Herunterladen als PDF: [Gebet für Berlin – März 2015]

Good News: Haushalts-Überschuss

Das Land Berlin hat 2014 einen Haushaltsüberschuss erzielt. Der wird auch für 2015 erwartet. Dadurch wurde ein Sonder-Investitions-Programm des Senats möglich. Das ist nach Jahrzehnten von steigenden Schulden eine große Gebetserhörung. Obwohl die Wirtschaftskraft von Berlin weiter wächst, steigt auch die Zahl der Armen in der Stadt. Die soziale Schere geht weiter auseinander.

Gebet:

  • Dank für die Erfolge der Sparpolitik des Senats der letzten Jahre
  • Dank für Berlins wachsende Wirtschaftskraft
  • Für eine gute Verteilung der Mittel – besonders für Schulen, Straßen und zusätzlichen Wohnungsbau
  • Wirksame Maßnahmen zur Verringerung der Armut

Berufsgruppen im Einzelhandel

Jeder von uns begegnet ihnen fast täglich, meistens im Supermarkt an der Kasse. Wie oft steht man ungeduldig in der langen Schlange und ist froh, wenn man Brot und Milch bezahlt und den Laden verlassen hat, um sich anderen Aktivitäten zu widmen. Die Verkäufer dagegen bedienen jeden Tag hunderte von Kunden. Neben der Verkaufstätigkeit gehören u.a. die Instandhaltung des Ladens, Ein- und Ausladen der Regale und natürlich Kompetenz und Freundlichkeit im Kundenumgang zu den täglichen Aufgaben und Herausforderungen in diesem Berufsfeld. Das lässt sich fast besser selber beobachten als hier beschreiben.

Wir möchten in diesem Monat dazu anregen, „bewusst“ einkaufen zu gehen. Beim Griff zur Butter die Verkäuferin beachten, die im Kühlregal nebenan neue Joghurtbecher einsortiert – vielleicht bedankt man sich sogar dafür, dass sie Neues nachlegt!? Dem Gabelstapler im Gang nicht nur ausweichen, sondern den Verkäufer bei den Milchpaletten dahinter freundlich anlächeln. Wie wäre es, wenn man sich vom Stress an der Kasse nicht mitreißen lässt, sondern in Gedanken Gott für den Menschen an der Kasse dankt und ihn segnet! Klar, auch diese Leute machen „nur ihren Job“, aber er ist für uns alle lebensnotwendig und wertvoll! Der Trend zum verkaufsoffenen Sonntag nimmt immer mehr zu. Das stellt eine zusätzliche Stressbelastung für die Angestellten dar. Beten wir auch dafür, dass das Bewusstsein eines Ruhetages in unserer Gesellschaft wieder stärker wird.

Gebet:

  • Dank für Menschen, die uns mit „selbstverständliche“ Dienstleistungen sorgen
  • Abbau von Stress durch Zeichen der Freundlichkeit im Einkaufs-Alltag

Jüdisches Leben in Berlin

synagogue: synagogueIn der Jüdischen Gemeinde zu Berlin sind acht Synagogen unterschiedlicher Ausrichtung von liberal bis orthodox zusammengeschlossen. Jüdisches Leben hat sich verändert. Es findet neue Formen, seitdem immer mehr junge Juden nach Berlin ziehen. Besonders anziehend ist die Synagoge am Fraenkelufer. Dort gibt es die Initiative „Freunde des Fraenkelufers“, wo man sich einmal im Monat mit Betenden zu einem gemeinsamen Essen trifft. In jeder Woche gibt es dort auch Unterricht oder Gesprächskreise zu jüdischen Themen. Die jungen Menschen suchen nach einer neuen, authentischen Form, wie sie ihr jüdisches Leben gestalten können. Rabbinerstudenten bieten zum Beispiel lockere Treffen zum gemeinsam Beten und Lernen an. Das zieht besonders junge Leute an, die sonst nicht in die Synagogen-Gottesdienste gehen. Während die Jüdische Gemeinde seit Jahren darunter leidet, dass sie tief zerstritten ist, gibt es hier einen neuen Aufbruch. Viele junge Israelis kommen zum Studium in die Stadt oder einfach, um ein paar Jahre in Berlin zu leben. Schätzungen gehen von bis zu 50.000 Israelis in Berlin aus. Seit 15 Jahren werden am Abraham- Geiger-Kolleg wieder Rabbiner für deutschsprachige Gemeinden ausgebildet. In ganz Deutschland sind etwas über 100.000 Mitglieder in den jüdischen Gemeinden registriert, 10.157 davon in Berlin.

Der zunehmende Antisemitismus macht allerdings auch den Juden in Berlin zu schaffen. Aus Angst vor Anschlägen verschickt die Jüdische Gemeinde zukünftig ihre Gemeindezeitung nur noch verhüllt in einem Schutzumschlag. Nach den Anschlägen in Paris und Kopenhagen haben vor allem ältere Berliner Juden vermehrt Angst. Ein besonderes Highlight werden die 14. European Maccabi Games in Berlin sein. Es ist das größte jüdische Sportfest in Europa und findet vom 24. Juli bis 15. August statt. Rund 2.000 Athlet/innen werden in 24 Disziplinen antreten. Die Maccabi Games werden zum ersten Mal seit ihrem Bestehen in Deutschland veranstaltet! Die Planung dieses Events läuft zurzeit intensiv – hier gelten ganz besondere Sicherheitsstandards.

Gebet:

  • Dank für neue, attraktive Aufbrüche von jüdischem religiösen Leben
  • Schutz für alle jüdischen Mitbürger
  • Weisheit und Gelingen für die Planungen zu den Maccabi Sportspielen im Sommer

Schreien statt Diskutieren

Der Senat versucht zurzeit in Bürgerversammlungen mit den Bürgern über die Olympiabewerbung der Stadt ins Gespräch zu kommen. Bei einem ersten Bürgerforum konnte aber keine Diskussion stattfinden, weil eine Gruppe von Olympia-Gegnern lautstark alle anderen niederbrüllte. Ebenso erging es den Diskussionsveranstaltungen mit Anwohnern zur Umgestaltung des Görlitzer Parks in Kreuzberg. Drei Veranstaltungen haben schon stattgefunden und in jeder Versammlung wurden diejenigen niedergebrüllt, die eine Meinung äußerten, die eine bestimmte Gruppe nicht hören wollte. Das ist eine neue Form von Meinungsterror, der hier ausgeübt wird, und so werden die guten Ansätze, Bürger in konkrete Planung mit einzubeziehen, ad absurdum geführt. Bis jetzt haben die jeweiligen Veranstalter noch keinen guten Weg gefunden, damit umzugehen.

Gebet:

  • Dass auch politisch brisante Diskussionen mit Bürgerbeteiligung möglich bleiben
  • Weisheit und Mut für alle Verantwortlichen, die Meinungsfreiheit zu schützen

Olympia-Bewerbung

Berlin bewirbt sich ebenso wie Hamburg um die Austragung der Olympischen und Para-Olympischen Spiele im Jahr 2024 oder 2028. Ende März entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund, welche Stadt sich international bewerben kann. In Berlin sollen die Bürger über Olympia mitentscheiden können. In den nächsten Wochen wird auf Bürgerforen das Konzept vorgestellt. Bei einer ersten Befragung gab es in Hamburg mehr Zustimmung für eine Bewerbung als in Berlin. Ende Februar wurde die telefonische Umfrage wiederholt.

Gebet:

  • Eine klare Entscheidung für oder gegen Berlin in den nächsten Wochen
  • Dass Gottes Wille sich in dieser Entscheidung verwirklicht
  • dass Olympia kein neuer Streitpunkt wird

BER: neuer Flughafenchef

Der langjährige Rolls-Royce Manager Karsten Mühlenfeld wird neuer Flughafenchef. Etwas, das schief gelaufen ist, wieder in die richtige Bahn zu lenken ist weit schwerer, als etwas von vorne zu beginnen. In einem Interview sagte er: „Ich bin nicht entspannt. Aber optimistisch.“ Eine große Herausforderung besteht neben den vielfältigen technischen Problemen in der Konstellation des Unternehmens. An der Flughafengesellschaft sind der Bund und die Länder Berlin und Brandenburg beteiligt. Sie sind sich nicht immer einig. Die beiden Vertreter des Bundes etwa stimmten gegen den Personalvorschlag, auf den sich Berlin und Brandenburg kurz zuvor geeinigt hatten. Mühlenfeld braucht für die Aufgabe Klarheit, Umsicht, Durchsetzungsvermögen und Einheit im Team und innerhalb der Gesellschafter.

Gebet:

  • Klare Strategien, wie Probleme bewältigt und das Projekt BER vorankommen kann
  • Einheit zwischen den Gesellschaftern und unter den Mitarbeitenden
  • Segen und Schutz für Karsten Mühlenfeld und seine Familie

Dran bleiben: Körperwelten

Die Ausstellung „Körperwelten“ durfte inzwischen vorläufig eröffnen, das öffentliche Interesse ist allerdings eher gering. Aktuell läuft noch ein gerichtliches Berufungsverfahren des Bezirks Mitte gegen die Ausstellung, da eine „Ausstellung von Leichen ohne die gebotene Würde dem Berliner Bestattungsgesetz widerspricht“.

Die Kirchen und viele Beter engagieren gegen die Ausstellung.

Termine

  • 11.3., 18 Uhr: Politisches Stadtgebet vor dem Roten Rathaus
  • 21.3., 16 bis 20 Uhr: Gemeinsam für Berlin-Fest Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Schöneberg, Hauptstr. 125. Christen, Gemeinden und Initiativen aus den unterschiedlichen Kirchen und Traditionen, Generationen und Nationen feiern zusammen. In einem Bühnenprogramm „Berlin von seinen besten Seiten“ werden kreative Modelle und vorgestellt, wie das Evangelium in Berlin gelebt werden kann. Musik macht eine Gospelgruppe. Es gibt internationale Speisen.
  • 28.3.,15 bis 19 Uhr: Seminar als Vorbereitung für den Bußgottesdienst zur Mitschuld Deutschlands am Völkermord an den Armeniern, ChristusKirche Anklamer Str. 31; ab 19.30 Film „Aghet“
  • 29.3., 18 Uhr, Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, Breitscheidplatz: Ökumenischer Bußgottesdienst zur Mitschuld Deutschlands am Völkermord an den Armeniern vor 100 Jahren. Der armenische Erzbischof von Deutschland ist beteiligt.