Als PDF herunterladen: [Gebet für Berlin – Juni 2013]

Good News: Friedlicher 1. Mai

Es ist nun genau zehn Jahre her, dass sich Berliner Christen im Gebet für einen friedlichen 1. Mai engagieren. Nachdem es von 1987 an jedes Jahr Gewaltexzesse am 1. Mai gab, begannen im Jahr 2003 Gläubige gemeinsam mit einer Lobpreisnacht und 24/7-Gebet, Gott um Frieden in der Stadt zu bitten.

Seit 2004 gab es dann einen öffentlichen Gebetsgottesdienst in Kreuzberg und zusätzlich beteten Christen an den Brennpunkten vor Ort auf der Straße. Das Resultat: Es wurde mit einer Ausnahme von Jahr zu Jahr friedlicher. In diesem Jahr gab es keinen Freiluft-Gottesdienst in Kreuzberg, sondern dezentrale Gebetsaktionen in verschiedenen Gemeinden sowie 28 Stunden Anbetung mit Fürbittezeiten im Kreuzberger Gebetskeller „Sieben Feuerflammen“.

Die Walpurgisnacht verlief völlig friedlich und auch die sonst so krawallträchtige 18-Uhr-Demo von Kreuzberg nach Mitte war seit 1987 nie so friedlich verlaufen! In den Vorjahren wurde sie meist schon vorher aufgelöst, weil der „Schwarze Block der Autonomen“ Krawall provozierte. Diesmal löste sich der Umzug jedoch völlig friedlich auf, nachdem das Ziel erreicht war. Die Bilanz des Polizeipräsidenten: Der 1. Mai 2013 war der mit den geringsten Zwischenfällen seit dem Beginn der alljährlichen Krawalle im Jahr 1987.

Gebet:

  • Dank für den friedlichsten 1. Mai seit 1987 und für alle, die sich dafür eingesetzt haben

Wohnungsbau: Es geht voran!

Unsere Gebetsanliegen aus dem April wurden überraschend schnell erhört. Die folgenden Punkte wurden allerdings vorerst nur zwischen den Fraktionsvorsitzenden der SPD und CDU vereinbart und brauchen noch die Zustimmung der beiden Fraktionen. Auch ist die Finanzierung noch nicht gesichert: „Die Spitzen der Berliner Koalitionsfraktionen von SPD und CDU haben sich auf ein umfangreiches Programm zur Bekämpfung der Wohnungsnot in der Hauptstadt geeinigt. Dazu sollen erstmals landesweit Baugenehmigungen nur noch dann erteilt werden, wenn sich der Investor stärker als bisher an den Kosten für den Bau von Straßen, Kitas und Schulen beteiligt – oder einen Teil der Wohnungen günstig an Haushalte mit geringen Einkünften vermietet. Diese „sozial gerechte Bodennutzung“ soll verbindlich landesweit festgeschrieben werden.

Eine Einigung erzielten die Koalitionspartner auch in der Frage der neuen Förderung von Wohnraum. Jährlich sollen 64 Millionen Euro über einen Fonds bereitgestellt werden, die Hälfte davon sind Bundesmittel. Anders als bei früheren Förderungen wird nur ein Bruchteil der Kosten subventioniert, dafür muss der Bauherr einen Teil der Wohnungen zu günstigen Quadratmeterpreisen vermieten.

Mit Hilfe dieser Programme könnten in Berlin insgesamt 40.000 neue Wohnungen entstehen. 15.000 davon könnten private Bauherren errichten, die mit Hilfe der neuen Regelung zur sozial gerechten Bodennutzung zur Bereitstellung günstigen Wohnraums verpflichtet werden oder Förderungen erhalten.

Zur Bekämpfung der Wohnungsnot beschloss der Senat an diesem Dienstag außerdem eine Gesetzesvorlage von Bausenator Michael Müller (SPD) für ein Verbot der Zweckentfremdung von Wohnraum. Mit dem Gesetz soll die Umwandlung von Wohnungen in Gewerbeflächen oder Ferienwohnungen begrenzt werden. Auch der Abriss oder der spekulative Leerstand von Wohnraum soll dadurch verhindert werden. Nach Pfingsten trat eine neue Verordnung in Kraft, wonach die Mieten um maximal 15 Prozent innerhalb von drei Jahren angehoben werden dürfen, statt bisher um 20 Prozent. Für die 280.000 städtischen Wohnungen gilt die noch schärfere Kappungsgrenzen von 15 Prozent innerhalb von vier Jahren und eine Begrenzung der Modernisierungsumlage auf neun statt elf Prozent. (Quelle: Tagesspiegel 8.5.2013)

Ein großes Problem bleibt nach wie vor: Bei Neuvermietung gibt es keine Deckelung. Die Preise können also auch stark erhöht werden.

Gebet:

  • Dank für erste konkrete Schritte zur Schaffung und Erhaltung bezahlbaren Wohnraums
  • Bitte um Zustimmung der Fraktionen und schnelle Umsetzung durch die Verwaltung

Das Tempelhofer Feld

Die eigentliche Nachnutzung des Flughafens Tempelhof ist immer noch nicht vollständig entschieden. Vorgesehen ist eine Randbebauung des Tempelhofer Feldes mit neuen Wohnungen. Nach der Vorlage von Stadtentwicklungssenator Müller könnten dort bis zu 5.000 neuen Wohnungen entstehen. Gegen die Randbebauung regt sich jedoch Widerstand, der bei solchen Projekten auch zu erwarten ist. Naturschützer möchten am liebsten das ganze Gelände unbebaut lassen.

Gebet:

  • Weisheit für die Planungen zur Nachnutzung des Tempelhofer Feldes
  • Dass es gelingt die verschiedenen Interessensgruppen so einzubeziehen, dass die Planungen dadurch bereichert und verbessert werden können

Obama in Berlin

Am 18. und 19. Juni 2013 wird der US-Präsident Barack Obama Berlin besuchen. Es ist sein erster Besuch als Präsident in der deutschen Hauptstadt. In Jahr 2008, als er an der Siegessäule vor 200.000 begeisterten Menschen eine Rede hielt, war er noch Präsidentschaftskandidat.

Sein Besuch im Juni 2013 fällt fast mit dem 50. Jahrestag von John F. Kennedys berühmtem Berlinbesuch zusammen. Am 26. Juni 1963 sagte er in seiner Rede in Westberlin den berühmten Satz „Ich bin ein Berliner“. Damit stellte sich der damalige US-Präsident ermutigend zu einer geteilten Stadt in einem geteilten Land, die ins Fadenkreuz des Kalten Krieges geraten war. Der Besuch Obamas erinnert an diese langjährige Partnerschaft und Unterstützung Berlins durch die Amerikaner, dient aber vorrangig den Konsultationen über die aktuelle politische Lage, etwa den Syrien-Konflikt. Für den Besuch gilt die höchste Sicherheitsstufe.

Gebet:

  • Schutz für den Präsidenten und seine Delegation, Weisheit für Polizei und Sicherheitsdienste
  • Dass die Begegnung zur Festigung der Beziehungen dient und greifbare Ergebnisse hat

Schwabenhass

Es klingt wie ein Witz, ist aber leider Ernst: Im Stadtteil Prenzlauer Berg wurden Slogans „Schwaben raus“ an Mauern gesprüht. Da das kein Einzelfall ist und auch in den Medien aufgenommen wurde, wollen wir es als Gebetsanliegen kommunizieren. Menschen schwäbischer Herkunft fürchten sich schon, dies an bestimmten Orten zu offenbaren. Eine Erklärung wäre, dass einige sozial Benachteiligte, evtl. auch politisch Radikalisierte, ihren Hass auf die Nutznießer der Luxussanierung von Häusern (Gentrifizierung) undifferenziert auf Schwaben fokussieren.

Gebet:

  • friedliches Nebeneinander verschiedener Lebensstile und Einkommensklassen
  • Beruhigung der Lage durch forcierten Bau günstigen Wohnraums

Christopher Street Day

Am 22.6.2013 findet der Christopher Street Day (CSD) in Berlin statt. Er wird in weiten Teilen der Öffentlichkeit als fröhliche bunte Parade der Schwulen und Lesben wahrgenommen. Die Ziele des CSD sind jedoch primär politisch. Dazu gehören z.B. die Auflösung des traditionellen Bildes von Mann und Frau. Im Forderungskatalog des CSD steht unter anderem: Die starren Definitionen von „Mann“ und „Frau“ sind in einer gleichberechtigen Gesellschaft völlig überflüssig. Die juristische, gutachterliche und gerichtliche Einordnung in eine bestimmte Schublade erzeugen nur Fremdbestimmung, Zwänge und Abhängigkeiten.“ – Oder weiter: „Wir fordern die Öffnung der Ehe für alle und die rechtliche Gleichstellung und Absicherung von Regenbogenfamilien!“ – Wir fordern die Trennung von Kirche und Staat!“

Es gibt viele Menschen, die diesen Forderungen kritisch gegenüberstehen und z.B. die weitere Auflösung der geschlechtlichen Identität von Mann und Frau gesellschaftlich für nicht förderlich halten.

Wer solches öffentlich zu äußern wagt, wird häufig angegriffen und schnell als „homophob“ klassifiziert. Es wirkt so, als ob eine Minderheit ihre Sichtweise der Dinge der Mehrheit aufzwingen will. (Quelle: csd-berlin.de)

Gebet:

  • Dass die Presse deutlich macht, dass es sich bei den Forderungen des CSD um Forderungen einer Minderheit handelt und dass auch kritische Stimmen zu Wort kommen
  • Weisheit der Politiker zu erkennen, welche Auswirkungen die Erfüllung der Forderungen des CSD haben würden und ob das gewollt ist
  • Ehrlicher, offener Diskurs darüber, was für die Gesamtgesellschaft gut ist

Dran bleiben: Flughafen BER

Die Diskussion um die richtigen Wege zur Beschleunigung der Eröffnung des Flughafens geht weiter. Der neue Chef Hartmut Mehdorn macht unkonventionelle Vorschläge, die beim Aufsichtsrat nicht immer Zustimmung finden. Die Gesellschafter Berlin, Brandenburg und der Bund sind sich nicht immer einig.

Die Kosten steigen weiter. Lasst uns um Bewahrung vor weiterem Schaden bei Finanzen und Image beten und um Berufung der richtigen Fachleute.

Termine

  • 12.06., 18:00, Politisches Stadtgebet, vor dem Roten Rathaus oder evtl. im Rathaus
  • 21./22.06. BURN und Gebet aus Anlass des Christopher Street Day (Details auf Anfrage)