Herunterladen als PDF: [Gebet für Berlin – März 2016]

Good News

6.000 Studienplätze für Geflüchtete: In unserer Dezember-Mail berichteten wir über die Kiron University. Mit Crowdfunding und durch zwei Stiftungen wurden die ersten 1.000 Studienplätze finanziert. Jetzt hat eine Stiftung 5.000 weitere Stipendien zugesagt.

Weitere Zunahme beim Tourismus: Im Jahr 2015 zählte Berlin über 30 Millionen Übernachtungen (2010 waren es noch 21 Millionen), davon 39 Prozent aus dem Ausland. Das ist eine Zunahme von 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Rückgang der Armut: In Berlin ist erstmals seit 2006 das Armutsrisiko spürbar zurückgegangen. Die Armutsquote sank im Jahr 2014 auf 20 Prozent – ein Minus von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das geht aus dem aktuellen Armutsbericht vom 23. Februar hervor. Trotz der positiven Entwicklung gehört Berlin weiter zu den ärmsten Bundesländern Deutschlands – nach Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Auch das braucht weiter Gebet.

Gebet:

  • Dank für die Studienplätze und die steigende touristische Attraktivität Berlins
  • Dank für den Rückgang der Armut, aber Gebet für noch an Armut leidenden Menschen

Wohnraum für Geflüchtete

Die Pläne des Senats, noch mehr Flüchtlinge auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof unterzubringen, stoßen auf viel Kritik in der Bevölkerung. Sie will Ghettobildung vermeiden und fordern menschenwürdige Unterbringung für Geflüchtete. Zahlreiche verschiedene Initiativen helfen Flüchtlingen dabei, Wohnraum zu finden: in WGs, Familien, und Wohnungen. Oder sie entwickeln gemeinsame Wohnmöglichkeiten wie beispielsweise das Sharehaus Refugio. Oder Ideen, Leerstand zu nutzen oder Huckepack- Wohnkuben, die man auf Flachdächer bauen kann – etwa auf Gemeindehäuser oder Werkstätten. Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. Die Umsetzung scheitert zum Teil an der Finanzausstattung, aber häufig auch an der schleppenden Bürokratie. Hier werden gerade gemeinsam Lösungen gesucht.

Gebet:

  • Dank für alle kreativen Ansätze
  • Wohlwollende, reibungslose Zusammenarbeit zwischen Initiativen und Behörden
  • Viele Familien und WGs, die Geflüchteten Wohnraum geben

Netzwerk für geflüchtete Christen

Am LaGeSo und in Massenunterkünften werden geflüchtete Christen häufig von radikalen Moslems wegen ihres Glaubens angegriffen – verspottet, bedroht, geschlagen. Die (häufig muslimischen) Sicherheitskräfte schauen weg oder prügeln in einzelnen Fällen sogar mit. Um die Christen wirksam zu schützen, wäre es nötig, die Zustände den Verantwortlichen bekannt zu machen – zum Beispiel durch Petitionen oder Briefe an Abgeordnete. Und Wohnräume zu schaffen, in denen bedrohte Christen unterkommen können. Hier sind gerade auch christliche Gemeinden gefragt. Eine ökumenische Initiative wurde gestartet.

Gebet:

  • Schutz unserer Glaubensgeschwister
  • Mehr Menschen, die sich für die auch hierzulande verfolgten Christen einsetzen
  • Christen, die Lösungen entwickeln, um bedrohte Christen unterzubringen
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Foto: rgbstock

Wohnungsbau

Laut Senat ist es schon in vier Jahren möglich, dass die Einwohnerzahl Berlins die 4 Millionen-Grenze überschreitet. Benötigt werden für den geschätzten jährlichen Bevölkerungszuwachs von 40.000 Menschen pro Jahr 20.000 neue Wohnungen, sagt der Staatssekretär für Bauen und Wohnen der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Lütke Daldrup. Doch wurden 2015 nur 11.500 neue Wohnungen von den 15.000 geplanten gebaut. In den letzten Jahren sind vor allem teure Häuser und Wohnungen entstanden und „der Nachholbedarf im sozialen Wohnungsbau ist riesig“, so Lütke Daldrup.

Nun ist bis 2020 der Bau von 60.000 landeseigenen Wohnungen geplant. Neben dem Wohnungsbau muss zwingend auch die Einbindung des Umlandes und der Ausbau der Nahverkehrssysteme und digitalen Infrastruktur in die Stadtplanung einbezogen werden. (Quelle: tagesspiegel.de)

Gebet

  • Weisheit für den Senat in allen Entscheidungen
  • Schnelle und gute Umsetzung der Pläne
  • Erweiterung der sozialen Wohnungsbauvorhaben

Masterplan Integration

Für das laufende Jahr wird mit einem ähnlich starken Zuzug von Flüchtlingen wie 2015 gerechnet. Die Unternehmensberater von McKinsey sind vom Senat beauftragt worden, einen Masterplan für die Integration von Flüchtlingen zu erarbeiten.

Jetzt muss der Integrationsprozess geplant und eingeleitet werden. Diese komplexe Aufgabe kann die Verwaltung in kurzer Zeit nicht alleine bewältigen. In dem Masterplan sollen die Fragen rund um Bildung, Integration in den Arbeitsmarkt, Wohnungsbau, Sicherheitsfragen und die Koordination freiwilliger Helfer zusammenfassend bearbeitet werden.

Im März soll dieser Plan fertig werden. McKinsey hatte dem Senat auf freiwilliger Basis schon bei der Neuordnung des Lageso (Landesamt für Gesundheit und Soziales) geholfen.

Gebet:

  • Weisheit für diesen Plan
  • Dass ganz neue Wege entwickelt werden, wie Flüchtlinge gut integriert werden können

Myfest am 1. Mai ungewiss

Seit 13 Jahren ist das Myfest in Kreuzberg am 1. Mai eine Attraktion für Menschen weit über Berlin hinaus. Erfolgreich hat es (neben viel öffentlichem und verborgenem Gebet) dazu beigetragen Ausschreitungen zu verhindern. Der 1. Mai war zuletzt nahezu gewaltfrei. Doch ob das 14. Myfest 2016 stattfinden kann, ist ungewiss. Es gibt derzeit einen letzten Rettungsversuch: Zwischen Bezirk, Polizei, Senat und Abgeordnetenhaus laufen intensive Gespräche, um noch eine Lösung zu finden. Dabei spielen auch Befürchtungen eine Rolle, dass am 1. Mai ohne Myfest wieder mehr Gewalt droht. Kann das Fest mit dem Ziel, Gewalt einzudämmen, als politische Versammlung oder Demonstration bei der polizeilichen Versammlungsbehörde angemeldet werden? Oder ist es als Straßenfest anzusehen wie der Karneval der Kulturen, was die Vorbereitungen und das Genehmigungsverfahren stark verkomplizieren würde? Darum wird gerungen. Bis zum 1.3. gab es noch kein Ergebnis.

Gebet:

  • Unterstützen wir mit unserem Gebet das Ringen um eine gute Lösung
  • Gewaltfreie Demos und Frieden am 1. Mai

Gewalt am Kotti

In letzter Zeit nehmen kriminelle Aktivitäten am sozialen Brennpunkt Kottbusser Tor deutlich zu. Es gibt 50 Prozent mehr Überfälle, 100 Prozent mehr Diebstähle. Ex-Hausbesetzer und türkische Gastronomen verlangen, dass härter durchgegriffen wird. Laut „Tagesspielgel“ (18.2.) wurden in den vergangenen Monaten am Kottbusser Tor fast täglich Passanten umringt, um Portemonnaies, Telefone, Handtaschen zu stehlen. Klappte das nicht, schlugen die Täter zu, manche besprühten ihre Opfer mit Reizgas oder zogen Messer. Einigen Frauen wurde an den Busen gefasst oder ins Gesicht geschlagen. Szenen wie in der Kölner Silvesternacht gibt es am Kottbusser Tor mit dem gleichen Täterprofil.

Die Polizei hat eine Statistik zum Taschendiebstahl am Kotti erstellt. Die Täter kommen aus 17 Ländern. Osteuropäer und deutsche Staatsbürger sind dabei. Ganz oben aber stehen Tunesier, Libyer, Marokkaner, Ägypter. Die Zahl arabischsprachiger Täter steigt rasant – und die Gewalt bis hin zum Mord ebenso.

Obwohl es mehr Polizeieinsätze gibt, gab es keine Besserung. Nun helfen sich die Anwohner selbst: Die Wirte und Ladenbetreiber warnen sich über eine Telefonkette. Zieht eine Gang durch den Kiez, rufen sie einander an. Am Wochenende bewachen Türsteher die Bars.

Respekt vor der Polizei fehlt bei den Tätern, die eine andere Härte aus ihren Ländern gewohnt sind; sowohl Polizei als auch Justiz schrecken sie nicht ab.

Gebet:

  • Unterstützung für Innensenator Henkel im Bemühen, rechtsfreie Räume nicht zuzulassen
  • Dass die reale Gefahr für die Bewohner erkannt wird und Polizei und Justiz geeignete Maßnahmen zur Eindämmung ergreifen
  • Schutz für Anwohner und Passanten

Dran bleiben: Innere Sicherheit

Die unspezifische Gefahr durch islamistische Terroranschläge ist auch in Berlin weiter hoch. Beten wir besonders für den Schutz der Engel Gottes für „weiche Ziele“, also Bahnhöfe, Großveranstaltungen wie Fußballspiele, Straßenfeste, Konzerte usw. – und für effektive Aufklärungsarbeit der Sicherheitsbehörden rechtzeitig im Vorfeld geplanter Anschläge.

Termine

  • 3.-5.3.: Transforum-Konferenz über Lebenswelten in Berlin, Christus-Gemeinde Hohenschönhausen. Frühgebet Freitag und Samstag 8:30 Uhr. Viele Workshops, u.a. über „Erkundung von Lebenswelten durch Gebetsgänge“ und. „Verändert dein Gebet deinen Kiez?“ Mehr unter http://www.transforum-berlin.de Bitte auch bei zeitweiser Teilnahme unbedingt anmelden!
  • 9.3., 18 Uhr: Politisches Stadtgebet vor dem Roten Rathaus
  • 1. und 29.4., 17:00, Gebetskeller am Kotti, Adalbertstr. 97: Gebetsgang im Vorfeld des 1. Mai