Herunterladen als PDF: [Gebet für Berlin – September 2014]

Good News: Viele Christen in Berlin

Viele Berliner bezeichnen sich als „religionslos“, die evangelische und katholische Kirche samt den klassischen Freikirchen in Berlin verlieren weiter Mitglieder. Doch die Zahl der Orthodoxen und anderer Freikirchler nimmt zu. Ihre Anzahl hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten fast verfünffacht – von 43.421 im Jahr 1990 auf über 200.000 Menschen 2011. Das ergibt eine (nicht repräsentative) Umfrage angehender Journalisten (www.soglaubtberlin.de). Danach gibt es in Berlin rund 1,15 Mio. Christen (32%); diese Zahl entspricht in etwa den statistischen Angaben. Dazu kommen knapp 250.000 Muslime. 763.000 bezeichnen sich selber als Religionslose. Es fehlen aber in der Summe 40 % der Berliner Bevölkerung, die keine Angabe machten und wohl überwiegend ohne formelle Religionszugehörigkeit sind. Nach dieser Gruppe stellen Mitglieder christlicher Kirchen immer noch die zweitgrößte religiöse Gruppe in Berlin dar. Gerade Freikirchler und Mitglieder von Migrationskirchen zeichnen sich oft durch aktiv gelebten Glauben aus.

Beten wir, dass immer mehr Christen in Kirchen und Freikirchen, in alten und neuen Gemeinden verschiedener ethnischer Herkunft, ihren Glauben aktiv leben und zum geistlichen und sozialen Wohl der Stadt beitragen.

Nachfolge für Klaus Wowereit

Foto: Wikipedia / WikiCommons

Foto: Wikipedia / WikiCommons

Am 26. August gab der Regierende Bürgermeister überraschend bekannt, dass er zum 11. Dezember zurücktritt. Der Druck auf ihn war durch extrem schlechte Umfragewerte für ihn und die SPD kontinuierlich gewachsen. Hinzu kamen Forderungen aus der eigenen Partei, dass er sich noch in diesem Jahr äußern solle, ob er 2016 ein viertes Mal zur Wahl antreten wolle. Ursprünglich wollte Wowereit das eigentlich erst Ende 2015 entscheiden.

Die Medien würdigen seine Leistungen für die Stadt während seiner 13 Jahre als Regierungschef, verschweigen aber auch nicht die massiven Probleme der letzten Jahre. Vor allem die immer neuen Probleme mit dem Flughafen BER und sein bis heute nicht feststehender Eröffnungstermin haben Wowereit zugesetzt. Er selber hatte den Flughafenbau zu seiner Schwerpunktaufgabe erklärt. 

Die Nachfolgediskussion hat sofort begonnen. Der Berliner Parteivorsitzende Jan Stöß und der Fraktionsvorsitzende Raed Saleh haben bereits ihre Kandidatur erklärt. Bis zum 1. September können noch weitere Kandidaturen erklärt werden. Die CDU möchte offenbar die große Koalition auch mit einem neuen Bürgermeister fortsetzen, während die Oppositionsparteien Neuwahlen verlangen. Es besteht die Gefahr, dass sich die SPD über der Frage eines möglichen Nachfolgers zerstreitet.

Gebet:

  • Dass Gottes Geist die Wahl des Nachfolgers lenkt
  • Dass es zu keinem langwierigen innerparteilichen Machtkampf kommt
  • Dass die Chancen einer personellen Erneuerung zum Besten für Berlin genutzt werden

Gewalt in Flüchtlingsheimen

Die Flüchtlingszahlen in Berlin steigen im Moment stark an. Im Monat Juli hat Berlin allein 1.047 neue Flüchtlinge aufgenommen – die höchste Zunahme in einem Monat seit 15 Jahren. 900 weitere Flüchtlinge, die hier ankamen, wurden auf weitere Länder verteilt. Gegenüber dem letzten Jahr gab es inzwischen schon einen Anstieg von über 70 %.

Die Wohnplätze reichen nicht aus, obwohl in diesem Jahr bereits 2.000 neue geschaffen wurden. Berlin hat zurzeit knapp 10.000 Plätze in Flüchtlingsunterkünften, die komplett belegt sind. Noch einmal so viele Menschen sind überwiegend in Wohnungen untergebracht. Nun ist geplant, Unterkünfte zu schaffen, die sowohl für Asylsuchende, als auch für Obdachlose und Studierende dienen. Ob diese Menschengruppen allerdings gut in einem Haus zusammen leben können, ist fraglich. Außerdem entstehen Spannungen, wenn Menschen verschiedener Religion oder solche, die in ihren Heimatländern verfeindet sind, zusammen untergebracht werden; es kam öfter zu Gewaltausbrüchen. Letztens verprügelten rund hundert muslimische Tschetschenen 30 christliche Syrer. Besonders unter den tschetschenischen Flüchtlingen gibt es islamistische Fanatiker, die ihren Hass gegen Andersgläubige mitbringen. Die Mitarbeiter in den Heimen sind häufig mit der Aggressivität und den Folgen von schweren Traumatisierungen der Flüchtlinge sowie ihrer mannigfachen Nöte überfordert.

Gebet:

  • Dass Gottes Friede in die Heime einzieht und die Mitarbeiter immer wieder neue Kraft für die großen Herausforderungen bekommen
  • Dass Konflikte zwischen Volksgruppen oder Religionen vermieden werden können
  • Weisheit und Umsicht für den zuständigen Senator Mario Czaja (CDU) bei der Lösung des Problems der Unterkünfte

„Marsch für das Leben“ 20. September

In Berlin gibt es fast doppelt so viele Abtreibungen wie im Bundesdurchschnitt – auch bei Jugendlichen. Allerdings ist 2013 die Zahl der gemeldeten (hohe Dunkelziffer!) Schwangerschaftsabbrüche in Berlin um 5,1 Prozent weiter gesunken. Bundesweit gab es eine Reduzierung um 3,8 Prozent.

Umso nötiger ist es, das drückende Problem im Gedächtnis der Öffentlichkeit und Politik zu halten. Dazu dient der von christlichen Pro-Life-Gruppen jährlich in Berlin durchgeführte „Marsch für das Leben“. 2013 war die Beteiligung mit über 4.000 so hoch wie nie. Beginn ist um 13:00 Uhr mit einer Kundgebung vor dem Bundeskanzleramt. Die Wegstrecke ist voraussichtlich rund 4 km lang und rollstuhlgeeignet. Ca. 15:30 endet die Kundgebung mit einem ökumenischen Abschlussgottesdienst.

Gebet:

  • Mut zum Kind, kompetente Beratung und Hilfe bei der Lösung von Schwangerschaftskonflikten der betroffenen Frauen (und Männer!)
  • Gelingende Vorbereitung und Durchführung des Marsches mit öffentlicher Resonanz
  • Gewaltfreiheit bei den (alljährlichen) Gegendemonstrationen

Berufsfeld Architektur

Gott hat uns beauftragt, die Erde zu bebauen und zu bewahren. Architektur und Stadtplanung können dem entsprechen, indem sie die Stadt so gestalten, dass sie Raum zum guten Leben bietet und Bewohner wie Gäste sich in ihr wohlfühlen. Metropolen mit ihren herausragenden Bauwerken waren schon in neutestamentlichen Zeiten Knotenpunkte für die Verbreitung des Evangeliums (Antiochia, Ephesus, Rom). Die Stadt ist sogar das Modell für das ewige Miteinander Gottes mit den Menschen im himmlischen Jerusalem, das am Ende auf die Erde kommt. Unsere unvollkommenen irdischen Städte sollen zumindest einen kleinen Vorgeschmack davon geben.

Berlin hat eine ganze Bandbreite von attraktiver Architektur zu bieten: Die preußischen Bauten Unter den Linden, alte und neue Regierungsgebäude, moderne Bürowolkenkratzer wie am Potsdamer Platz. Berlin ist seit mehr als 20 Jahren eine Dauer-Baustelle im ständigen Wandel. Projekte können gelingen, wie etwa der Umbau des Reichstagsgebäudes – oder problematische Dauerbrenner sein wie der Flughafen BER.

Foto: WikiCommons / Berlinische Galerie

Foto: WikiCommons / Berlinische Galerie

Es braucht neben Sachverstand und künstlerischen Fähigkeiten der Architekten auch eine gute Bauaufsicht und zuverlässige Qualität bei den ausführenden Firmen – aber über all dem Gnade und Gelingen von Gott. Deshalb beten wir auch immer wieder für Bauvorhaben wie den BER.

Architekten sind in diesem komplexen System ein wichtiger Teil. Sie tragen große Verantwortung in Planung und Umsetzung. Dass oft wesentlich mehr Finanzen benötigt werden als kalkuliert, gehört leider fast schon zum Normalen. Der harte Wettbewerb, ein verhältnismäßig geringes Einkommen und viele Überstunden sind hohe Belastungen für diese Berufsgruppe. Themen wie Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und gleichzeitig Innovation spielen eine große Rolle. Es fällt von daher immer schwerer, öffentliche Gebäude zu konzipieren, die allen genannten Anforderungen entsprechen und zudem der Allgemeinheit gefallen; die Debatte um den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses ist ein Beispiel dafür.

Gebet:

  • Dass Architekten sich als Mitgestaltende an der Vision der lebenswerten Stadt verstehen
  • Christen, die mit Hingabe, Sachverstand und Kreativität Architekten sind/werden wollen
  • Weisheit für beteiligte Architekturbüros beim Flughafen BER und Stadtschloss

„Danken, feiern, beten“ am 3. Oktober

Kurz vor dem 25. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November werden 24 Jahre deutsche Einheit wieder interkulturell und ökumenisch gefeiert: 15 Uhr ökumenische Andacht an der Kapelle der Versöhnung, Bernauer Straße, mit der Band der deutsch-russischen Gemeinde „Quelle des Lebens“ und Weihbischof i.R. Johannes Weider als Prediger.

Anschließend Gebetsweg mit Stationen auf dem ehemaligen Grenzstreifen. 17 Uhr: Interview mit Pastor aus Sloviansk, Gebet für die Ukraine, Begegnung mit Essen und Trinken.

Ort: Christuskirche, Anklamer Str. 31, Mitte. 19 Uhr Vorführung des Spielfilms „Nikolaikirche“.

Gebet:

  • Gute Vorbereitung, viele Teilnehmer, auch Passanten auf dem Mauerstreifen
  • Dass die Dankbarkeit für Gottes Wunder zunimmt und öffentlich hörbarer wird

Termine

  • 6.9. Bürgerfest im Schloss Bellevue
  • 7.9. Tag der offenen Tür im Bundestag
  • 10.9., 18 Uhr, Politisches Stadtgebet: Treffpunkt vor dem Portal des Roten Rathauses
  • 20.9., 13 Uhr: „Marsch für das Leben“ (siehe Artikel oben)
  • 3.10., 15-20 Uhr: danken, feiern, beten – 24 Jahre Deutsche Einheit – Christuskirche, Anklamer Str. 31 (siehe oben Artikel „Danken-Feiern-Beten“)