Herunterladen als PDF: [Gebet für Berlin – Mai 2013]

Good News: Nazikneipe geschlossen

In der Nähe der Brückenstraße im Berliner Bezirk Niederschöneweide gibt es diverse Einrichtungen von Rechten, etliche Neonazis wohnen auch dort. Kürzlich hat der Eigentümer dem bekannten Rechten-Treffpunkt »Zum Henker« fristlos gekündigt. Laut Verfassungsschutz war die Kneipe ein Kristallisationspunkt der rechtsextremistischen Szene Berlins.

In der Vergangenheit hatte das Bezirksamt die Besitzer mehrfach zur Kündigung aufgefordert: Eine Kneipe, in der Gäste, die sich dorthin verirrt hätten, mit Hitler-Gruß empfangen würden, dürfe nicht geduldet werden. Außerdem gab es regelmäßig Strafverfahren gegen den Besitzer und Gäste.

Die Kündigung der Kneipe ist ein Schritt in die richtige Richtung. Schöneweide ist aber nach wie vor ein Kristallisationspunkt für die Rechten. (Quelle: Berliner Zeitung)

Gebet:

  • Am Mittag des 1. Mai findet genau dort eine Neonazi-Demo statt. Christen beteiligen sich an den Gegenprotesten und reagieren mit Gebet.

Good News: Berliner DIHK-Präsident

Eric Schweitzer, 47 Jahre alt und Chef des Berliner Entsorgungsunternehmen Alba, wurde zum neuen Präsidenten des Deutschen Industrie-und Handelskammertages gewählt. Die IHK ist eine der wichtigsten Interessenvertretungen der deutschen Wirtschaft. 3,6 Millionen Mitgliedsunternehmen vom kleinen Kioskbesitzer bis zum großen Automobilhersteller, werden durch die IHK vertreten.

Mit Eric Schweitzer wird ein erfolgreicher Berliner Unternehmer ehrenamtlich erster Repräsentant der deutschen Wirtschaft gegenüber der Bundesregierung, den Ländern, den Parteien und der Öffentlichkeit. Es gibt keinen höheren Funktionärsposten in Deutschland.

Dass ein Berliner eine Spitzenposition in diesem bedeutsamen Wirtschaftsverband übernimmt, weist auch darauf hin, dass der Wirtschaftsstandort Berlin an Bedeutung immer mehr zunimmt.

Gebet:

  • Für Eric Schweitzer, dass er bei aller Interessenvertretung das Gemeinwohl immer mit bedenkt
  • Für eine guten Zusammenarbeit zwischen Politik und Unternehmern, die möglichst viele Arbeitsplätze schafft

Katholische Kirche vor Strukturreform

Rainer Maria Kardinal Woelki

Foto: gemeinfrei von WikiCommons

Erzbischof Rainer Maria Woelki steht vor einer großen Herausforderung: Wegen des demographischen Wandels muss ein grundlegender Strukturwandel in den Gemeinden von Berlin, Brandenburg und Vorpommern eingeleitet werden. Das soll aber nicht durch Verordnung von oben geschehen, sondern durch die aktive Mitarbeit der Gläubigen.

Das Erzbistum Berlin ist flächenmäßig das zweitgrößte Bistum Deutschlands. Von den 396.000 Katholiken des Bistums wohnen 317.000 in Berlin (54.000 im Ostteil und 263.000 im Westteil der Stadt). Gibt es jetzt noch insgesamt 105 Pfarrgemeinden, sollen es bis 2020 nur noch 30 sein. Wie kann Gemeinde bestehen in der säkularisierten Gesellschaft in Berlin, wo mit Abstand die meisten Gläubigen leben? Wie kann eine Reform gelingen, die Gemeinde nicht zerstört, sondern sie fördert?

Diese und andere Fragen gilt es bis 2020 zu lösen. (Quelle: Berliner Zeitung)

Gebet:

  • Dass die Gemeinden vor Ort Modelle entwickeln, mit denen sie diese Stadt positiv prägen und verändern können
  • Dass der Spardruck als Chance zur geistlichen Erneuerung von innen begriffen wird
  • Weisheit und Kraft für Markus Weber, der beauftragt ist, die Strukturreform anzuschieben und zu begleiten

Mietenbegrenzung

Im September 2012 hat der Senat ein Bündnis für bezahlbare Mieten in Berlin beschlossen, zusammen mit den sechs städtischen Wohnungsbaugesellschaften. Seitdem findet eine lebhafte Diskussion mit unterschiedlichen Vorschlägen statt: Wie kann man die (von einem früher recht niedrigen Niveau ausgehend) stark steigenden Mieten bei neu zu erstellenden Wohnungen begrenzen und sie so auch für Menschen mit geringerem Einkommen bezahlbar halten?

Der Senator für Stadtentwicklung, Michael Müller (SPD), schlägt einen »revolvierenden Fonds« vor zur Förderung des Wohnungsbaus. Rund 60 Millionen Euro pro Jahr könnten nach ersten Überlegungen aus dem Haushalt aufgebracht werden, um damit jährlich rund 1.000 Wohnungen zu errichten. Dieses Geld würde den Bauträgern zinslos zur Verfügung gestellt werden und müsste innerhalb von rund 20 Jahren zurückgezahlt werden. Die zurückfließenden Fördermittel könnten wiederum als Subvention für den Bau weiterer Wohnungen ausgegeben werden.

Der Koalitionspartner CDU will bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum nicht nur auf staatliche Verantwortung und städtische Wohnungsbauförderung setzen. Die CDU will auch Investitionen privater Bau- und Wohnungsunternehmen fördern. Das sieht ein im April verabschiedeter Leitantrag der Fraktion vor. Wohnungsbaugesellschaften sollen rund 30.000 Wohnungen schaffen. Der Bau von zusätzlich 30.000 Wohnungen durch private Träger soll über Fonds gefördert werden. Durch den Kauf von Belegungsrechten soll bei 10.000 Wohnungen für sozial schwache Mieter die Mietpreisbindung gesichert werden. Zusätzliche 6.500 Wohnungen sollen nach den Vorstellungen der Union über Familiendarlehen gefördert werden. (Quelle: Der Tagesspiegel)

Bei einer jährlich um ca. 7% wachsenden Bevölkerung sind das existentielle Fragen für den sozialen Frieden der Stadt.

Gebet:

  • Schnelle Verständigung auf wirksame Maßnahmen zur Begrenzung von Mieten bei neuen Wohnungen
  • Ein sozial verträgliches Verhältnis zwischen Investitionsanreizen im Wohnungsbau und bezahlbaren Mieten für geringer Verdienende
  • Baldiger Start des Baus neuer Wohnungen

Wowereits Nachfolge regeln

Die Umfragewerte der SPD sinken seit dem Flughafendebakel und liegen klar unter dem Wahlergebnis von 2011, das mit 28,3 % auch kein starkes war. Die CDU liegt in Meinungsumfragen inzwischen klar vor den Sozialdemokraten. Klaus Wowereit ist in der Beliebtheits-Rangliste der Politiker auf den ganz hinteren Plätzen gelandet.

Eigentlich ist klar, dass er zur nächsten Wahl, die planmäßig im Jahre 2016 wäre, nicht mehr als Spitzenkandidat der SPD antreten könnte. Sein Imageverlust ist inzwischen so stark, dass man davon ausgeht, dass sich hinter den Kulissen in der SPD Nachfolger bereit machen. Zu erwarten ist, dass nach der Bundestagswahl die Nachfolgedebatte in der Berliner SPD auch öffentlich aufbricht. Höchste Zeit also, dafür zu beten!

Gebet:

  • Dass die Person erkannt wird und sich profilieren kann, die aus Gottes Sicht für die Nachfolge geeignet ist
  • Dass immer mehr Männer und Frauen, die sich an Gottes Maßstäben orientieren, in der Politik Aufstiegschancen bekommen und diese auch wahrnehmen
  • Dass es zu einem fairen Machtwechsel innerhalb der SPD kommt und Wowereit zum richtigen Zeitpunkt abtreten kann

»Kultur macht stark« auch in Berlin

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) startete eine Initiative für bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche. Durch außerschulische Angebote kultureller Bildung können diese sich in der Begegnung mit Kunst und Kultur in neuen Ausdrucksformen ausprobieren und werden in ihrer individuellen Entwicklung unterstützt. Im Herbst 2012 lief das erste Auswahlverfahren: Aus 163 Bewerbungen wurden 35 Bundesverbände und -initiativen der Kulturlandschaft Deutschlands ausgewählt. Über die nächsten fünf Jahre erhalten sie Fördermittel für Kooperationsprojekte im Rahmen von »Bündnisse für Bildung – Kultur macht stark«.

Im nächsten Schritt schlagen lokale Akteure (Vereine, Bibliotheken, Kindergärten, Chöre, Theatergruppen usw.) konkrete Projekte vor, die unter dem Dach der 35 Bundesverbände umgesetzt und finanziert werden. Derzeit laufen die Bewerbungen für die lokalen Bündnispartner.

Gerade in Berlin besteht ein riesiges Potenzial an Möglichkeiten bei gleichzeitig hoher Bildungsungleichheit und -armut. (www.buendnisse-fuer-bildung.de)

Gebet:

  • Dass sich Berliner Initiativen bewerben und ausgewählt werden, die Frucht tragen
  • Gute Zusammenarbeit, aufrichtige Motivation und Hingabe an die Berliner Kinder

Dran bleiben: Terrorgefahr

Die internationale Terrorgefahr ist wieder mehr ins Blickfeld geraten, seit in Boston vermutlich radikalisierte Muslime den Anschlag auf den Marathon verübten.

Lasst uns für Berlin beten, dass Gott auch weiterhin seine schützende Hand auf die Stadt legt, insbesondere auf Verkehrswege, Regierungseinrichtungen, jüdische Institutionen und Menschenansammlungen.

Termine

  • 30.4., 20 Uhr, bis 1.5., 24 Uhr: Anbetung non stop von BURN im Gebetskeller am Kottbusser Tor (Adalbertstr. 97 in der Passage hinter Rossmann); Einlass zu jeder vollen Stunde. Fürbitte-Blöcke für den Frieden am 1. Mai, 10 bis 12, 14 bis 16, 18 bis 20 Uhr.