Herunterladen als PDF: Februar 2019

Good News: Gebetstag EINS

Am 19. Januar fand der Berliner Gebetstag (auch als Abschluss der Allianz-Gebetswoche) zum zweiten Mal statt. In einer bundesweit wohl einmaligen Breite sind Gemeinsam für Berlin mit seinem Jugendnetzwerk Berlin United, die Evangelische Allianz und der Ökumenische Rat gemeinsame Veranstalter. Am Nachmittag feierten und beteten rund 450 Christ/innen aus 95 (!) Kirchen und Gemeinden miteinander. Den Rahmen bildeten zwei kurze Plenumsteile mit geistlichem Impuls, musikalisch bereichert durch die Lobpreisband der russisch-deutschen Gemeinde „Quelle des Lebens“ und den Chor der äthiopisch-orthodoxen Gemeinde. 18 Gebetsstationen dienten zum Kennenlernen verschiedener christlicher Gebetstraditionen oder zur gemeinsamen Fürbitte. Es folgte eine Zeit der Begegnung beim Essen. Am Abend kamen noch einmal rund 500 überwiegend junge Leute zum Gebetskonzert zusammen.

Gebet:

  • Dank für den gelungenen Tag und das Zeugnis der Einheit in Vielfalt
  • Bitte, dass daraus eine Bewegung wird, die Gott ehrt und die Stadt verändert

Weniger Kriminalität, mehr Gewalt

2018 gab es positive Entwicklungen bei der Kriminalität. So sank die Gesamtzahl der Delikte um 1,5 Prozent, auch die Zahl der Diebstähle nahm ab. Die Zahl der Taschendiebstähle sank um mehr als 20 Prozent. Das sagte Polizeichefin Barbara Slowik bei der Vorstellung der Kriminalitäts-Statistik. Auch die Zahl der Einbrüche in Einfamilienhäuser sei erneut zurückgegangen, um etwa 16 Prozent. Dass es auch 15 Prozent weniger Autodiebstähle gab, liegt nach ihrer Aussage an einer besseren Zusammenarbeit mit der polnischen Polizei. Gesunken ist auch die Zahl der Fahrraddiebstähle.

Allerdings ist die Zahl der schweren Gewaltdelikte immer noch bedenklich hoch. Auch die Zahl der Gewaltdelikte gegen die Polizei ist letztes Jahr erneut um 3 Prozent gestiegen. Die meisten Angriffe passieren nicht etwa bei Randale-Demos, sondern bei ganz alltäglichen Einsätzen – etwa bei einer Verkehrskontrolle, wenn sich Autofahrer ungerecht behandelt fühlen. Schnell gefährlich werden kann es auch, wenn die Polizei wegen ruhestörenden Party-Lärms gerufen wird. Auch wenn Polizisten wegen häuslicher Gewalt alarmiert werden, müssen sie verstärkt auf „Eigensicherung“ achten. Denn nicht selten richtet sich die Aggression eines prügelnden Mannes auch gegen die Beamten. Brennpunkte der Gewalt gegen Polizisten sind vor allem bestimmte Kieze in Neukölln, Gesundbrunnen und Marzahn-Hellersdorf. Als Gründe für die vielen Angriffe auf ihre Beamten hat Slowik eine latente Aggressivität und eine gesunkene Hemmschwelle ausgemacht. Das sei auch ein gesamtgesellschaftliches Problem der Wertschätzung und Anerkennung für die Polizei. (Quelle: Berliner Kurier 27.12.2018)

Gebet:

  • Dank für teils sinkende Kriminalität
  • Schutz der Polizei vor Gewalt
  • Wirksame Maßnahmen zur Eindämmung von Gewalt und Kriminalität
  • Dass Gottes Friede Herzen, Gedanken und Taten der Täter berührt

Wohnungen – Neubau oder Rückkauf

Berlin braucht dringend mehr Wohnungen. Der Senat bleibt deutlich hinter seinen selbst gesetzten Neubauzielen zurück. Viele werfen ihm vor, er tue dafür viel zu wenig. Der Regierende Bürgermeister Müller, SPD, unterstützt einen Vorschlag seiner Koalitionspartner von den Grünen und Linken, der sehr kontrovers diskutiert wird.  Vom privaten Konzern Deutsche Wohnen sollen bis zu 50.000 Wohnungen zurückgekauft werden. So sollen die Mieten bezahlbar bleiben. Die ehemals kommunalen Wohnungen waren 2004 in Zeiten leerer öffentlicher Kassen privatisiert worden. Finanzsenator Kollatz, SPD, hat nun vor überzogenen Erwartungen gewarnt. Die Finanzmittel des Landes Berlin ließen höchstens „selektive Zukäufe“ zu und müssten wirtschaftlich vertretbar sein.  Kritiker bemängeln, dass durch Rückkauf keine einzige neue Wohnung entstehe und Milliardenbeträge für den dringend benötigten Neubau von Wohnraum nicht mehr verfügbar seien.

Gebet:

  • Dass der Senat den Neubau von Wohnungen zur tatsächlichen Priorität macht
  • Entideologisierung der Debatte um den Rückkauf von Wohnungen
  • Wirksame Maßnahmen zur Deckelung der Mieten

Mehr antisemitische Übergriffe

Seit vier Monaten hat die Generalstaatsanwaltschaft eine Antisemitismusbeauftragte, Oberstaatsanwältin Claudia Vanoni. Sie sagte: „In der letzten Zeit ist ein Anstieg von Hass gegen jüdische Mitbürger wahrzunehmen. Ich habe den Eindruck, Antisemitismus wird lauter, unverhohlener und aggressiver. Hinzu kommt, dass in Berlin im bundesweiten Vergleich die meisten antisemitischen Straftaten im Verhältnis zur Einwohnerzahl erfasst werden.“ Juden versuchen oft Orte zu meiden, an denen Antisemitismus am schlimmsten ist oder sie treffen könnte. Schulkindern ist das jedoch oft nicht möglich. Diese sind besonders gefährdet, weil sie zu ihrer Schule gehen müssen. Auf Grundlage von 227 Interviews kam die Frankfurter Soziologin Julia Bernstein zu dem Schluss, dass Lehrer oft dabei versagen, die antisemitische Natur des zunehmend alltäglichen Schimpfworts „Jude“ zu erkennen und Schulleitungen bestreiten, dass es Antisemitismus gibt – aus Angst, dem Ruf der Schule zu schaden.

Gebet:

  • Staatlicher Schutz für jüdische Menschen und Einrichtungen und aktives Eintreten von Christen gegen Antisemitismus
  • Segen für die Antisemitismusbeauftragte
  • Hilfe und Unterstützung für Lehrer im Umgang mit antisemitischen Vorfällen

Jubiläumsjahr: 30 Jahre Mauerfall

30 Jahre Mauerfall in Berlin: 2019 feiert Berlin und Deutschland das Jubiläum des Falls der Berliner Mauer im Jahr 1989. Anlässlich des historischen Ereignisses finden in der Hauptstadt eine Vielzahl an Veranstaltungen und Ausstellungen statt, die sich mit dem Bau der Berliner Mauer, der Teilung Berlins, dem Kalten Krieg und der Friedlichen Revolution von 1989 beschäftigen. Nicht nur im Vorfeld und unmittelbar rund um den 9. November, sondern ganzjährig finden in Berlin solche Veranstaltungen statt. Einen Überblick über bereits geplante Veranstaltungen gibt es hier: https://www.visitberlin.de/de/veranstaltungen-30-jahre-mauerfall

Gebet:

  • Weitere Förderung der Erinnerungskultur
  • Dass Gott die Ehre für sein Eingreifen in unsere Geschichte vor 30 Jahren bekommt

Serie Stadtforschung: Lebensqualität durch Entschleunigung

Für Lebensqualität braucht es Freiräume, das bedeutet Grünflächen, aber auch dass nicht jede Brache zugebaut wird. Außerdem bedeutet Lebensqualität auch Berliner Kiezstruktur, dass man alles für den alltäglichen Bedarf fußläufig oder mit dem Fahrrad erreichen kann. Ariane Sept promoviert zum Thema Entschleunigung in der Stadtentwicklung. Kerngedanken sind der Slow-Food-Initiative ähnlich, die im Gegensatz zum Fast-Food Wert auf Nähe zum Produkt durch lokale Küche legt. Das bedeutet eine stärkere Verbindung der Bürger/innen zu ihrer Stadt aufzubauen. Also etwa Begegnungsorte zu schaffen und Distanzen zu verringern, sodass Menschen weniger pendeln müssen. Denn wie soll man eine Verbindung zu einem Ort aufbauen, durch den man nur hindurchfährt? Deswegen ist nach Septs Meinung auch der beste Weg dahin das bürgerliche Engagement, da dies die Identifikation mit dem Ort und auch die Nachbarschaft stärkt.

Gebet:

  • Mehr Räume der Erholung, des Durchatmens, der Begegnung, die auch der gegenseitigen Entfremdung entgegenwirken
  • Dass die Menschen unserer Stadt immer wieder Momente der Besinnung, der Einkehr und Reflexion haben, in denen sie auf Lebensfragen und auf Gott stoßen

Brennpunkt-Schulen

Sprachdefizite, Schulschwänzen, Gewalt – besonders an Brennpunktschulen in Berlin haben Lehrer mit diesen Problemen zu kämpfen. Dort sind mehr als 80 Prozent der Kinder lernmittelbefreit. Meist haben sie auch einen hohen Anteil von Kindern aus Hartz-IV-Haushalten oder Migrations-Familien. Im Dezember wurde beschlossen, Brennpunkt-Lehrern rückwirkend zum Schuljahresbeginn monatlich 300 Euro Zulage zu zahlen. Damit will man die besonders schwierige Arbeit der Lehrkräfte an diesen Schulen würdigen. Von der neuen Zulage profitieren 2.298 Pädagogen an 58 Einrichtungen. Die Regelung gilt auch für Quereinsteiger und indirekt auch für das Personal in den Kitas.

Gebet:

  • Kraft, Geduld und Liebe für die Lehrkräfte

Dran bleiben: Tempo 30

An sechs Messstellen im Stadtgebiet wurde im vergangenen Jahr der Jahresgrenzwert von 40 Mikrogramm überschritten. Das zeigt eine Auswertung der vorläufigen stündlichen Messdaten der Berliner Umweltsenatsverwaltung, die das Umweltbundesamt veröffentlicht hat. An allen 17 Berliner Messstellen hat sich die Luftqualität nach dem 8. April verbessert – obwohl nicht überall Geschwindigkeitsbegrenzungen eingeführt wurden. Das deutet darauf hin, dass bislang durch Tempo 30 keine Auswirkung auf die Luftqualität erkennbar wird.  –  Beten wir weiter um Verbesserung der Luftqualität, besonders an belasteten Straßen!

Termine

29.1., 19:30 Uhr: Holocaust-Gedenkveranstaltung der Initiative 27. Januar, Centrum Judaicum, Oranienburger Str. 28

13.2., 18 Uhr: Politisches Stadtgebet vor dem Roten Rathaus 

Zum Abonnieren dieses Gebetsbriefes tragen Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse auf http://eepurl.com/TqlGz ein.

Advertisements