Als PDF herunterladen: [Gebet für Berlin – Juni 2015]

Good News: Gedenken und Feiern zu 70 Jahre Kriegsende

Vom 8. bis 10. Mai gab es eine Reihe von Veranstaltungen zu 70 Jahre Kriegsende beziehungsweise Befreiung und dem Ende des Holocaust; darunter erstmalig eine bewegende Veranstaltung mit Vortrag, Gebet und Abendmahlsfeier im T-Gebäude am Konzentrationslager Sachsenhausen, dem zentralen Verwaltungsgebäude aller KZs. Ferner wurden Gottesdienste mit Gedenken und Versöhnung unter Beteiligung von bis zu 18 Holocaust-Überlebenden veranstaltet.

Am Sonntag ging der erste „Marsch des Lebens“ durch Berlins Mitte, vorbei an den Schaltzentralen der Macht während der NS-Zeit. Rund 800 Personen beteiligten sich an der Kundgebung vor dem Brandenburger Tor. Unter anderem sprach ein Holocaustüberlebender, der als junger Mann zwei Todesmärsche überlebte. Er war begeistert, nun ein drittes Mal an einem „Marsch des Lebens“ teilnehmen zu können. Stephan Kramer, ehemaliger Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, zeigte sich dankbar über diese Bewegung aus der Mitte der Zivilgesellschaft, durch die jüdische Mitbürger und Holocaustüberlebende wahre Freundschaft und Liebe erlebten. Einige junge Menschen berichteten betroffen von der Entdeckung der Gräueltaten ihrer Großväter. Sie wollen nie mehr zu Antisemitismus und Judenhass schweigen und sich in Freundschaft an die Seite Israels stellen. So wies die Veranstaltung deutlich nach vorne, zu einem Weg gelebter Solidarität mit der jüdischen Bevölkerung in unserem Land und dem Staat Israel.

Das Wetter war eher kühl und grau. Als gegen Ende neben einigen Bibelstellen auch Jesaja 61, 1- 3 (Der Geist des Herrn ist auf mir…) gelesen wurde, beleuchtete plötzlich die Sonne die Bühne – wie ein „himmlischer Scheinwerfer“ des Wohlwollens Gottes.

Gebet:

  • Dank für geistlich tiefe und versöhnend nach vorne weisende Gedenkfeiern
  • Dass die verborgenen und öffentlichen Aktionen der Christen ihre freisetzenden Folgen in Gesellschaft und Politik haben

Makkabi-Spiele in Berlin

mgZum ersten Mal finden vom 27. Juli bis 5. August die Europäischen Makkabi-Spiele in Berlin statt, eine große jüdische Sportveranstaltung mit 2.300 Athleten aus fast 40 Ländern, die in 20 Sportarten gegeneinander antreten.

Die Makkabi-Spiele ziehen in den Berliner Olympiapark ein. 70 Jahre nach Kriegsende ist das ein besonderes Zeichen des Vertrauens. Noch nie gab es eine größere und bedeutendere jüdische Veranstaltung auf deutschem Boden. Vor dem 2. Weltkrieg befand sich das Büro der Makkabi-Welt-Union in Berlin.

Die Eröffnungsfeier soll am 28. Juli in der Waldbühne stattfinden. Die Vorbereitungen laufen auf vollen Touren. Enttäuschend für die Veranstalter ist die geringe Resonanz aus der Wirtschaft. Normalerweise werden große Sportveranstaltungen durch Sponsoren unterstützt. Spielt hier eine Angst um Märkte und Kundenverlust die Rolle?

Für alle Berliner gibt es die Chance, Gastfamilie für die internationalen Freiwilligen zu werden. Man kann auch selbst als Freiwilliger helfen oder durch Spenden die Spiele unterstützen. Mehr Informationen findet man unter http://www.emg2015.de

Gebet:

  • Dass sich noch genug Sponsoren für die Spiele finden
  • Dass sich viele Gastfamilien finden lassen
  • Dass die Spiele jüdisches Leben in Berlin noch bekannter machen und positiv wahrgenommen werden

Neuer Rahmenlehrplan für Schulen

Was in Baden-Württemberg noch heftig diskutiert wird, ist in Berlin längst Unterrichtspraxis. Seit 2001 sehen die Rahmenrichtlinien der Lehrpläne das Thema sexuelle Vielfalt vor. Aktuelle Grundlage sind Rahmenpläne, die seit dem Schuljahr 2006/2007 gelten. Der viel diskutierte neue Rahmenlehrplan für die Schulen in Berlin und Brandenburg wird ein Jahr später eingeführt als bisher geplant. Es bestehe noch weiterer Diskussionsbedarf, erklärten Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres und Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske. Deshalb solle der Rahmenlehrplan für die Klassenstufen eins bis zehn erst zum Schuljahr 2017/18 wirksam werden.

Zu den sieben Bereichen, die nun mit den Verbänden vertieft besprochen werden sollen, gehört auch die Sexualerziehung. Hier deutete sich eine von vielen ethisch eher konservativen Christen erwünschte Korrektur des bisherigen Rahmenplans an.

Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) kritisiert jedoch den derzeitigen Entwurf. Bezüglich der Berücksichtigung von sexueller Vielfalt und geschlechtlicher Identität bestünden große Defizite. Sexualerziehung sei nicht mehr als fächerübergreifendes Thema vorgesehen. Die Perspektive von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transidenten und intergeschlechtlichen Jugendlichen werde weitestgehend ignoriert. Die Rolle von nicht-heterosexuellen Lehrpersonen als Vorbilder wird, anders als in den bisher gültigen Richtlinien, ebenfalls ausgeblendet. (Berliner Morgenpost 23.04.2015, LSVD 18.03.2015)

Gebet:

  • Gründliche Diskussion der neuen Richtlinien für Sexualerziehung unter Einbeziehung auch von christlichen Positionen
  • Respekt vor allen sexuellen Orientierungen, aber keine Indoktrination der Schüler
  • Gottes Leitung für die Entscheider

Berufsfeld Erzieherin

Das Berufsfeld ist ein sehr umfangreiches und buntes. Die meisten Erzieher (beiderlei Geschlechter sind im Text jeweils angesprochen) sind in einer Kita (Krippe und Elementargruppe) beschäftigt. Hier gilt es, mit viel Überblick und Empathie individuell auf die Kinder zu reagieren, sowie einen guten Kontakt zu den Eltern zu pflegen. Dabei brauchen Erzieher  eine hohe Flexibilität, viel Geduld und immer wieder gute Ideen, um in der jeweiligen Situation entsprechend zu reagieren.

Jedes Kind bringt eine andere Welt mit in den Kindergarten. Das kann der kulturelle Hintergrund sein oder die Prägung der Familie. Es ist eine große Freude, die individuellen Entwicklungen der Kinder über einen längeren Zeitraum zu erleben und daran einen kleinen Anteil zu haben. Jedoch sind es viele Kinder nicht (mehr) gewohnt, sich einzuordnen und zu warten. Vielen Kindern werden zu Hause kaum Grenzen gesetzt. Das Soziale muss erst noch erlernt werden, was eine große Herausforderung an die Erzieher stellt.

Ein großes und aktuelles Problem in Berliner Kitas ist der Personalmangel und auch grundsätzlich der vorgegebene Personalschlüssel, der keine Reserven zulässt (für Kinder zwischen 3 und 6 Jahren: ein Erzieher pro 10 Kinder, für Kinder zwischen 2 und 3 Jahren: ein Erzieher pro 6 Kinder). Ständig gilt es, Personalengpässe zu überbrücken.

In Berlin leben viele Migrantenfamilien, die wenig Deutsch können und eigene Problemlagen mitbringen. Für Kitas in solchen Wohngebieten gibt es zwar eine minimale Personalaufstockung, aber keine ausreichende Abdeckung, so dass diese Kinder wirklich gut gefördert und unterstützt werden könnten. Die gesamtgesellschaftliche Situation spiegelt sich in den Kindereinrichtungen wieder: Kinder wachsen mehr und mehr in einer medialen Welt auf, reale Spielgefährten werden weniger erlebt, Auseinandersetzung mit Gleichaltrigen oder Geschwistern findet weniger statt, Erwachsene widmen den Kinder wenig qualitative Zeit, Stadt-Kinder machen wenig Naturerfahrungen.

Diese pauschalen Einschätzungen müssen natürlich individuell betrachtet werden, aber viele Kinder kennen aufgrund fehlender Anregungen und hohen Medienkonsums das eigene freie Spielen und natürliches Interagieren mit anderen Kindern nicht mehr.

Gebet:

  • Starke Teams, die Zuversicht und Liebe ausstrahlen
  • Dass Erzieher vom Träger und anderen Stellen Unterstützung erfahren
  • Dass immer mehr christliche Kitas entstehen und dort Gottes Liebe weitergeben wird

Neuer BER-Manager

In einem Interview Mitte Mai äußerte sich der neue Flughafenchef Karsten Mühlenfeld erstmal genauer über seine Erwartungen. Bis dahin waren 21 Prozent der anstehenden Restarbeiten erledigt; nach Plan wären es 23 Prozent. Man wolle im Frühjahr 2016 mit dem Bauen fertig sein, um dann innerhalb eines Jahres die Genehmigungen und Probeläufe zu absolvieren.

Eine Erweiterung solle es zunächst nicht geben; man müsse bei der erwarteten Steigerung der Passagierzahlen notfalls mit Provisorien leben. Er sei zuversichtlich, dass 2017 tatsächlich eröffnet werde.

Gebet:

  • Umsicht, Geschick, Effizienz für Karsten Mühlenfeld
  • Gelingende Weiterarbeit unter Gottes Schutz

Dran bleiben: Schutz vor Terror

Wir sind Gott dankbar für alle Bewahrung und Schutz vor Terroranschlägen im Land und in Berlin. Das ist nicht selbstverständlich!

Im April und Mai wurden wieder zwei geplante Terroranschläge in anderen Städten aufgedeckt. Nicht nur von Islamisten geht Gefahr aus, sondern auch von Rechtsextremisten. Ein aufgedeckter Plan stand in Beziehung zu einer rechtsterroristischen Vereinigung.

Gebet:

  • Dank für alle Bewahrung
  • Aufdeckung und Verhinderung möglicher geplanter Anschläge
  • Segen für die Arbeit der Polizei und Sicherheitsbehörden in unserer Stadt

Termin

  • 10. 6., 18 Uhr, Politisches Stadtgebet vor dem Roten Rathaus