Herunterladen als PDF: [Gebet für Berlin – Mai 2014]

Good News: Mehr Eheschließungen und sinkende Scheidungsraten

Familie ist im Trend – zumindest in Berlin. In Berlin wurden im Jahr 2012 über 13.000 Ehen geschlossen. Tendenz steigend gegenüber den Vorjahren. 2008 waren es nur 11.762 Paare, die sich getraut haben. Außerdem nimmt in Berlin die Zahl der Familien zu – im Gegensatz zum restlichen Bundesgebiet! Leider auch wahr: 2013 wurden in Berlin 6.626 Ehen geschieden und 4.382 Kinder sind von der Scheidung der Eltern betroffen. Das ist traurig. Die gute Nachricht dabei: Es sind 8,8 Prozent weniger Scheidungen als 2012.

Gebet:

  • Dank für Ehen, die halten, Schutz und Segen für Paare und Familien
  • Trost für diejenigen, die unter zerbrochenen Partnerschaften leiden
  • Dass diejenigen, die einen Partner fürs Leben suchen, fündig werden

Probleme rund um den CSD

Zum ersten Mal seit vielen Jahren gibt es bei den Veranstaltern des Christopher Street Day so große Uneinigkeit, dass ein Aktionsbündnis plant, am 21. Juni einen „alternativen CSD“ zu organisieren. Die Streitigkeiten entzündeten sich an dem Beschluss einer Namensänderung der Parade. Vom verantwortlichen Vereinsvorstand des CSD e.V. wurde der neue Name „Stonewall Parade“ beschlossen. Damit sicherte man sich Markenrechte. Die bisherigen Paraden haben den Verein bis jetzt viel Geld gekostet, 2012 war er fast bankrott. Der Streit um die Umbenennung scheint aber nur ein Symptom eines Zerwürfnisses innerhalb des Vereins zu sein über die Vereinsziele und die Art der Ausrichtung des CSD. In diesem Jahr gibt es am 21. Juni mehrere Veranstaltungen rund um das Brandenburger Tor. An diesem Tag wird das Fußball-WM-Spiel Deutschland gegen Ghana ausgetragen und damit wird der gewünschte Weg über die Straße des 17. Juni zum Brandenburger Tor wohl nicht infrage kommen. Der CSD Verein will aber notfalls die Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor gerichtlich durchsetzen lassen.

Gebet:

  • Dass der CSD in diesem Jahr keine große Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann
  • Weisheit für den Senat, um den unterschiedlichen Erwartungen für Veranstaltungen am Brandenburger Tor gerecht zu werden
  • Dass das Interesse an einem Lebensstil, der Gott gefällt, in unserer Stadt zunimmt

Lösung am Oranienplatz

Nach eineinhalb Jahren konnte das Protestcamp von Flüchtlingen am Kreuzberger Oranienplatz am 8. April nahezu friedlich geräumt werden. Dilek Kolat, Integrationssenatorin (SPD), hatte Mitte März mit den Flüchtlingsvertretern eine mehrheitlich akzeptierte Einigung erzielt (s. Gebetsmail April). Einige Vertreter und Aktivisten forderten jedoch uneingeschränktes Bleiberecht – was Senat und Bezirk nicht zusichern können, weil die Verantwortung beim Bund und der EU liegt.

Als die Flüchtlinge das Camp auflösten, kam es vereinzelt zu Handgreiflichkeiten, Widerstand und Aufwiegelung durch Aktivisten. Die Flüchtlinge wurden in menschenwürdige Unterkünfte gebracht. Ihre Anträge werden nun geprüft, Beratung ist gewährleistet.

Auf dem Platz befinden sich noch ein Dutzend Flüchtlinge im Hungerstreik. Unterstützer halten Mahnwache. Ein Infozelt wurde genehmigt und soll weiter auf die Situation von Flüchtlingen hinweisen. Das Protestcamp brachte Asylsuchenden große öffentliche Aufmerksamkeit: Willkommenskultur, menschenwürdige Behandlung und starre Asylverfahren sind in den Fokus gerückt. Dilek Kolat spricht sich klar für einen weiterführenden politischen Dialog über diese Herausforderungen aus.

Gebet:

  • Dank für die Lösung am Oranienplatz
  • Bitte für Neuansatz der Flüchtlingspolitik
  • Segen für die Arbeit von Dilek Kolat, damit sie weiterhin erfolgreich der Stadt dienen kann

Neue Serie: Berufsgruppen in Berlin

In unserer Gesellschaft gelten Leistung und Qualität in allen Berufsfeldern. Geldverdienen wird zum Stressakt und freie Zeit wird immer knapper. Leider werden Begabung und Talent auf dem Arbeitsmarkt wie eine Ware gehandelt. Gott aber schätzt jeden individuellen Dienst wert und sieht die Persönlichkeit in jedem Menschen. In den folgenden Gebetsbriefen soll in loser Folge jeweils eine ganze Berufsgruppe vorgestellt werden, die in besonderer Weise der Stadt und ihren Menschen dient. Dabei wollen wir auch für die Christen in dieser Gruppe beten, dass sie durch die Qualität ihrer Arbeit und durch ihre Haltung Gottes Liebe widerspiegeln. Grundlage für die kurze Beschreibung und Gebetsanliegen sind persönlich geführte Interviews mit Berliner Christen in der jeweiligen Branche.

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Ärzte und Ärztinnen

Oft geht es über das Kurieren eines Schnupfens hinaus. Entscheidungen, die viele Ärzte täglich treffen müssen, bestimmen über ein Menschenleben. Trotz hervorragender Fachkenntnisse werden sie häufig vor ethische Entscheidungen gestellt, die nicht so leicht eingeschätzt werden können. Neben medizinischer Hilfeleistung ist häufig auch die persönliche Meinung des Arztes gefragt: Wie geht man mit einer schwerwiegenden Diagnose um, was ist die Aufgabe der Angehörigen, welche Alternativen gibt es? Nicht nur die große Verantwortung, sondern auch die hohe Stressbelastung haben Ärzte täglich zu tragen.

Die Quotenvorgaben der kassenärztlichen Vereinigung bedeuten für manche niedergelassene Mediziner, am Ende des Monats ohne Honorar zu arbeiten. Andererseits gibt es auf dem Gebiet der Forschung bei uns große Chancen, da Berlin stark als Gesundheitsstadt gefördert wird.

Gebet:

  • Orientierung an göttlichen Maßstäben in lebensentscheidenden Situationen, wie z.B. Pränatal-Diagnostik, Sterbehilfe, Nebenwirkungen u.a.
  • Kraft, um den täglichen Umgang mit Krankheit und Sterben auszuhalten, besonders für Notärzte
  • Unterstützende Kollegialität statt ausgebrannte Einzelkämpfer

Gebet für den Frieden am 1.Mai

Die mit Anwohnern zusammen am Kottbusser Tor beantragte interkulturelle Musikbühne wurde aus Sicherheitsgründen nicht genehmigt; es gibt aber gute Aussichten für nächstes Jahr. Gemeinsam für Berlin lädt ein, dass sich dennoch viele an den Gebetsaktionen (siehe Termine) beteiligen. Wie in den vergangenen Jahren werden auch wieder kleine Teams auf den Straßen im Voraus und während der Demonstrationen beten. Wer sich daran beteiligen will, bekommt hier nähere Informationen: r.stresemann@gfberlin.de

Gebet:

  • Mäßigung der links- und rechtsradikalen Gruppen schon im Vorfeld
  • Keine Gewalt und Zerstörungen
  • Führung und Bewahrung Gottes für die Betenden vor Ort

Machtkampf in der SPD

In der SPD teilen sich zurzeit drei Personen an der Spitze die Macht: Klaus Wowereit (Senat), Jan Stöß (Parteivorsitz) und Raed Saleh (Fraktionsvorsitz). Dadurch sind drei Machtzentren entstanden, die inzwischen auch in Konkurrenz zueinander auftreten. Die SPD ist darauf angewiesen, dass im Hinblick auf die Wahl im Jahr 2016 ein Nachfolger für Klaus Wowereit aufgebaut wird. Starke Führungspersonen tauchen normalerweise nicht über Nacht auf. Im Mai sind Vorstandswahlen der SPD. Es könnte zu einer Kampfkandidatur zwischen Jan Stöß und Raed Saleh kommen. Es ist bis jetzt nicht klar, ob Raed Saleh sich tatsächlich bewirbt und damit die Machtfrage stellt. Seit 25 Jahren ist die SPD an der Berliner Landesregierung beteiligt. Ihre derzeitigen Umfragewerte sind schlecht.

Führungskräfte tragen auch in anderen Parteien zu selten dazu bei, starke Nachfolger zu fördern. Soziologen sehen inzwischen schon ein grundsätzliches Problem in der Gesellschaft, junge Menschen für verantwortliche Führungsposition zu gewinnen. Wer es in einer Partei bis an die Spitze schafft, wird oft in dem Alltagsbetrieb zerrieben und kreative Ansätze bleiben auf der Strecke.

Gebet:

  • Dass es innerhalb der SPD gelingt, potentielle Nachfolger für Wowereit zu fördern
  • Bitte um die Berufung Gottes auf Menschen, sich für das Beste der Stadt auch politisch einzusetzen
  • Segen für alle, die sich für Führungsämter innerhalb der SPD und in anderen Parteien zur Verfügung stellen

Termine

30. 4., 20 Uhr bis 2. Mai, 22 Uhr Gebetskeller am Kotti, Adalbertstr. 97: fortlaufend Anbetung und Lobpreis; verantwortlich ist die Initiative BURN mit Musikgruppen aus vielen Gemeinden. Jeweils zur vollen Stunde ist Einlass.

1. 5., 16 – 17 Uhr und 20 – 21 Uhr: Gebetszeit für einen friedlichen 1. Mai. Anschließend an die erste Gebetszeit (17 Uhr) Gebet draußen vor Ort:

Tour 1: zum Thema Flüchtlinge am Oranienplatz

Tour 2: zum Thema Drogen am Görlitzer Park

Tour 3: Begleitung der 1. Mai-Demonstration

14.5., 18 Uhr, Politisches Stadtgebet, Treffpunkt vor dem Roten Rathaus