Herunterladen als PDF: [Gebet für Berlin – Oktober 2013]

Good News 1: Weniger Gewalt

Polizei am Potsdamer Platz

Bild von sxc.hu

Die Zahl der Straftaten in den Fahrzeugen der BVG ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen: Von 6,02 Straftaten pro 1 Million Reisender im Jahr 2006 auf 4,38 im Jahr 2012. Es gibt weniger Gewalt gegen Mitreisende und Angestellte, sowie weniger Sachschäden durch Schmierereien. Die Kosten für die Beseitigung von Vandalismusschäden sanken von 8,7 auf 4 Millionen Euro. Es kommt zwar nach wie vor zu Gewalt, Raub und Sachbeschädigung. Gemessen an der Zahl der Fahrten, die täglich unternommen werden, ist das Ausmaß jedoch gering. Das hat auch damit zu tun, dass in den vergangenen Jahren verstärkt in Sicherheit investiert wurde. Und sicher auch damit, dass Christen dafür gebetet haben. [Quelle. Berliner Zeitung]

Gebet:

  • Dank für den Rückgang der Gewalt und des Vandalismus
  • Dass sinnvolle Maßnahmen ergriffen werden und die Gewalt weiter zurückgeht

Good News 2: Thor Steinar schließt

Eine Thor Steinar-Filiale in Friedrichshain schließt jetzt. Die Marke ist eng mit nationalsozialistischem Gedankengut verknüpft. So ist das Tragen dieser Kleidung im Bundestag wie auch in Fußballstadien ausdrücklich verboten. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Proteste gegen den Laden gegeben. Auch Christen haben gebetet, dass Kleidung, die offen mit rechtem Gedankengut sympathisiert, an diesem Ort, wo einst die SS ihre Gegner gefoltert hat, nicht mehr verkauft werden kann.

Flüchtlinge in Hellersdorf und Britz

Nach den Unruhen um das Flüchtlingsheim in Hellersdorf (s. Gebetsbrief September) kehrt allmählich Ruhe ein. Eine von Studierenden neu gegründete Bürgerinitiative „Hellersdorf hilft Asylbewerbern“, die über Facebook informiert und den Bedarf an Sachspenden kommuniziert, setzt ein eindeutiges Willkommenssignal für die Flüchtlinge: Neben den vielen Spenden schreibt sie Briefe in allen Landessprachen der Flüchtlinge, um sie willkommen zu heißen, ihnen die Situation zu erklären und die Angst zu nehmen.

Im Neuköllner Ortsteil Britz haben, in Hinblick auf ein bald entstehendes Flüchtlingsheim für 400 Asylbewerber, Bürgerinitiativen und Bündnisse frühzeitig reagiert. Um „kein zweites Hellersdorf“ zu werden, gab es eine Bürgerversammlung, die unter Ausschluss der rechten Szene abgehalten wurde. Über 500 Bürger und Bürgerinnen kamen, die den Wunsch teilten, den Asylbewerbern Sicherheit, Ruhe, Unterstützung und Hilfe zu bieten. [Quelle: Tagesspiegel; Facebook HellersdorfhilftAsylbewerbern]

Gebet:

  • Dank für einkehrende Ruhe in Hellersdorf
  • für Initiativen wie die in Hellersdorf und Britz, die eine Kultur des Willkommens und der Unterstützung fördern
  • Bitte um Weisheit im Umgang mit den Bedürfnissen der Flüchtling

In den Bundestag gewählt

Berlin wird mit 27 der insgesamt 630 Abgeordneten im Bundestag vertreten sein, 4 mehr als bisher. 12 davon wurden direkt in ihren Wahlkreisen gewählt (Erststimme), die restlichen kamen über die Listen ihrer Parteien hinein (Zweitstimme). Die Berliner CDU wird künftig 9 (bisher 6) Abgeordnete in den Bundestag entsenden. Die SPD wird 8 Abgeordnete aus Berlin in den Bundestag schicken, die Linke 6 und die Grünen 4. Wir stellen die gewählten Abgeordneten vor, die uns Berliner/innen im Bundestag vertreten:

CDU: Direkt gewählt wurden Frank Steffel (Reinickendorf), Kai Wegner (Spandau-Charlottenburg-Nord), Karl-Georg Wellmann (Steglitz-Zehlen-dorf), Klaus-Dieter Gröhler (Charlottenburg-Wil-mersdorf) und Jan-Marco Luczak (Tempelhof-Schöneberg). Über die Landesliste: Monika Grütters, Christina Schwarzer, Martin Pätzold und Philipp Lengsfeld.

SPD: Direkt gewählt wurden Eva Högl (Mitte) und Fritz Felgentreu (Neukölln). Über die Landesliste: Swen Schulz, Mechthild Rawert, Klaus Mindrup, Cansel Kiziltepe, Ute Finckh-Krämer und Matthias Schmidt.
Linke: Gregor Gysi (Treptow-Köpenick), Petra Pau (Marzahn-Hellersdorf), Gesine Lötzsch (Lichtenberg) und Stefan Liebich (Pankow). Über die Landesliste Halina Wawzyniak und Azize Tank.

Grüne: Direkt gewählt wurde Hans-Christian Ströbele (Friedrichshain-Kreuzberg-Prenzlauer Berg Ost), über die Landesliste Renate Künast, Özcan Mutlu und Lisa Paus.

Gebet:

  •  Wie wäre es, als Beter/in eine/n oder zwei der Abgeordneten fürs Gebet zu „adoptieren“?!

Türkische Männerarbeit

Es ist leicht, von Menschen einer anderen Kultur zu verlangen, dass sie sich der „Leitkultur des Landes“ anpassen sollen. Wie aber kann das konkret gelingen, wenn Wertvorstellungen von Kindheit an gelernt werden? Es braucht Menschen, die dabei helfen und die sich in beiden Kulturen auskennen. Kazim Erdogan möchte bei diesem schwierigen Weg besonders den türkischen Männern helfen. Neben seiner Arbeit beim Psychosozialen Dienst des Bezirksamts Neukölln leitet er ehrenamtliche Projekte wie zum Beispiel „Türkische Väter und Männer im Gespräch“. Türkische Ehen zerbrechen immer häufiger, weil es eine Menge importierter Bräute und Bräutigams gibt. Oft erfährt der Mann erst hier, dass er viele Fähigkeiten erst noch erwerben muss und die Frau ihm voraus ist. Wie er damit umgehen kann, hat er nicht gelernt. Gewalt in der Ehe kommt leider häufig vor. Kulturelle Männerwerte wie Ehre, Würde, Stolz verhindern einen Lernprozess. Erdogans Angebote helfen, die Kommunikationsunfähigkeit in den Familien aufzubrechen. Alternativen zur gewaltsamen Konfliktlösung durch Reden über die Probleme in Gruppen werden eingeübt. Hier setzt die Arbeit mit an. Türkische Männer lernen einen anderen Umgang mit dem Begriff „Ehre“, können ihre Kultur überdenken und neue Wege für den Umgang in Familie und Ehe lernen.

Eine andere muslimische Männerarbeit namens „Heroe“ geht in die Schulen und thematisiert den „Ehrbegriff“, um den Jugendlichen andere Perspektiven aufzuzeigen. Es bräuchte viel mehr solcher Angebote, die vom bi-kulturellen Verstehen her neue Wege aufzeigen.

Gebet:

  • Dank für diese wegweisenden Arbeiten
  • Dass sich für solche Programme schulen lassen mehr Menschen
  • Dass den türkischen Jugendlichen und Männern das kulturelle Umlernen gelingt

Finanzierung von Privatschulen

Privatschulen werden in Berlin inzwischen von jedem 10. Schüler besucht. Schulsenatorin Sandra Schee-res legte einen Gesetzesentwurf vor, der die bewährte Regelung abschaffen sollte und auch für anerkannte Träger bei jeder Schulneugründung erneut die Wartezeit von fünf bzw. drei Jahren für die staatliche Förderung vorsah. Nach Widerstand der CDU stoppte der Senat am 17. Sept. die Initiative ganz. Das ist eine Gebetserhörung, hatten wir doch beim Politischen Stadtgebet am 11. Sept. genau dafür gebetet! Es hätte nämlich auch kirchliche Schulen betroffen, ebenso geplante weitere Gründungen der Freien Evangelischen Schulen Berlin (FESB).

Gebet:

  • Dank für den Stopp der Initiative
  • gute andere Lösungen für Einsparmöglichkeiten
  • Segen für alle christlichen Privatschulen und Kitas

Dran bleiben: Wohnungsbau

Wir haben öfter für den Bau bezahlbarer Wohnungen gebetet; damit würden auch die Negativeffekte der Gentrifizierung vermindert. Die Beschlüsse der Koalition dazu werden nun finanziell unterfüttert: 64 Millionen Euro pro Jahr für die Förderung des Wohnungsbaus und Mittel für jeden Bezirk, damit er bis zu sechs Mitarbeiter für zügigere Baugenehmigungen einstellen kann. Außerdem erhält jeder Bezirk 500 Euro pro Wohnung für jede innerhalb eines halben Jahres erteilte Genehmigung.

Gebet:

  • Zügige Umsetzung der Maßnahmen

Danken – feiern – beten am 3. Oktober

23 Jahre deutsche Einheit werden von 15:00 bis 19:00 Uhr interkulturell und ökumenisch gefeiert. Aus Dankbarkeit für Gottes Gnade für unser Land soll dabei besonders für Süd- und Nord-Korea gebetet werden.

15:00 Ökumenische Andacht an der Kapelle der Versöhnung, Bernauer Straße 4,  10115 Berlin-Mitte,
Revival Gospel Chor, Predigt Pastor Johannes Park, Korea/Frankfurt/M.

16:00  Miteinander den Weg gehen über den ehemaligen Grenzstreifen mit der Mauer-Gedenkstätte

17:00  Christus-Kirche, Anklamer Str. 31, 10345 Berlin-Mitte, Zeitzeugen-Interview mit Hartmut Richter, Dissident, Häftling und Fluchthelfer; Informationen über die Lage in Nord-Korea und Gebet; einander begegnen, essen und trinken auf dem Hof.

Gebet:

  • Entstehen bzw. Stärkung der Erinnerungskultur im Blick auf die deutsche Einheit
  • Öffentliche Wahrnehmung des Danks für Gottes Wunder der Einheit und Freiheit, auch durch Zeitungsanzeigen

Termine

03.10., 20 Uhr bis 05.10., 20 Uhr: 48-STUNDEN BURN, Gebetskeller Kreuzberg, Adalbertstr. 97 (am Kottbusser Tor in der Passage hinter Rossmann)
 9.10., 18 Uhr: Politisches Stadtgebet vor dem Roten Rathaus

23.10., 19 Uhr: Gebetsabend des Forums Straffälligenhilfe für den Strafvollzug in Berlin, Ev. Frei-kirchliche Gemeinde Tempelhofer Damm 133