Herunterladen als PDF: [Gebet für Berlin Juli/August 2013]

Good News: Mehr Gebet

Gebet kann man nicht direkt messen – dennoch ist es wahrnehmbar: Immer mehr Christen in Berlin beten nicht nur für persönliche Anliegen, sondern auch für die Stadt. Anbetungstreffen rund um die Uhr wie BURN sind gut besucht. Gebetsaktionen zu bestimmten Anlässen wie etwa 1. Mai oder Christopher Street Day ziehen immer mehr Beter auf die Straße. Andere Christen gehen betend durch ihren Kiez. Auch das Gebet für Politik rund ums Rote Rathaus erfreut sich großer Beliebtheit. Wir sind dankbar für diese Zunahme des konkreten Gebets für die Stadt – und wünschen uns noch mehr davon!

teufelsbergStadtplanung: Teufelsberg

Der Teufelsberg im Grunewald entstand auf dem Gelände der 1937 begonnenen Wehrtechnischen Fakultät, die Hitler für seine geplante Welthauptstadt Germania dort bauen lassen wollte. Sie wurde jedoch nicht vollendet. Von 1950 bis 1972 wurde dort der Trümmerschutt des zerstörten Berlins abgeladen. So entstand ein künstlicher Berg von 114 m Höhe. Ab 1951 wurde auf einem Teil des Hügels von den Amerikanern eine Abhörstation erbaut. Sie war Bestandteil eines weltweit umspannenden Spionagenetzes. Nach der Wiedervereinigung verließen die Amerikaner diesen Horchposten. Seitdem verfällt der weithin sichtbare Bau mit der weißen Kuppel immer mehr. Aus einer geplanten Bebauung mit Luxuswohnungen wurde nichts und der Flächennutzungsplan hat das Gelände wieder zum Wald umgewidmet. Jetzt soll mit einem »Runden Tisch Teufelsberg«, den der Senat und der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf initiiert haben, geklärt werden, wie man mit dieser historischen Bauruine umgehen kann. Möglich wäre unter anderem, sie als Zeugnis des Kalten Krieges zu erhalten.

Gebet:

  • dass durch Gottes Inspiration eine kreative Lösung gefunden wird, die der Geschichte des Ortes gerecht wird
  • für alle Beteiligten des Runden Tisches: dass es ihnen gelingt, in einer wertschätzenden Atmosphäre miteinander zu arbeiten

Eigentümer werden bedroht

Wie der Tagesspiegel berichtete, kam es in letzter Zeit vermehrt zu Angriffen auf Neubauten in Friedrichshain und Kreuzberg. Linksextremisten sehen dies als geeignetes Mittel, um gegen die Verdrängung von alt-eingesessenen Mietern zugunsten von schicker Sanierung (Gentrifizierung) zu protestieren. So zündeten unbekannte Täter zum Beispiel die Fassade eines Penthouse-Neubaus in der Rigaer Straße in Friedrichshain an, andere Fassaden wurden mit Farbbeuteln beworfen, Scheiben wurden eingeschlagen.

Im Internet gibt es eine linksextremistische Seite, die »für kreative Aktionen gegen Verdrängung« wirbt. Sie veröffentlichte Dutzende Adressen von Neubauprojekten, Wohnungsbaugesellschaften, Investoren, Immobilienunternehmen, Maklern und so weiter.

Unter solch »kreativer Aktivität« leiden die Menschen, die diese Neubauten als Eigner oder Mieter bewohnen. Ein Reporter des Tagesspiegel berichtet: »Bei unserem Kinderarzt, der eine Neubauwohnung in einer Parallelstraße bewohnt, flogen Steine durchs Fenster – und landeten im Kinderzimmer. Die Botschaft ist angekommen: Wir sollen uns nicht sicher fühlen. Wir könnten die Nächsten sein.«

Gebet:

  • Dass es der Polizei gelingt, weitere Anschläge zu verhindern
  • Schutz für die betroffenen Eigner und Mieter
  • Dass eine friedliche Lösung für die Interessenkonflikte in den Bezirken gefunden wird

Berliner Stadtschloss/Humboldtforum

Am 12. Juni 2013 wurde der Grundstein gelegt für den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses. Die Bundestags-Entscheidung von 2002 zum Wiederaufbau der ehemaligen Preußenresidenz ist und war von Zustimmung, aber auch von heftiger Kritik begleitet – sowohl im Bundestag selbst, als auch aus der Zivilgesellschaft von zahlreichen Bürgern.

Zum Hintergrund: Unter der DDR-Führung wurde das Schloss 1950 aus ideologischen Gründen gesprengt und an seiner Stelle der Palast der Republik erbaut – das Parlaments der DDR, gleichzeitig Kulturhaus für ihre Bürger. Den Abriss des Palasts zugunsten des Schloss-Wiederaufbaus empfinden und kritisieren viele – unter anderem ehemalige DDR-Bürger – als Retourkutsche und Machtspiel um die ideologische und historische Deutungshoheit Berlins.

Der Neubau: Hinter der barocken Fassade, die architektonisch die historische Mitte Berlins schließen soll, wird nun das moderne Humboldtforum entstehen. Es soll ein Ort für die Bevölkerung werden – zur Begegnung und Horizonterweiterung. Ein Ort des Wissens, der Weltkulturen und Künste – mit Bibliotheken, Beständen aus den außereuropäischen Sammlungen der Berliner Museen, kulturellen Veranstaltungen, Gastronomie und so weiter.

Bauminister Ramsauer bezieht sich auf die DDR-Kultur des Ortes, indem er dazu aufruft, das Forum »zu einem wahrhaftigen Haus des Volkes« zu machen. Kulturstaatsminister Neumann spricht vom Wiederaufbau als von einem der bedeutendsten Kulturvorhaben Deutschlands. 2018 soll das Humboldtforum fertig gestellt sein. Die kalkulierten Kosten liegen bei 590 Millionen Euro.

Gebet:

  • Versöhnliche Aufarbeitung der getroffenen Entscheidungen der vergangenen Jahrzehnte
  • Weisheit beim Bau und der inhaltlichen Konzeption inkl. Zeit und Finanzrahmen
  • dass ein Ort der Begegnung entsteht, der der Bevölkerung dient und versöhnen hilft

Weniger Einwohner, weniger Geld

Nach dem letzten Mikrozensus hat Berlin 180.000 Einwohner weniger, wiewohl unter Fachleuten die Richtigkeit der (zum Teil geschätzten) Ergebnisse umstritten ist. Aber es bedeutet entsprechend weniger Geld aus dem Länderfinanzausgleich. Deshalb mussten die Koalitionsfraktionen von SPD und CDU einen Sparhaushalt für 2014/15 entwerfen. Planung und Mittel für die Internationale Bauausstellung 2020 werden gestoppt; die Grunderwerbssteuer wird um ein Prozent angehoben.

Die verstärkte Förderung des Wohnungsbaus (unser Gebetsanliegen über Monate) und der Bildungssektor werden von Kürzungen verschont. Der Senat will keine zusätzlichen Schulden machen. Der mögliche Anteil Berlins an den Mehrkosten des BER-Flughafen-Baus ist allerdings derzeit nicht absehbar, was die Haushaltsplanung unsicher macht.

Gebet:

  • Eine sozial verträgliche und nachhaltige Haushaltspolitik trotz Kürzungen
  • Fairer Ausgleich zwischen den reicheren und ärmeren Bundesländern
  • Begrenzung der Negativfolgen für Berlin

Probleme beim Kita-Ausbau

Der Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (AWO) schlug kürzlich Alarm. Seiner Beobachtung nach leidet die Qualität der Kitas mehr denn je unter dem beschleunigten Ausbau der Kinderbetreuung. Seit der Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Kitaplatz verschlechtern sich drei grundlegende Faktoren: Die Qualität der Betreuung, eine ausreichende Zahl von Fachkräften und eine nachhaltige Finanzierung.

Häufig wären die Kitas überbelegt und Gruppengrößen würden um 20-25 % erhöht, um den Bedarf zu decken. Da es an qualifiziertem Personal fehle, würde der Mangel mit sozialpädagogischen Assistenten oder Kinderpflegerinnen ausgeglichen; immer häufiger würden unqualifizierte Kräfte eingestellt.

Im Berlin gilt ab dem 1. August der Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz für Kinder ab dem 1. Lebensjahr. Gleichzeitig wächst in Berlin aber die Zahl der Kleinkinder. Da es zunehmend schwerer fällt, qualifizierte Erzieherinnen zu finden, erlaubt der Senat es nun den Einrichtungen, dass der Nichtfachkräfte-Anteil unter den Erziehern auf bis zu 25 % steigen darf. Quereinsteiger, die für den Erzieherberuf ausgebildet werden und schon in einer Kita mitarbeiten, werden einfach als vollwertige Erzieher auf den Personalschlüssel angerechnet. Die Vorsitzende des Landeselternausschusses Kita sieht Berlin auf den Rechtsanspruch ab August nicht vorbereitet. Im Vergleich zu anderen Bundesländern werden Erzieher/innen in Berlin am schlechtesten bezahlt.

Gebet:

  • Gottes Hilfe für alle Erzieher/innen, die unter einem gewachsenen Leistungsdruck bis an den Rand ihrer Kraft arbeiten
  • dass die Politik den Rechtsanspruch nicht weiter auf Kosten der Qualität der Kleinkindbetreuung umsetzt
  • dass die Eltern erkennen, wie sie sich (auch politisch) für das Wohl ihrer Kinder einsetzen können

Feriencamps und Sommereinsätze

Viele christliche Organisationen bieten im Sommer Freizeiten an, in denen neben Spiel und Spaß auch Glaubensinhalte auf dem Programm stehen. Für viele – gerade jugendliche Teilnehmer – ist dies oft die erste Begegnung mit dem christlichen Glauben überhaupt.

Daneben soll im Sommer auch durch Straßeneinsätze, Grillfeste und andere Aktionen für viele Berliner eine Begegnung mit dem christlichen Glauben ermöglicht werden, unter anderem durch »European Initiative« und »Juden für Jesus«.

Gebet:

  • dass (junge) Menschen auf Freizeiten und auf den Straßen eine Entscheidung treffen, ihr Leben von Gott prägen zu lassen

Termine

10.07. und 14.08., 18 Uhr: Politisches Stadtgebet am Roten Rathaus