Herunterladen als PDF: [Gebet für Berlin 12-15/1-16]

Good News

Zwei Berliner Studenten haben es angepackt, eine Uni für Geflüchtete ins Leben zu rufen, die sonst oft jahrelang warten müssen, bis sie ihr Studium wieder aufnehmen können. Zwei Jahre lang wird online studiert, dann auf eine reguläre Uni gewechselt. In einer Fundraising-Kampagne wurden über eine halbe Million Euro gesammelt – das reicht, um mehr als 400 Flüchtlingen ein komplettes Studium zu ermöglichen. http://kiron.university/

  • Dank für Beispiel gebende Berliner Kreativität

Flüchtlinge in Berlin

Nach wie vor kommen täglich rund 750 Flüchtlinge nach Berlin. Das bedeutet: Jeden zweiten Tag muss eine neue Unterkunft eröffnet werden, Tausende von Menschen suchen nach einer Wohnmöglichkeit und stehen an den Ämtern an, um Leistungen zu erhalten. Das ist und bleibt eine riesige Herausforderung. Die gute Nachricht: Der Regierende Bürgermeister hat in einer Regierungserklärung deutliche Worte gesprochen und alle Verantwortlichen zur Verbesserung der Zustände gedrängt. Nach Auskunft von Insidern gibt es jedoch nach wie vor Bezirke, die versuchen, sich der Verantwortung zu entziehen und Prozesse zu blockieren. Auch das Tempelhofer Feld soll mit temporären Flüchtlings-Unterkünften belegt werden; umstritten ist weiterhin, ob zusätzlich auch auf dem betonierten Vorfeld oder an den (bisher gesetzlich nicht bebaubaren) Rändern. Nach wie vor ist das Engagement von Tausenden von Ehrenamtlichen auch in den Kirchen großartig.

Gebet:

  • Dank für alle Hilfe, die wir in Berlin Flüchtlingen bisher geben konnten
  • Für schnelle Maßnahmen, um Prozesse zu optimieren und unbürokratischer zu machen
  • Lösungen für die Unterbringung
  • mehr Gemeinden, Wohngemeinschaften und Familien, die bereit sind, Flüchtlinge bei sich aufzunehmen oder zu unterstützen

Situation am LaGeSo

Manches hat sich am Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo), wo Flüchtlinge sich registrieren lassen, verbessert: Durch private Spenden konnten zwei Busse finanziert werden, in denen Männer nachts warten können; Mütter und Kinder dürfen in ein Zelt. Es wurden Maßnahmen ergriffen, um die Verwaltungsprozesse zu beschleunigen und das LaGeSo zu entlasten: Mobile Registrierungsteams, Leistungsauszahlung in den Unterkünften und Bezirken, Verlängerung von Leistungen per E-Mail.

Doch nach wie vor ist die Lage vor Ort am LaGeSo sehr kritisch. Nacht für Nacht warten Hunderte von Menschen ungeschützt vor Kälte und Regen am Eingang, in der Hoffnung, am nächsten Morgen vielleicht dranzukommen. Beim Einlass kommt es regelmäßig zu Rangeleien mit Verletzungen. Viele stehen Tag für Tag 15 bis 20 Stunden an – versorgt alleine von Ehrenamtlichen. (Hier ein erschütternder Fernsehbericht dazu http://is.gd/r9olGX)

Gegenüber vom LaGeSo steht das Gebäude des ehemaligen Innenministeriums leer, für das pro Monat über 570.000€ Miete gezahlt wird. Doch der Bund will vor Ende 2016 aus dem Mietvertrag raus und der Eigentümer will das Gebäude lieber als Büro vermieten.

Gebet:

  • Dank für alle bisherigen Verbesserungen
  • Dass mehr Bezirke sich zur Auszahlung von Leistungen an Flüchtlinge bereit erklären
  • Effizientere Strukturen bei Bearbeitung, Wartemanagement und Versorgung
  • Öffnung des BMI-Gebäudes für die Wartenden

Erhöhte Ausgaben für Sicherheit

640px-VW_PolizeiwagenDas Entsetzen über den Terror von Paris und die Situation in Brüssel treibt uns ins Gebet. Die Behörden sagen, dass es auch in Berlin eine „anhaltende abstrakte Gefährdungslage“ gebe. Nun bekommt Berlin eine Anti-Terror-Soko (Sonderkommission). Wie Polizeipräsident Klaus Kandt am 22.11. im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses sagte, wurden in der Soko 70 Beamte zusammengezogen; sie untersteht dem Staatsschutz. Die Beamten sollen die Hinweise zu verdächtigen Gegenständen oder Personen „sichten und bewerten“.

Seit den Anschlägen von Paris gingen schon zahlreiche Hinweise ein. Kandt forderte auch eine verbesserte Ausrüstung der Polizei. Die Bewaffnung potentieller Attentäter habe neue Dimensionen erreicht; daher müsse man beim Schutz der Polizisten nachbessern.

Die Koalition hat sich auf einen erweiterten Haushaltsplan für 2016/17 geeinigt. Darin wird das Budget für Polizei und Feuerwehr um 50 Millionen Euro jährlich aufgestockt. Ein großer Teil des Geldes fließt in die Terrorbekämpfung durch das Spezialeinsatzkommando (SEK) und das Landeskriminalamt, einschließlich neuer Waffen, DNA-Analysegeräten, Nachtsichtausrüstung und 350 Dokumentenprüfgeräten, die gefälschte Pässe identifizieren können. Es wird eine Taskforce „zur Bewältigung besonderer Sicherheitslagen“ gebildet, dafür werden 75 neue Stellen geschaffen. Auch die polizeilichen Ressourcen zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität werden verstärkt. (Daten und Fakten: Der Tagesspiegel 23.11.)

Gebet:

  • Dank für die Erhöhung der Personal- und Geldmittel für die innere Sicherheit
  • Für eine verbesserte Ausrüstung der Polizei
  • Erfolgreiche Terrorprävention

Islamistische Radikalisierung

Die salafistische Szene in Berlin vergrößert sich in einem enormen Tempo. Laut Verfassungsschutz sind in der Stadt rund 670 Salafisten, 350 von ihnen gelten als gewaltbereit. Wir haben über 100 Ausreiser nach Syrien und in den Irak, und davon sind schon zehn ums Leben gekommen.

Die Radikalisierung findet überwiegend durch recht unauffällige Moschee-Mitglieder im „Hinterzimmer“ statt, d.h. unabhängig vom Imam und außerhalb der Moscheen. „Gleichwohl könne man nicht ausschließen, dass unter dem Deckmantel des Flüchtlingseins“ auch Anschläge vorbereitet werden könnten. Um mögliche Taten zu verhindern, setze der Verfassungsschutz stärker als in der Vergangenheit auf Prävention. „Deradikalisierungsmaßnahmen haben wir im Bereich des Salafismus bereits angefangen“, sagte der Leiter des Berliner Verfassungsschutzes, Bernd Palenda. Aber es reicht eben nicht, das nur an den Moscheen zu machen, sondern es muss auch gezielte Projekte an den Schulen geben. Viele Lehrer fühlen sich hilflos, weil sie gegen die Radikalisierung in den Schulen alleine nicht ankommen. (Quelle: rbb-online.de)

Gebet:

  • Aufbau und Verstärkung von Deradikalisierungs- und Präventionsmaßnahmen an Moscheen und Schulen
  • Übernatürliche Weisheit für die Sicherheitsbehörden zur Aufdeckung der „Hinterzimmer“
  • Bewahrung und Errettung der muslimischen Jugendlichen

Myfest 2016 vor dem Aus?

Das Kreuzberger Myfest, das seit 2003 als Gegenaktion zu den jährlichen Krawallen gestartet worden war, findet im nächsten Jahr voraussichtlich nicht mehr statt. Anwohner hatten gegen die inzwischen rein kommerzielle Veranstaltung geklagt und nun ist ihr der Status einer politischen Veranstaltung abgesprochen worden. Da der Senat bisher das Fest mit einigen Hunderttausend Euro unterstützt hatte, ist es fraglich, ob es als rein kommerzielles Straßenfest überleben kann.

Wir von GfB hatten in den letzten 12 Jahren durch gemeinsame Stadtgebetsgottesdienste vor Ort, durch Gebetseinsätze und im letzten Jahr neu durch Gospel-Musik auf einer Bühne mit dazu beigetragen, dass der 1. Mai friedlich blieb. Es gibt also Grund dafür zu danken, dass die Gegendemonstration in Form des Straßenfests nun nicht mehr als politisch notwendig angesehen wird, denn der 1. Mai ist zum größten Teil inzwischen ein friedlicher Tag geworden – auch in Kreuzberg.

Gebet:

  • Dank für die Befriedung des 1. Mai
  • Für eine neue Konzeption des Myfests, die auch Christen Raum gibt, sich einzubringen

Kita-Gebühren und Personalschlüssel

Der Senat aus SPD und CDU hat sich darauf verständigt, die Beiträge für die Betreuung zweijähriger Kinder ab 1. August 2016 abzuschaffen, ein Jahr später auch die Krippenbeiträge für einjährige Kinder. Die komplette Beitragsfreiheit kostet ab 2017 knapp 41 Millionen Euro jährlich.

Qualitätsverbesserungen bei der Kinderbetreuung sollen jedoch kein Widerspruch dazu sein. So werden die Mittel für den Kitaausbau um 30 Millionen Euro pro Jahr aufgestockt. Und der Betreuungsschlüssel für Kinder unter drei Jahren wird schrittweise von 5,9 Kindern pro Erzieher auf 4,9 verbessert. Das kostet ab 2017 jährlich 49 Millionen Euro.

Die Maßnahmen sind umstritten. Fachverbände bezweifeln, ob diese Mittel dafür ausreichen und ob genug Bewerberinnen für die rund 1.000 neuen Stellen gefunden werden.

Gebet:

  • Dank für die Verbesserung der Kita-Betreuung
  • Bleibende Freiheit für die Entscheidung von Eltern, wie sie ihre Kinder betreuen lassen
  • Finden von engagierten Erzieherinnen

Termine

  • 9. Dezember, 18 Uhr, Politisches Stadtgebet vor dem Roten Rathaus
  • 10.-17. Januar 2016, Internationale Gebetswoche der Evangelischen Allianz mit ca. 100 Veranstaltungen in Berlin. Ausführliches Programm als PDF zum Herunterladen unter:
    http://tinyurl.com/p82p6w3
  • Vorschau: 3.-5. März Transforum-Konferenz von Gemeinsam für Berlin zum Thema „Leben. Kennen. Lernen – die Stadt und ihre Welten“, Christus-Gemeinde Hohenschönhausen