Herunterladen als PDF: [Gebet für Berlin – Juni 2016]

Good News: 1. Mai weitgehend ruhig

Danke an alle, die für einen friedlichen 1. Mai gebetet und sich eingesetzt haben! Er war es auch weitgehend ruhig, wofür wir Gott sehr dankbar sind. In Kreuzberg feierten tausende den ganzen Sonntagnachmittag über friedlich. Bei der Revolutionären 1.-Mai-Demo flogen nur am Ende ein paar Flaschen. Die Nacht zuvor blieb weitgehend ruhig. Die letzten zehn Minuten nach Ende der Demo am Lausitzer Platz lassen die Bilanz leider nur „überwiegend positiv“ aussehen. Die Zahl der Flaschenwürfe, Verletzten und Festgenommenen ist immer noch zu viel. Bleiben wir dran!

Gebet:

  • Dank für einen relativ friedlichen 1. Mai
  • Bitte für einen total friedlichen 1. Mai 2017

Fastenmonat Ramadan 6.6. bis 4.7.

Im Monat Ramadan, dem muslimischen Fastenmonat, fasten Muslime von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Sie dürfen in dieser Zeit weder essen noch trinken. Sie wollen in besonderer Weise Gott begegnen. Spezielle Bedeutung hat dabei die sogenannte „Nacht der Kraft“, in der Muslime sich Offenbarung von Gott ersehnen und erbitten. 2016 fällt der Ramadan auf die Zeit vom 6. Juni bis 4. Juli – die längsten Tage des Jahres. Mehrere Zehntausende von geflüchteten Muslimen leben derzeit in Notunterkünften mit Menschen anderer Religionen. Das bringt besondere Herausforderungen mit sich. Es sind Konzepte nötig für Versorgung mit Nahrung außerhalb der üblichen Essenszeiten. Daneben birgt der lange Flüssigkeitsentzug große gesundheitliche Gefahren von Kopfschmerzen bis Kreislaufzusammenbruch. Und schließlich ist es eine Herausforderung für ein friedliches Miteinander, wenn Tausende von – durch Durst und Hunger leichter reizbaren – Menschen mit normal essenden Nichtmuslimen auf engstem Raum zusammenleben. Die Gefahr von Auseinandersetzungen mit Angehörigen anderer Religionen ist im Ramadan in der Regel weit höher als zu anderen Zeiten. Das Gebetsheft „30 Tage Gebet für die muslimische Welt“ gibt jeden Tag Impulse für das Gebet. Es ist erhältlich bei der Deutschen Evangelischen Allianz: http://www.ead.de/30-tage-gebet.htm

Gebet:

  • Dass Gott den Muslimen in dieser Zeit in besonderer Weise begegnet
  • Wirksame Konzepte für Versorgung, Gesundheit und Sicherheit in den Notunterkünften während des Ramadan

Studie zur Situation von Christen in Flüchtlingsheimen

Am 9. Mai wurde in Berlin eine (nicht repräsentative) Studie des Hilfswerks Open Doors vorgestellt, die Gewaltübergriffe gegen Christen in Flüchtlingsheimen dokumentiert. 88 % der 231 befragten Christen (meist Konvertiten) in den Heimen berichteten von verschiedenen schweren Übergriffen auf sie wegen ihres Glaubens. Laut dem Leiter von Open Doors, Markus Rode, leben christliche Flüchtlinge in Deutschland in einem „Klima der Angst und Panik“. Dies gelte auch für Jesiden und andere Minderheiten. Die Möglichkeit, sich jemandem anzuvertrauen, sei gering, da nicht selten auch der – häufig muslimisch geprägte – Wachschutz gewalttätig werde. Minderheiten in Flüchtlingsheimen verlören ihr Vertrauen in den deutschen Staat.

Pfarrer Gottfried Martens von der Dreieinigkeitsgemeinde Berlin-Steglitz (Selbständig Evangelisch-Lutherische Kirche – SELK) hat in seiner Gemeinde viele iranische und afghanische Konvertiten. Immer wieder musste er einige sehr spontan auch privat unterbringen. Ein Anliegen ist es, dass sich Christen bereit erklären, diese bedrohten Geschwister aufzunehmen. Außerdem wird gerade über die Idee einer Beratungsstelle für christliche Geflüchtete diskutiert.

Gebet:

  • Um göttliche Lösungen zum Schutz der Minderheiten
  • Dass politisch Verantwortliche das Problem nicht länger verdrängen
  • Dass Wachpersonal anders ausgebildet, zusammengestellt und kontrolliert wird
  • Dass sich Türen öffnen für eine Beratungsstelle für christliche Geflüchtete

Bildung: Schulen und Lehrer werden knapp

Berlins Schulen müssen in den kommenden acht Jahren 40.000 Schüler mehr als ursprünglich geplant aufnehmen. Aber schon heute gibt es zu wenige Schulplätze. An den Berliner Schulen werden in den nächsten acht Jahren 3.000 mehr neue Lehrer benötigt, als noch vor einem Jahr erwartet worden war. Insgesamt müssen bis zum Schuljahr 2023/24 mehr als 16.000 Neueinstellungen erfolgen. Das geht aus einer aktuellen Modellrechnung der Senatsbildungsverwaltung hervor.

Die Senatsprognose geht von zusätzlichen 75.000 Schülern aus – ein Anstieg von 25 Prozent. Die höchsten Zuwächse gibt es im Bezirk Lichtenberg. Um den Bedarf zu decken, wirbt die Bildungsverwaltung auch um Lehrer aus Österreich und den Niederlanden. (Tagesspiegel 25.5.) Bisher gelang es nicht, das Wachstum in den jungen Bevölkerungsschichten mit neuen Schulen und Erweiterungsbauten aufzufangen. Allein zum kommenden Schuljahr würden laut Prognose der Bildungsverwaltung 1100 zusätzliche Grundschullehrer benötigt. Schon zum laufenden Schuljahr musste ein großer Teil der offenen Stellen an Grundschulen durch Studienräte oder Quereinsteiger besetzt werden, weil es nicht genügend ausgebildete Bewerber gab. Es gilt den Lehrerberuf wieder attraktiver werden zu lassen. Im Hauruckverfahren haben die Freie Universität und die Humboldt-Universität gemeinsam mit der Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) vereinbart, die Zahl der Studienplätze für angehende Grundschullehrer zu verdoppeln. Und zwar schon zum kommenden Wintersemester. Doch wer jetzt mit dem Studium beginnt ist erst in sechs Jahren mit der Ausbildung fertig (Morgenpost).

Die Bildung mit Schulplatz- und Lehrermangel und der schlechte Zustand der Gebäude ist auch ein großes Thema bei den bevorstehenden Wahlen. Die CDU lässt inzwischen gern in Diskussionen einfließen, dass der Sanierungsbedarf bei rund fünf Milliarden Euro liegen dürfte und wirbt mit der Wiedereinführung der Verbeamtung von Lehrern.

Gebet:

  • Dank für die neuen Studienplätze
  • Weitere wirksame Maßnahmen, um dem steigendem Bedarf zu begegnen
  • Bitte um Freisetzung von Ressourcen besonders für die Grundschulen
  • Berufung von Menschen in die Lehrberufe

Jugendfestival „Ick brauch keen Hawaii“

Vom 20. bis 24. Juli haben Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene jeweils von 14 bis 18 Uhr Gelegenheit, den Sommer auf dem Tempelhofer Feld zu erleben – mit Sport, Kunst und Musik. Ab 18.30 Uhr öffnet die „Kirche“ ihre Türen. In einem 400 qm großen Zelt geben verschiedene Gäste Einblick in ihre Lebenssituationen und laden dazu ein, über Gott und das eigene Leben nachzudenken. Bei Musik und Cocktails klingt jeder der fünf Abende aus.

Veranstaltet wird das Festival vom CVJM Berlin in Kooperation mit Berlin UniteD, der Jugendschiene von Gemeinsam für Berlin, der Schüler-SMD, dem Gemeinschafts-Diakonieverband, sowie einer Reihe weiterer Gemeinden, Kirchen und Initiativen. Insgesamt beteiligen sich mehr als 30 Gruppen und mehr als 300 Ehrenamtliche an dem Event. Dieses Jahr sollen insbesondere auch jugendliche Geflüchtete eingeladen werden, dabei zu sein.

Gebet:

  • Dank für die Kooperation vieler christlicher Jugendgruppen in der Stadt
  • Gutes, stressfreies Miteinander
  • Ausreichende Finanzen durch Spender und Sponsoren
  • Göttlich vorbereitete Begegnungen und Gespräche über Glaubensfragen

Dran bleiben: Wahlen

Am 18. September wird das Abgeordnetenhaus von Berlin (der Landtag des Bundeslandes Berlin) neu gewählt. Mehrere Parteien beginnen bereits ihre ersten Plakatkampagnen im Wahlkampf. Die Parteiprogramme werden zurzeit in Klausuren diskutiert und bilden sich nach und nach heraus. Manch eine Partei sucht dabei auch den direkten Dialog zum Bürger.

Gebet:

  • Transparenter Wahlkampf mit realen Argumenten und Themen
  • Wahlkampf ohne Denunzierung der anderen Parteien
  • Umsetzung von Gottes Willen bei der Wahl und in der kommenden Regierungsperiode

In eigener Sache

Ende Juni des Jahres geht Pfarrer Axel Nehlsen nach fast 14 Jahren als Geschäftsführer von Gemeinsam für Berlin in den Ruhestand. Er war auch Mit-Initiator der Gebetsmail und ist bis heute im Redaktionsteam. In einer Sabbatzeit über den Sommer wird er vor Gott prüfen, wo künftig sein Auftrag im Bereich Gebet und an anderen Stellen sein soll.

Bis dahin hat Rosemarie Stresemann die redaktionelle Verantwortung. Ana Hoffmeister aus dem neuen Leitungsteam wird die Verantwortung im Sinne des Presserechts übernehmen.

Termine

  • 8. 6., 18 Uhr: Politisches Stadtgebet am Roten Rathaus
  • 10. – 11. Juni: Seminar „Kulturverständnis entwickeln, islamische Kultur verstehen“ mit Andrea Meyerhoff, mit Besuch einer Moschee. Anmeldung: dte-training.de/anmeldung