Herunterladen als PDF: [Gebet für Berlin – März 2014]

(C) Günter J. Matthia

Good News: Mehr Berliner

Berlin wächst und hat nun 47.803 Einwohner mehr als vor einem Jahr. Jetzt leben hier 3.517.424 Menschen. Keine Überraschung: Die meisten Neuberliner zogen in den Prenzlauer Berg. Die größte Überraschung: Plattenbauviertel im Westen der Stadt legen zu – wie etwa das Märkische Viertel in Reinickendorf um 3,5 %. Trotz aller Herausforderung ist das eine erfreuliche Entwicklung, die zeigt, wie attraktiv die Stadt nach wie vor ist und zunehmend wird.

Gebet:

  • Dank für die fast 48.000 Neuberliner
  • Gutes Miteinander von Alt- und Neuberlinern
  • Bau neuer erschwinglicher Wohnungen

Good News: Beschluss gegen Menschenhandel

Das Abgeordnetenhaus von Berlin hat im Februar einen bedeutsamen Beschluss gegen Menschenhandel gefasst. Es spricht sich darin „nachdrücklich dafür aus, dass den Opfern von Menschenhandel unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus eine Perspektive für ein sicheres und selbstbestimmtes Leben eröffnet wird. … Das Abgeordnetenhaus würdigt aus-drücklich die engagierte und professionelle Arbeit der Frauen in den Fachberatungsstellen und NGOs … und drückt ihnen für ihren unermüdlichen Kampf gegen Gewalt an Frauen seine besondere Wertschätzung aus. … Das Abgeordnetenhaus fordert vom Senat, dass er sich auf Bundesebene und im Rahmen der länderübergreifenden Zusammenarbeit dafür einsetzt, dass alle Maßnahmen im Kampf gegen Menschenhandel stets hinsichtlich ihrer Folgen für die Opfer geprüft werden und die Betroffenen ihre Ansprüche auf Entschädigung in Deutschland durchsetzen können.“

Gebet:

  • Dank, dass das Thema angepackt wird
  • Bitte um wirksame Maßnahmen auf Bundes- und Landesebene

Volksbegehren für Wowereits Abwahl

Am 05.02.2014 startete die Bürgerinitiative „Wowereit-Rücktritt“ einen medial begleiteten Aufruf zur Abwahl des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit. Die Initiative kritisiert „Wowereits Verhalten in der Steueraffäre um Ex-Kultursenator André Schmitz, den Stillstand in der Stadtentwicklungspolitik und die große Unzufriedenheit im Berliner Senat.“ Ziel ist neben dem Rücktritt des umstrittenen Bürgermeisters die vorzeitige Auflösung des Berliner Abgeordnetenhauses und entsprechend Neuwahlen. 50.000 Unterschriften werden für den ersten Schritt des Verfahrens gebraucht. Der Start der aktiven Unterschriftensammlung wird Ende Februar erwartet.

Initiator ist Felix Herzog, der das erfolgreiche Volksbegehren gegen die Bebauung des Tempelhofer Flugfeldes mit initiiert. Über dieses Volksbegehren, das genug Unterschriften einsammeln konnte, wird am Tag der Europawahl mit abgestimmt (Mehr Infos: http://bit.ly/1ha2AKF).

Gebet:

  • Dass im Blick auf das Bleiben oder die Abwahl von Wowereit sowohl Gottes als auch Volkes Wille zum Zuge kommen
  • Dass sich in allen Parteien Personen finden, die eine echte Alternative darstellen
  • Dass das Verfahren dazu beiträgt, Transparenz und Integrität in der Berliner Politik zu fördern

Flüchtlingsportraits an Hauswänden

Harald Geil, ein bayrischer Künstler, wirbt zurzeit um Spendengelder für sein Projekt „Familiar Facades“. Geils Plan sieht vor, Fotoporträts von Migranten in einem Format von etwa sechs mal zwölf Metern auf Papier gedruckt an Hauswände zu kleben. Auf jedem Plakat befindet sich ein QR-Code. Wenn Passanten diesen per Smartphone scannen, gelangen sie direkt zu einem Videointerview auf der Homepage des Projekts. Dort erzählt die porträtierte Person von ihrer Fluchtgeschichte oder von ihrem Asylverfahren. Getragen wird das Projekt von „Memos“, einem Berliner Verein, der Menschen aus Konfliktregionen eine Plattform für die Aufarbeitung ihrer Traumata bietet. Auf der Homepage werden neben den interviewten Migranten auch Wissenschaftler zu Wort kommen. Eine interaktive Karte soll zudem alle Plakate in Berlin anzeigen, sodass man keines verpasst.

Im Juni sollen die ersten Poster hängen und wenn alles gut geht, ist Berlin erst der Start für eine Aktion, die sich in der Bundesrepublik dann verbreitet. Neben dem Geld braucht es noch Hausbesitzer, die ihre Hauswände dafür zur Verfügung stellen. Die größte Hürde sind noch die Behörden, die die notwendigen Genehmigungen erteilen müssen und sich unsicher sind, ob sie diese Aktion als Kunst oder als ein politisches Projekt einschätzen sollen.

Gebet:

  • Gelingen dieser Aktion
  • Dass immer mehr Menschen auch dadurch einen persönlichen Zugang zum Schicksal von Asylanten und Migranten finden

Einsatz für einen friedlichen 1.Mai

Zurzeit sucht ein Team im Rahmen von Gemeinsam für Berlin erneut nach Möglichkeiten, wie Christen dazu beitragen können, dass der 1. Mai in Berlin friedlich verläuft. Seit 11 Jahren gab es dazu immer Gebetsaktionen und Gottesdienste. Im Moment läuft der Antrag auf eine Bühne am Kottbusser Tor, auf der interkulturelle Musik und Gospel gespielt werden soll, unterbrochen von Interviews mit Migranten. Motto: „Kreuzbergs buntes Herz“. Die Musikgruppen werden von Berliner Migrationsgemeinden gestellt. Außerdem wird es im Gebetskeller am Kottbusser Tor (Adalbertstraße 97 in der Passage hinter Rossmann) fortlaufend 50 Stunden Anbetungs-und Lobpreismusik geben – vom 30.4., 20:00, bis 2.5., 22:00. Zu jeder vollen Stunde ist Einlass.

Gebet:

  • Dass die Musikbühne genehmigt wird
  • Dass es gelingt, alle Vorhaben gut zu kommunizieren
  • Für einen friedlichen 1.Mai

Straßen- und Brückenschäden

Immer mehr Straßen und Brücken in Berlin weisen erhebliche Bauschäden auf. So musste etwa die Brücke der sechsspurigen Heerstraße über die Havel für LKWs und große Busse gesperrt werden. Diese Infrastrukturaufgaben sind eine große Herausforderung für die nächsten Jahre, die nur mit erheblichen zusätzlichen Mitteln angegangen werden kann. Mehr Finanzen in einem Bereich bedeuten immer zugleich Kürzungen in einem anderen.

Gebet:

  • Weise und sozial angemessene Verteilung der Mittel für die Zukunftsaufgaben

Flughafen BER und kein Ende

Der Flughafenbau produziert weiterhin schlechte Nachrichten. Flughafenchef Hartmut Mehdorn hat die Projektleiterin Regina Töpfer, Nachfolgerin des Technikchefs Horst Ammann, vor Ende ihrer Probezeit im Februar überraschend entlassen. Neu eingestellt werden soll Frank Röbbelen, Bauingenieur aus Borken. Das Personalkarussell dreht sich schnell, ansonsten geht aber immer noch nichts wirklich sichtbar voran. Mehdorn kann das seit Monaten überfällige Finanz- und Terminkonzept für den BER im März immer noch nicht vorlegen. Die auf März vorgezogene Aufsichtsratssitzung der Gesellschafter (die Länder Berlin, Brandenburg und der Bund) wurde dem Vernehmen nach wieder auf April verlegt. Außerdem wurde der von Mehdorn geplante Probebetrieb am Nordpier wegen angeblichen Widerstands des Aufsichtsrats und wegen fehlender Lärmschutzmaßnahmen für die Anwohner inzwischen abgesagt. Die Eröffnung könne sich deshalb auf 2016 verschieben, ließ Mehdorn verlauten.

Gebet:

  • Dass weiterhin Licht in ungeklärte Verhältnisse kommt
  • Für ein Klima konstruktiver Zusammenarbeit aller Beteiligten auf der Baustelle
  • Dass der Bau des Flughafens endlich vorangeht und nicht noch mehr Steuergelder verschlingt

Leichen unterm Fernsehturm

Der Präparator Gunther von Hagens will seine umstrittenen „Körperwelten“ (plastinierte Leichenteile) unterm Berliner Fernsehturm in einem neuen Museum ausstellen. Details sind noch unklar. Aus der evangelischen Kirche gibt es schon Kritik an diesem würdelosen Umgang mit Verstorbenen. Es ist zu erwarten, dass es erneut heftige Debatten um die Menschenwürde und um Totenruhe sowie über die Zurschaustellung und Kommerzialisierung menschlicher Leichen geben wird. Eine Initiative hat Räume am selben Ort auch für ein 24-Stunden-Gebetshaus im Blick. Quelle: Berliner Zeitung 25.2.2014

Gebet:

  • Dass die zuständigen Behörden für Berlins Mitte nach Menschenwürde und gutem Geschmack entscheiden
  • Dass die Räume unterm Fernsehturm für Leben fördernde Zwecke genutzt werden

Dran bleiben

Seit Januar verhandelt Integrationssenatorin Dilek Kolat mit den Flüchtlingen auf dem Oranienplatz. Beten wir weiter, dass rasch eine gute Lösung für alle Beteiligten gefunden wird.

Termine

6.-8.3.2014: Transforum-Konferenz „Vereinte Vielfalt – viele Kulturen, eine Stadt, ein Auftrag“ mit Frühgebet am 7. und 8.3. um 7:30 Uhr, angeleitet durch koreanische und afrikanische Christen. http://www.transforum-berlin.de