Herunterladen als PDF: [Gebet für Berlin – Oktober 2011]

Good News: Anschlag verhindert

Am 8. September wurden in Berlin zwei Männer mit islamistischem Hintergrund festgenommen, die sich größere Mengen von Material, das zur Herstellung von Sprengstoff geeignet ist, besorgt hatten. Die Ermittlungen zu der Frage, was genau geplant war, laufen noch. Doch es ist sehr wahrscheinlich, dass das Material genutzt werden sollte, um Menschen Schaden zuzufügen.

In der Gebetsmail rufen wir immer wieder zum Gebet dafür auf, dass geplante Anschläge schon im Vorfeld aufgedeckt werden. Wir werten die Festnahme der mutmaßlichen Anschlag-Planer deshalb auch als Gebetserhörung.

Gebet:

  • Dank für die Aufdeckung des geplanten Anschlags.

Zunehmende Terrorgefahr durch Salafisten

Die im September in Berlin verhafteten Männer, die im Verdacht standen, einen Bombenanschlag vorbereitet zu haben, werden der radikal-islamischen Strömung der Salafisten zugerechnet. Der Verfassungsschutz beobachtet mit Sorge, wie diese Bewegung, die sich als alleiniger Vertreter des »wahren Islams« versteht, stark wächst. Die Salafisten missionieren offensiv auf einer eigenen Internetseite und bei öffentlichen Veranstaltungen. Besonders junge Leute werden von der Lehre, die zu einem radikal islamischen Lebenswandel herausfordert, stark angezogen. Etliche Jugendliche, die zuvor Drogen konsumiert hatten oder kriminell waren, sehen im Befolgen eines sehr strengen Islam einen neuen Lebensinhalt.

Ein auf diese Weise zum Islam bekehrter Berliner Rapper gibt nun CDs mit islamistischen Kampfliedern heraus, in denen er zum gewaltsamen Dschihad (Krieg gegen Ungläubige) aufruft. Auf einem CD Cover lässt er die Dschihad-Fahne über dem Brandenburger Tor wehen. Seine Bekanntheit als ehemaliger Rapper wirkt als Türöffner, um Jugendliche für den radikalen Islam zu gewinnen.

Der Schritt vom radikalen Islam zum Terrorismus ist nicht weit. Es wächst damit die Gefahr, dass jungen Menschen für den Terrorismus rekrutiert werden.

Gebet:

  • weiteres Gelingen für die Arbeit der Verfassungsschützer – Wachsamkeit der Bürger
  • dass politische Wege gefunden werden, um den Einfluss radikaler Prediger zu beschneiden
  • Schutz für Jugendliche vor islamistischer Verführung – Errettung durch Jesus

X in checkbox (sxc.hu)Einzug der Piratenpartei – eine Überraschung

Der unerwartete Einzug der Piratenpartei ins Berliner Abgeordnetenhaus sendet ein klares Signal an die etablierten Parteien. Die Piraten bekamen 8,9% der Stimmen und haben somit 15 Sitze im Abgeordnetenhaus. Das geschah vor allem durch Wählerwanderung aus allen Parteien, aber auch durch den Zugewinn von 23.000 ehemaligen Nichtwählern.

Die Piraten sind mit radikalen Freiheitsforderungen angetreten. Dazu gehören kostenloser Nahverkehr, freies unkontrolliertes Internet, selbstbestimmte Zuordnung zu einem Geschlecht und bedingungsloses Grundeinkommen. Attraktiv für Wähler scheint die Radikalität zu sein, mit der sie einen alternativen Politikstil einfordern, der mehr Transparenz, Mitbestimmung und Bürgernähe fördert.

Intern praktiziert die Partei direkte Demokratie und Meinungsbildung zum Beispiel durch »liquid feedback«, eine freie Software zur interaktiven politischen Entscheidungsfindung (www.lqfb.piratenpartei.de). Auf dem Fraktions-Blog der Piraten sind konsequent sämtliche Protokolle und Prozesse der Fraktion einsehbar (www.piratenfraktion-berlin.de).

Ihr Einzug ins Abgeordnetenhaus ruft nicht nur bei jungen Menschen neues Politikinteresse hervor. Das ist eine Chance für die Demokratie. Die Piraten sind politisch noch unerfahren, gewinnen Sympathie durch ihren ungewohnt ehrlichen, bescheidenen Umgang mit ihrem Unwissen und mit kreativen Lösungsansätzen. Als »politische Anfänger« kommen sie doch eher unvorbereitet in große Verantwortung. Im Abgeordnetenhaus werden durch die »chaotische« Unkonventionalität der Piraten althergebrachte Muster hinterfragt. Etablierte Parteien müssen sich einer ehrlichen Bestandsaufnahme stellen.

Gebet:

  • Kraft und Schutz für die meist jungen Leute, dem Druck von Presse, Politikbetrieb und neuer Verantwortung standzuhalten
  • Abnahme der Gesellschaft zerstörenden Tendenzen und Zunahme der Demokratie stärkenden Tendenzen bei den Piraten
  • Dass die Piraten einen guten Beitrag zu echter Demokratie leisten können – Lernbereitschaft und Einsicht der etablierten Parteien, wie sie selber zu mehr Transparenz in der Politik beitragen können

Koalitionsverhandlungen

Obwohl die SPD mit der CDU eine weitaus stabilere Mehrheit im Abgeordnetenhaus hätte, entschied sich der Fraktionsvorstand der SPD, Koalitionsverhandlungen mit den Grünen aufzunehmen. Rot-Grün hätte allerdings nur eine Stimme Mehrheit im Abgeordnetenhaus.

Das ist bei einer Regierungszeit von fünf Jahren äußerst knapp. Ob die Koalitionsverhandlungen zu einem Ergebnis geführt werden können, ist bei Redaktionsschluss noch nicht ausgemacht. Der weitere Ausbau der Autobahn 100 nach Treptow galt als Hauptstreitpunkt, wurde jetzt aber durch einen »windelweichen Kompromiss« (B.Z.) entschärft.

Gebet:

  • eine Koalition nach Gottes Willen, die arbeits- und regierungsfähig ist
  • das bei den Koalitionsverhandlungen gegensätzliche Positionen ehrlich benannt werden und keine halbwahren Kompromisse geschlossen werden
  • dass erkannt wird, welches die effektivsten Lösungen für die Probleme unserer Stadt sind und wie sie umgesetzt werden können.

Schulhelfer

Berlin ist verpflichtet, die UN-Konvention der Inklusion (Einbeziehung) behinderter Kinder an Regelschulen umzusetzen. Die Stadt muss jedem behinderten Kind, auch dem schwerstbehinderten, einen Platz an einer Regelschule anbieten.

Autistische, körperlich oder geistig behinderte Kinder brauchen jedoch individuelle persönliche Unterstützung, damit sie eine Regelschule besuchen können. Diese soll durch Schulhelfer als Einzelfallhelfer sichergestellt werden.

Die Bildungsverwaltung hat die Mittel für Schulhelfer bei 8,7 Millionen Euro pro Schuljahr pauschal gedeckelt – das reicht nicht für alle. Die Bildungsverwaltung hat Schulen pauschal Schulhelfer-Stunden zugewiesenen, die sich jedoch überhaupt nicht ausreichend am individuellen Bedarf der jeweiligen Kinder orientieren. Viele Schulen haben nur einen Bruchteil der beantragten und benötigten Schulhelferstunden bewilligt bekommen.

Ebenso wie für die Eltern bedeutet es für auch für die Lehrkraft einer Regelschulklasse eine Zumutung, wenn sie behinderte Kinder mit integrieren soll, aber keine zusätzliche Unterstützung erfährt. Immer mehr Eltern ziehen vor Gericht, um zusätzliche Schulhelfer einzuklagen – Eltern, die ohnehin mit der Pflege ihrer Kinder schon sehr belastet sind.

Gebet:

  • dass der Bedarf an Schulhelfern nicht pauschal sondern nach der einzelnen Bedürftigkeit ermittelt wird
  • Unterstützung für Eltern, die behinderte Kinder haben
  • dass die Integration von behinderten Kindern in Regelschulen nicht nur gefordert, sondern auch politisch tatkräftig unterstützt wird

Literaturfestival Berlin

Vom 7. bis 17. September fand zum 11. Mal das internationale Literaturfestival Berlin (ilb) statt – das größte Literaturfestival Europas. Und das trotz finanzieller Unsicherheiten. In Lesungen, Diskussionen und Reflektionen luden Autoren und Vertreter der internationalen Literatur ein zu einer wortgewandten Horizonterweiterung für globale Zusammenhänge und nationale Gegebenheiten.

Die Leistung der Kunst, hier der Literatur, besteht oft darin, große Themen in greifbare Sprache zu übertragen und in ansprechender, künstlerisch-ästhetischer Form erfahrbar zu machen. So wurde in Berlin erneut eine wertvolle Plattform für Menschen verschiedenster Kulturen und Nationalitäten geschaffen, die die Öffentlichkeit in aktuelle politische Auseinandersetzungen und kulturelle Werthaltungen einbezog.

Die Veranstalter des ilb setzten in diesem Jahr den Schwerpunkt auf den Kulturraum Asien-Pazifik, dessen Autoren brisante, und in ihren Ländern noch immer verdrängte, Themen aufgriffen, wie die Boatpeople aus Vietnam, die Herrschaft der Roten Khmer in Kambodscha, Folter in China oder religiöser Fanatismus in Indien und eine ungewöhnlich starke politische Auseinandersetzung.

Gebet:

  • Dank für internationalen Austausch und die kulturübergreifende Verbindung durch Kunst, ungeachtet offizieller politischer Beziehungen
  • Dank für Kunst und Künstler, die aufrütteln, konfrontieren und das Schweigen brechen und für den Mut der Berliner Kuratoren zu politischem Dialog
  • Bitte um Stabilisierung der jährlich wackligen Finanzierung durch Sponsoren oder andere kreative Lösungen

Termine

DANKEN, FEIERN und BETEN – 21 Jahre deutsche Einheit – interkulturell und ökumenisch
3. Oktober 2011, 15 bis 18:30 Uhr

15:00 – DANKEN und BETEN

St-Sebastian-Kirche, Feldstr.4, 13355 Berlin-Wedding

17:00 – FEIERN und Begegnen

Christus-Kirche, Anklamer Str. 31, 10345 Berlin-Mitte
U-Bahn Bernauer Straße

 

Lehr- und Gebetkonferenz für Israel

4. November, 15 Uhr bis 5. November, 21 Uhr

Thema: Deutschland auf dem Weg in das Tal der Entscheidung.

Veranstalter: Christen an der Seite Israels

Ort: Gemeinde auf dem Weg (gadw.org)

 

9.-16.10.: Aktionswoche der Micha-Initiative Berlin: http://www.micha-initiative.de/mitmachen/reichtfasten