Herunterladen als PDF: [Gebet für Berlin – Juli/August 2012]

Good News 1 – mehr Gebet für die Stadt

Das Gebet in Berlin nimmt zu, auch das Gebet für die Stadt. In den letzten zwei Jahren sind zwei weitere Gebetshäuser entstanden, ein weiteres ist im Entstehen. Ziel ist Gebet und Anbetung rund um die Uhr – in den unterschiedlichsten Formen. Das Politische Stadtgebet startete am 6.6.; über 20 Personen beteiligten sich an diesem Treffen im Berliner Roten Rathaus. Es soll in Abständen fortgesetzt werden. Am 24.6. zog eine Gebetswanderung quer durch die Stadt – als eine Etappe von „gemeinsam beten und bewegen“.

Good News 2 – viele neue Initiativen

Über 80 neue Initiativen sind in den letzten 10 Jahren in Berlin entstanden, die in irgendeiner Weise Kiezbezug haben oder sich gesellschaftlich einmischen. Darunter sind Gemeindegründungen, Cafés, Dienstgruppen, Gebetshäuser usw. Die meisten sind klein und als „Graswurzel-Initiativen“ zu bezeichnen und auch in christlichen Kreisen oft unbekannt. Aber es gibt sie – und das ist für das christliche Zeugnis in unserer Stadt ein großes Zeichen der Hoffnung!

Polizisten werden vermehrt angegriffen

Die Gewerkschaft der Polizei hat Alarm geschlagen, weil immer mehr Fälle bekannt werden, in denen Unbekannte die Radmuttern an Autos vom Polizeibeamten lösen, die ihre Fahrzeuge nachts in der Nähe ihrer Dienststelle parken. Seit Mai wurden auch mehrmals Einsatzwagen der Polizei angegriffen. Wenige Tage nach dem 1. Mai warfen Unbekannte Brandsätze auf die Rückbank eines Polizeiautos. Einige Tage vorher wurde die Hintertür eines Fahrzeugs aufgerissen und Reizgas aus einer Dose in den Innenraum geschüttet, so dass die Beamten Augenreizungen erlitten. Im Juni wurde ein Einsatzwagen des Zentralen Objektschutzes von Unbekannten mit Steinen beworfen. Ende Juni wurden bei einer Routinekontrolle einer Obdachlosengruppe die Polizisten mit Flaschen, Steinen und Eisenstangen attackiert. Immer wieder passiert es auch, dass die Polizei an der Festnahme von Personen gehindert wird, indem sich größere Menschengruppen mit der festzunehmenden Person solidarisieren.

Gebet:

  • Dank für die Arbeit der Polizei und ihren Einsatz
  • Bitte um Schutz für die Polizisten und Zunahme von Respekt

Rockerbanden in Berlin

Ende Mai ließ Innensenator Henkel das Charter Berlin City MC der Hells Angels mit Sitz im Bezirk Reinickendorf verbieten. Bundesweit wurden inzwischen mehrere Rockerbanden verboten. In Berlin war 2010 zwischen den zuvor verfeindeten Rockerbanden „Hells Angels“ und „Bandidos“ Frieden geschlossen worden, nachdem es bundesweit Tote gegeben hatte. Die Gewalt hörte deswegen nicht auf. Die Rockerbanden kämpfen um den Einfluss in der Türsteherszene. Was hinter den Türen geschieht ist das eigentliche Geschäft: Prostitution, Drogen, Waffen, Anabolika. Mitgliedern des jetzt geschlossenen Hells Angels Charters wird unter anderem versuchter Totschlag, ein Überfall auf einen Juwelier, besonders schwerer Landfriedensbruch sowie der Handel mit Rauschgift vorgeworfen. Mit der Schließung ist jedoch das Problem gewalttätiger Rockerbanden nicht erledigt. Denn es gibt andere Gruppen in der Stadt, in die die jetzt Verbotenen sich flüchten können. Für ein grundsätzliches Verbot beider Rockerbanden braucht es mehr gerichtsfeste Beweise.

Gebet:

  • Dank für das verfügte Verbot und das klare Stoppsignal gegen gewalttätige Rockerbanden
  • Bitte um Gottes Licht zur Aufdeckung noch verborgener krimineller Aktivitäten
  • Entdecken von klaren Beweismitteln, die weitere Verbote ermöglichen

Zuzug von Roma nach Berlin

Rumänien und Bulgarien sind 2007 der EU beigetreten. Inzwischen gibt es eine größere Zuzugswelle von Roma aus diesen Ländern nach Deutschland und besonders auch Berlin. Da sie jedoch keine Arbeitserlaubnis bekommen, nutzen sie eine andere Möglichkeit: Osteuropäer dürfen selbstständig arbeiten. Und Selbstständige können Sozialleistungen beantragen, wenn ihre Einkünfte nicht reichen Deshalb häufen sich in einigen Häusern in Neukölln Gewerbeanmeldungen, wovon die wenigsten dieses Gewerbe überhaupt ausüben können. 2.400 Anmeldungen von Rumänen und Bulgaren gab es im März allein in Neukölln. In diesem Bezirk hat die katholische Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft herunter gekommene Gebäude, in denen viele Roma wohnten, im Sommer 2011 gekauft. Dort wird nun ein Modellprojekt mit gläubigen Roma gestartet. Ein ganzes Dorf ist dabei, umzuziehen. Projektleiter Marx bemüht sich nach allen Kräften, die Bewohner ein Stück näher an die Gesellschaft heranzuführen. Schulen im Bezirk Neukölln und auch in Reinickendorf sind allerdings mit dem ständig steigenden Zustrom von Roma-Kindern überfordert. Etliche Kinder waren vorher noch nie auf einer Schule, sprechen kein Deutsch und lassen sich nicht einfach in eine normale Klasse integrieren. Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) hat dieses Problem erkannt. Sprach-und Kulturmittler sind nötig, extra Lerngruppen müssen aufgemacht werden, Feriensprachkurse werden angeboten. Schneller als die Hilfsangebote steigt jedoch der Zustrom von Kindern an die Schulen. Bald soll eine Arbeitsgruppe aus den betroffenen Bezirken (u.a. Mitte, Neukölln, Tempelhof-Schöneberg) und Senatsverwaltungen zusammentreten, um ein Konzept für die Schulen zu entwickeln.

Gebet:

  • dass schnell ein Konzept entwickelt wird, um Schulen bei der Eingliederung der Roma-Kinder nachhaltig zu unterstützen
  • Dank und Segen für die Initiative der katholischen Wohnungsgesellschaft
  • Dass echte Arbeitsmöglichkeiten statt Harz IV-Abhängigkeiten geschaffen werden

Teilen und Teilhabe – die Kulturloge

Bildquelle: Kulturloge BerlinDie Kulturloge in Berlin, die seit Anfang 2010 besteht, lebt ein Stück soziale Gerechtigkeit in Berlin: Sie vermittelt Tickets, die Kulturveranstalter nicht mehr verkaufen können, an bedürftige und einkommensschwache Menschen. Damit ermöglicht sie Menschen, die durch ihre Einkommenssituation oft ausgegrenzt und zurückgezogen leben, gesellschaftliche Teilhabe durch Zugang zu Kunst und Kultur. Ein 60-köpfiges Team von Ehrenamtlichen informiert an Lebensmittel-Ausgabestellen der Berliner Tafel über das Angebot. Gäste können sich anmelden und werden dann persönlich angerufen und eingeladen, wenn ein passendes Angebot für sie vorliegt. Sie fühlen sich erwünscht und werden ermutigt. Ein Konzept, das auf hohe Resonanz stößt und sehr erfolgreich funktioniert, wie auch eine wissenschaftliche Studie nachgewiesen hat. Kultur als Nahrung für die Seele, aber auch als Möglichkeit der sozialen Teilhabe erreicht Menschen am Rand der Gesellschaft. Allerdings beteiligen sich bislang recht wenige Kirchen als Partner; sie könnten ein Zeichen setzen und noch tiefere Bedürfnisse stillen. Dieses Konzept soll nun ausgeweitet werden auf Migranten sowie die Vermittlung von deren Kultur: In einer zweijährigen Phase fördert die Bundesregierung die Internationalisierung der Berliner Kulturloge, um ihre Reichweite zu vergrößern. www.berlin-kulturloge.de

Gebet:

  • Dank für die Idee und glückende Arbeit der Kulturloge, Menschen abzuholen, einzubeziehen und Wert zu vermitteln
  • Bitte um gelingende Ausweitung des Projekts auf die Vermittlung von Migranten
  • Mehr Engagement der Kirchen im Projekt, die noch weit mehr „Seelennahrung“ zu bieten haben

Urlaub und Erholung

Untersuchungen zu Folge sind viele Arbeitnehmer vom Burnout bedroht. Hauptgründe sind Arbeitsüberlastung einerseits und schlechte Führungsqualitäten der Vorgesetzten andererseits. Viele Arbeitnehmer haben innerlich gekündigt, sind nicht mehr mit Engagement und Leidenschaft bei der Sache. Andere, die keine Alternativen sehen, rutschen immer weiter in Depression und Burnout. Die Urlaubszeit ist eine gute Möglichkeit, Abstand zu gewinnen, neue Kräfte zu tanken, aber auch nach konstruktiven Möglichkeiten der Veränderung Ausschau zu halten – sowohl für Angestellte als auch für ihre Vorgesetzten.

Gebet:

  • Dank für die vielen Urlaubstage, die Arbeitnehmer hierzulande haben
  • Bitte um echte Erholung für die, die am Rande ihrer Kräfte sind – und gute Ideen für nachhaltige Verbesserung der Situation
  • Schöne Ferientage auch für diejenigen, die es sich nicht leisten können wegzufahren

Termine

  • 4.7., 18 Uhr, informelles Gebet vor dem Berliner Roten Rathaus
  • 4., 6., 13. August, Summer of Service: Einsatz auf dem Alexanderplatz mit Jugend mit einer Mission, mehr unter http://tinyurl.com/7lmsv5c
  • Ausblick: 3.10., „danken-feiern-beten“, ökumenischer Dankweg für 22 Jahre deutsche Einheit


Hinweis:
Diese Ausgabe ist eine Doppelnummer. Bitte nehmt sie im Juli und August als Inspiration zum Gebet. Die nächste Gebetsmail gibt es Anfang September.