeit ruhen sämtliche Arbeiten und der Standort beziehungsweise Neubau von weiteren Moscheen in der Stadt wird von der Politik neu geprüft. Der Islamistenkongress, der 2004 stattfinden sollte, wurde verhindert und die Presse ist wesentlich aufmerksamer geworden bezüglich der Gefahren aus dieser Richtung. Führende Personen aus den großen Kirchen und der Politik mahnen inzwischen eine Stärkung des christlichen Profils und eine selbstbewusstere Haltung gegenüber Moslems an.
In Kreuzberg, in der Alexandrinenstraße unweit des Kottbusser Tores, entstand im Oktober 2005 eine neue freikirchliche Gemeinde, die einen weiteren Stützpunkt des Reiches Gottes in dieser schwierigen Gegend darstellt.

3. Soziale Themen und Brennpunkte

Die Not vieler Familien in der Stadt, der Mangel bei der Grundversorgung von Kindern, war mehrfach Thema der Gebetsbriefe. Berlin hat zahlreiche Straßenkinder, die sich selbst überlassen sind und viele Familien, denen noch nicht einmal genug Essen zur Verfügung steht, um satt zu werden.
Mehrere Projekte sind begonnen worden beziehungsweise gewachsen. Es bleibt zwar noch viel Not und damit Anlass für Gebete und praktische Hilfe, aber einiges hat sich schon getan: Der Soldiner Kiez (ein sehr verarmter Stadtteil) wird durch einen christlichen Kinderclub bereichert, in dem die Kinder neben der praktischen Hilfe bei den dringendsten sozialen Problemen auch das Wort Gottes in ansprechender Form finden. Ein Projekt „Straßenkinder“ wurde auf den Weg gebracht. Es will dazu beitragen, die heimatlosen Kinder aufzusammeln und ihnen mit materieller und geistlicher Nahrung zu helfen. Auch die unter dem Dach von Gemeinsam für Berlin gegründete Freiwilligenagentur hat sich gut entwickelt und trägt zur Linderung der Not bei. Diese erste christliche Agentur dieser Art in Deutschland bekommt seit Kurzem öffentliche Unterstützung durch die Schirmherrschaft von Bundestagsvizepräsident Thierse.
Das Sozialticket, mit dem Bedürftige zu einem günstigen Preis den öffentlichen Nahverkehr nutzen konnten, wurde Anfang 2004 im Zuge der Sparmaßnahmen abgeschafft. Unser Gebetsanliegen war eine Umkehr dieser für viele arme Menschen schädlichen Entscheidung.
Das Sozialticket wurde wieder eingeführt.
Immer wieder war die Lage des christlichen Kinderhilfswerkes Arche in Berlin Hellersdorf schwierig, mitunter drohten ernsthafte finanzielle Probleme – doch jedes Mal zeigte Gottes Hilfe, dass diese Hilfe für die Not leidenden Kinder unter seinem besonderen Segen steht. Mehrfach kam die Hilfe sehr wirkungsvoll von säkularer Seite, das Fernsehen und andere Medien setzten sich vehement für die Arche ein, wenn der politische Wind dem Werk entgegen blies. Heute ist die expandierende Arbeit der Arche sicherlich das am meisten in den Medien präsente christliche Sozialprojekt.

4. Gemeinde und Gebet

Das Forum Gebet ist Ende 2002 unter anderem mit dem Ziel gegründet worden, das Gebet in der Stadt und für die Stadt zu fördern.
Die Aktion 50 Tage Gebet für Berlin (2003) wurde von über 2.000 Betern aufgegriffen und durchgeführt. Dieser Impuls führte 2004 zur Aktion 40 Tage Gebet und Fasten für Deutschland, die 2005 und 2006 wiederholt wurde. Tausende Christen machten sich eins in den täglichen Gebetsanliegen, die in Gebetsheften verteilt worden waren. Es sind neue Gebetsinitiativen entstanden, bestehende sind gewachsen. Der Gebetsbrief findet in Deutsch und Englisch immer größere Verbreitung, im Dezember 2006 waren es es über 400 Abonnenten. Etliche dieser Empfänger drucken und kopieren den Gebetsbrief dann in großen Stückzahlen für ihre Gemeinden und Gruppen.
Beim 1. Ökumenischen Kirchentag war geplant, während der gesamten Dauer, 3 mal 24 Stunden, begleitendes Non-Stop-Gebet durchzuführen.
Die 72 Stunden wurden mit Gebet gefüllt, die Teilnehmer kamen aus den unterschiedlichsten Kirchen und Gemeinden und es gab einige geistliche Höhepunkte, zum Beispiel einen symbolischen Akt der Versöhnung zwischen evangelikalen, landeskirchlichen und Christen aus pfingstlicher Tradition. Die wachsende Einheit der Christen wurde durch die Teilnahme von katholischen Gläubigen bei Vorbereitung und Durchführung deutlich.
Der Jesus-Tag 2004 erforderte viel vorbereitendes und begleitendes Gebet, da es organisatorische Probleme seitens der Stadt Berlin gab (die Marschroute musste wegen Baustellen und Sicherheitsfragen mehrfach geändert werden) und das Wetter ausgerechnet an diesem Tag schlecht werden sollte.
Nach Polizeischätzungen etwa 40.000 Teilnehmer kamen und feierten Jesus. Das angekündigte Tiefdruckgebiet zog über die Stadt, aber die Gegend um das Brandenburger Tor blieb von den verheerenden Überschwemmungen, die andernorts in Berlin auftraten, verschont. Es war ein „Loch im Himmel“ zu sehen, die Unwetter zogen buchstäblich links und rechts am Jesus-Tag vorbei. Der Gebets-Marsch konnte durch einige Wunder Gottes mit der vorgesehenen Beschallung (zum Teil waren die technischen Lösungen erst wenige Stunden alt) stattfinden. Die „Wege in die Stadt“ erreichten viele Menschen mit dem Evangelium, die keine Jesus-Tag-Besucher waren. Die Presse- und Fernsehberichte waren überwiegend positiv und ausgesprochen fair.
Die Einheit der Christen war uns von Anfang an ein wichtiges Anliegen und ist es auch weiter. Immer wieder baten wir um Fürbitte, damit Gräben zugeschüttet und Mauern niedergerissen werden können und – nach Johannes 17 – die Welt an unserer Einheit erkennt, dass Jesus der Retter ist.
An vielen Stellen in Berlin ist zu sehen, wie die Einheit stärker wird. Vom 72-Stunden-Gebet beim Kirchentag, das Christen aus katholischen, evangelischen, evangelikalen, charismatischen, pfingstlichen, freien, neuen und traditionellen Gemeinden zusammen vorbereiteten und durchführten bis zu den Open-Air-Gottesdienst seit 2004 am 1. Mai in Kreuzberg, vom regelmäßigen Stadt-Gebets-Gottesdienst seit 2002, der 2005 erstmals in einer katholischen Kirche stattfinden konnte, bis zu den Foren und Arbeitsgruppen bei Gemeinsam für Berlin nimmt Misstrauen ab und wächst Vertrauen – trotz und ohne Aufgabe der Verschiedenartigkeit unserer Frömmigkeitsstile und Traditionen. Symptomatisch: Die Organisatoren des MyFest 2005 sagten schon „die Christen“, anstatt von einzelnen Kirchen oder Denominationen zu sprechen.
Ein ermutigendes Zeichen der wachsenden Einheit: Die Auftakt-Veranstaltung zur Allianz-Gebetswoche 2007 wird im Bezirk Reinickendorf erstmals in einer charismatisch-freikirchlichen Gemeinde stattfinden, im neuen Gemeindezentrum der Gemeinde auf dem Weg, die im Herbst 2006 dort eingezogen ist.
Im November 2005 machten sich christliche Leiter und Fürbitter aus 42 Ländern und einer großen Bandbreite con Konfessionen, Gemeindezugehörigkeiten und Frömmigkeitsprägungen auf den Weg nach Berlin zur Versöhnungskonferenz Europa-Afrika. Von Berlin war 1885 als Ausdruck der unseligen europäischen Kolonialpolitik die willkürliche Grenzziehung ausgegangen, die unendlich viel Leid und Elend in Afrika verursachte und nun erfolgte endlich, 120 Jahre später, die längst überfällige geistliche Aufarbeitung der historischen Schuld und ihrer Folgen. Dies war ein Ereignis, das weit über unsere Stadt hinaus Bedeutung hatte – und es war ein Signal der Einheit der Christen und der Berufung Berlins: Von dieser Stadt fließt Segen, Heilung und Gutes in das Land und in die Welt – Berlin wird nicht mehr zum Fluch für andere Völker werden.

Es geht weiter…

Dies sind nur Schlaglichter, keine umfassende oder gar vollständige Darstellung. Wir hoffen aber, dass die Beterinnen und Fürbitter aus diesen konkreten Veränderungen im Vertrauen bestärkt werden, dass Gebet wirkt.