Herunterladen als PDF: [Gebet für Berlin – September 2013]

Good News: Haushaltsüberschuss

Berlin erwirtschaftet überraschend hohe Überschüsse und könnte bald ohne neue Kredite auskommen. Die Hauptstadt hat im ersten Halbjahr 2013 rund 730 Millionen Euro Überschüsse erwirtschaftet. Damit wächst die Wahrscheinlichkeit, dass Berlin nicht erst 2015, wie vom Senat eingeplant, sondern schon im laufenden Jahr ohne neue Schulden auskommt. Im ersten Halbjahr stiegen die Steuereinnahmen um 11 Prozent, während die Ausgaben nur um 1,5 Prozent zunahmen.

Das bedeutet allerdings schmerzhafte Kürzungen in vielen Bereichen. Die Belohnung dafür sind Überschüsse im öffentlichen Etat, mit denen Berlin den Schuldenberg etwas abtragen kann. Beim derzeitigen Tempo wäre in 50 bis 100 Jahren Schuldenfreiheit in Sicht.

ReichtagBundestagswahl

Unsere Gebetsmail beschränkt sich zwar auf Berlin, aber auch hier wird gewählt. Die folgenden Hilfen zum Beten und zur Urteilsbildung gelten auch für Berlin. Es gibt (mindestens) zwei Podiumsveranstaltungen mit Berliner Kandidat/innen, wo es um Christen interessierende Fragen geht (siehe Termine am Ende der Seite 2).

Zur Beteiligung aufrufen wollen wir für diese Gebetskampagne: Die Deutsche Evangelische Allianz und der Runde Tisch Gebet der Lausanner Bewegung rufen zum Gebet und zur Wahlbeteiligung auf. Motto „Deutschland wählt – Beten! Beteiligen!“ Das Logo und eine Gebetsanleitung gibt es hier: http://www.ead.de/index.php?id=1314

Außerdem gibt es eine interessante Webseite mit Antworten der Kandidat/innen zum Thema Deutsche Einheit. Die Geistliche Gemeinde-Erneuerung und die Initiative 3. Oktober befragen alle Kandidaten zu einigen Themen rund um die Vollendung der deutschen Einheit und christliche Werte. Die Antworten sind auf http://www.Projekt-Bundestagswahl.de nachzulesen.

Gebet:

  • dass die christlichen Grundwerte von den Abgeordneten, ihren Parteien und den künftigen Parlaments-Entscheidungen gefördert werden
  • um ein Wahlergebnis, das eine regierungsfähige Mehrheit und stabile Verhältnisse ergibt

Danken – feiern – beten am 3. Oktober

23 Jahre deutsche Einheit werden am 3. Oktober 2013, 15:00 bis 19:00 Uhr, interkulturell und ökumenisch gefeiert. Aus Dankbarkeit für Gottes Gnade für unser Land soll dabei besonders für Süd- und Nord-Korea gebetet werden.

15:00 Ökumenische Andacht an der Kapelle der Versöhnung, Bernauer Straße 4, 10115 Berlin-Mitte, Revival Gospel Chor, Predigt Pastor Johannes Park, Korea/Frankfurt/M.

16:00 Miteinander den Weg gehen über den ehemaligen Grenzstreifen mit der Mauer-Gedenkstätte

17:00 Christus-Kirche, Anklamer Str. 31, 10345 Berlin-Mitte, Zeitzeugen-Interview mit Hartmut Richter;

Informationen über die Lage in Nord-Korea und Gebet; einander begegnen, essen und trinken auf dem Hof.

Gebet:

  • Entstehen bzw. Stärkung der Erinnerungskultur im Blick auf die deutsche Einheit
  • Öffentliche Wahrnehmung des Danks für Gottes Wunder der Einheit und Freiheit

Auseinandersetzungen um Asylbewerberheime

Aufgrund des zunehmenden Flüchtlingsstroms aus Krisengebieten wie Syrien, Afghanistan, Iran und Irak sollen in Berlin in den kommenden Monaten Unterkünfte für insgesamt 1000 Asylsuchende gefunden werden. Menschen, die nach traumatischen Kriegserfahrungen in Deutschland Ruhe und Frieden finden sollen, begegnen allerdings teilweise heftiger Ablehnung.

In Hellersdorf, wo eine leer stehende Schule 200 Flüchtlingen Platz bieten soll, hat sich in den letzten Wochen ein Konflikt entzündet. Fremdenfeindliche Rechtsradikale protestierten, asylbewerberfreundliche Menschen, unter anderem aus dem christlichen und linken Spektrum, mobilisierten Gegendemos. Von den ersten rund 40 Flüchtlingen, die ins Heim einquartiert wurden, haben sich einige aus Angst gleich wieder verlegen lassen. Zudem sind viele Anwohner in Sorge um die Sicherheit und Stadtteilentwicklung und sehen das Asylbewerberheim skeptisch. Andere wiederum bringen Spielsachen und Kleidung für die Familien.

Auch in Pankow soll in Kürze ein Heim für 220 Flüchtlinge entstehen. Hier wollen die Träger im Vorfeld dezentral in verschiedenen Einrichtungen, an Schulen und in der Umgebung informieren, um eine positive Haltung in der Nachbarschaft zu befördern.

Gebet:

  • Schutz für Flüchtlinge, dass sie sich sicher fühlen, zur Ruhe kommen und ihnen vermittelt wird, dass sie willkommen sind
  • gute Ideen und Initiativen, die Nachbarschaft neuer Heime zu sensibilisieren, Ängste und Vorurteile zu nehmen und Begegnungen zu ermöglichen
  • gegen rechtsradikales Gedankengut, das genutzt wird, um Ängste von Anwohnern zu schüren

Attacken auf Polizisten – Razzia bei Linksradikalen

Im August wurden acht Wohnungen von Aktivisten der linksradikalen Szene in Berlin durchsucht, nachdem es vor einer einiger Zeit einen versuchten Mordanschlag auf Polizisten gegeben hatte. Dabei fand die Polizei Brandflaschen und größere Mengen von so genannten Polenböllern, die zusammengebunden waren als Pakete, um größere Sprengwirkung zu entfalten. Im Juni waren Beamte in Kreuzberg von Vermummten mit Steinen und Molotowcocktails attackiert worden. Ein Brandsatz verfehlte dabei eine Polizistin nur knapp. Ein zweiter traf einen Einsatzwagen, der in Flammen aufging. Die Beamten konnten sich retten.

Immer öfter werden Polizisten angepöbelt, geschlagen und beworfen. Der Respekt gegenüber der Staatsgewalt sinkt deutlich. Von allen deutschen Städten leben Polizisten in der Hauptstadt am gefährlichsten. Aber auch Feuerwehrleute und Ordnungsamtsmitarbeiter sind schon Opfer von rabiaten Attacken geworden. [Quelle: Berliner Zeitung]

Gebet:

  • Dank für die Arbeit der Polizei und Feuerwehr
  • Schutz für alle Menschen, die für die Sicherheit in unserer Stadt arbeiten
  • dass geplante Angriffe der linksextremen Szene im Vorfeld unterbunden werden

Ausbreitung des Straßenstrichs

Deutschland ist mit seiner liberalen Gesetzgebung ein attraktives Land für Menschenhändler. Immer mehr Prostituierte aus Südosteuropa kommen nach Berlin. Da die traditionellen Straßenstrichbereiche bereits ausgelastet sind, entstehen im Moment neue Bereiche am Berliner Stadtrand in Buch, Weißensee und Hohenschönhausen. Da Prostitution in Deutschland nach dem Prostitutionsgesetz ein legaler Beruf ist, gibt es derzeit keine Handhabe, das zu verhindern. In einigen anderen deutschen Städten gibt es jedoch Sperrbezirke. In Augsburg ist der Straßenstrich inzwischen ganz verboten, auch nach intensivem Gebet. Außerdem erlaubt das im Juli verabschiedete Gesetz zur Bekämpfung des Menschenhandels den einzelnen Bundesländern, verschärfte spezifische Maßnahmen zu ergreifen.

Gebet:

  • dass es zu keinen neuen Straßenstrichgebieten in Berlin kommt
  • dass Politiker Mut haben, gesetzliche Maßnahmen zu ergreifen, die den im Sexgewerbe üblichen Menschenhandel unterbinden
  • dass die betroffenen Anwohner sich kreativ gegen neue Straßenstrichgebiete zu wehren wissen

Dran bleiben: Flughafen BER

Der Flughafenchef Hartmut Mehdorn bringt offensichtlich Bewegung in das festgefahrene Flughafenprojekt. Sein Plan: Baldmöglichst, vielleicht schon ab Frühjahr 2014, einen Teil des Flughafens im Echtbetrieb testen zu lassen – mit maximal zehn Flügen und 1500 Passagieren pro Tag. Zugleich wird nach dem Ausscheiden von Matthias Platzeck ein neuer Aufsichtsratsvorsitzender gesucht. Zurzeit hat wieder Klaus Wowereit als Stellvertreter den Vorsitz übernommen. Die größten technischen Probleme bereitet nach wie vor die Brandschutzanlage, die umgebaut werden muss.

Gebet:

  • Dank für die Arbeit der Menschen, die am Flughafen bauen
  • Weisheit für alle Personal- und Sachentscheidungen
  • Segen und Gelingen für das Projekt und für eine gute Zusammenarbeit aller Verantwortlichen

Termine

3.9., 19 Uhr, Französische Friedrichstadtkirche, Gendarmenmarkt, Mitte: „Worüber reden wir eigentlich?“ Mit Kandidatinnen und Kandidaten der im Bundestag vertretenen Parteien soll über die Wechselwirkungen zwischen Politik und Glauben diskutiert und politische Handlungsfelder in den Blick genommen werden, die für Kirchen und Religionsgemeinschaften wichtig sind.

11.9., 18 Uhr: Politisches Stadtgebet im Berliner Abgeordnetenhaus (Raum 320)

12.9., 19 Uhr, Apostel-Petrus-Gemeinde, Märkisches Viertel, Wilhelmsruher Damm 161: „In Verantwortung vor Gott und den Menschen?“ Wie stehen die Parteien zu diesem Leitsatz des Grundgesetzes von 1949? Podiumsdiskussion mit den Bundestagskandidaten aus Reinickendorf