Herunterladen als PDF: [Gebet für Berlin – April 2011]

Good News – Gebetshaus

Es bewegt sich was in unserer Stadt! Ende 2009 bekamen einige Christen die Vision von einem überkonfessionellen 24-Stunden-Gebetshaus in Berlin. Es sollte ein Ort sein, an dem Gott rund um die Uhr an jedem Tag im Jahr angebetet wird. In einem Gebetshaus, das gemeindeunabhängig ist, um die Einheit in Berlin zu stärken. Gestartet wurde mit einem kleinen Team von jungen Leuten ohne Erfahrung in diesem Bereich. Sie erleben, wie Gott die einzelnen Puzzlestücke zusammensetzt und das Team auch mit anderen Menschen mit der gleichen Vision in Verbindung brachte.

Nun ist es soweit, dass seit dem 1. März ein ca. 100m²-Raum in der Nähe des Hauptbahnhofs in der Heidestraße bezogen werden konnte. Das Team freut sich über Gebet und Unterstützung – auch bei der Ausstattung des Raumes mit der nötigen Einrichtung. Für weitere Informationen kann man auf die Internet-Seite schauen: [www.rundumdieuhr.org]. Oder das Team unter info@rundumdieuhr.org anschreiben.

Berlin und Bioprodukte

Nirgends sonst in Deutschland gibt es mehr Bio-Bauern als in Brandenburg. Ihr Anteil am Agrarland beträgt 11,5%. Und an wohl keinem anderen Ort in Deutschland ist der Bedarf an Bio-Nahrungsmitteln so hoch wie in Berlin.

Eigentlich wäre das perfekt, wenn da nicht Lücken in der Versorgungskette wären. Die Bio-Restaurants haben nicht die Zeit, bei Dutzenden von Bauern einzukaufen – und der Zwischenhandel fehlt besonders in der Gastronomie. Die Bauern wiederum beklagen, dass die Restaurants zu wenig saisonal kochen. Tomaten zu jeder Jahreszeit – das klappt in Brandenburg nicht. Für Umwelt und Menschen wäre es gut, wenn hier effiziente Lösungen gefunden würden.

Gebet

  • Kreative und effiziente unternehmerische Lösungen für die logistischen Probleme
  • Mehr Bereitschaft, saisonale Produkte zu essen
  • Ausbau des Bio-Sektors und Schaffung von neuen Arbeitsplätzen

Papstbesuch in Berlin

Am 22. September wird Papst Benedikt XVI. nach Berlin kommen. Er ist vom Bundespräsidenten eingeladen worden. Es ist vorgesehen, dass der Papst vormittags eine Rede im Bundestag hält und am Nachmittag eine Messe in der Stadt feiert. Die Vorbereitungen für den Besuch laufen schon jetzt intensiv. Für die Messe ist im Moment der Vorplatz des Charlottenburger Schlosses im Gespräch, aber auch das Olympiastadion käme noch infrage. Viele, auch evangelische Christen erhoffen sich ein deutliches Zeichen des Papstes für die Einheit der Gläubigen, gerade im stark entchristlichten Osten Deutschlands. In Berlin leben 320.000 Katholiken, 20 % davon sind nicht-deutscher Herkunft.

Der Lesben- und Schwulenverband plant auffällige Protestaktionen gegen die Haltung der katholischen Kirche zu sexuellen Fragen im Bereich Verhütung, Abtreibung und Homosexualität.

Gebet:

  • für die katholischen Christen in der Stadt
  • für ein starkes ökumenisches Zeugnis des Glaubens durch den Papstbesuch
  • keine aggressive Konfrontation zwischen Gläubigen und Protestierenden

Polizeipräsident gesucht

Polizeipräsident Dieter Glietsch scheidet am 31. Mai aus dem Amt und geht in Pension. Ein geeigneter Nachfolger wird gesucht. Im Moment gibt es mehrere Bewerber um das Amt. Innensenator Körting will im April über die Bewerbungen entscheiden. Unter dem noch amtierenden Polizeipräsidenten hat sich die Sicherheitslage in Berlin deutlich verbessert. Besonders erfolgreich war er im Umgang mit der autonomen Szene. Neue Polizeitaktiken trugen wesentlich zur Beruhigung bei. Sein Nachfolger tritt ein herausforderndes Amt an.

Gebet:

  • Um Berufung desjenigen, der aus Gottes Sicht für dieses Amt am besten geeignet ist
  • Dank für den scheidenden Polizeipräsidenten und seine geleistete Arbeit

Wohnungspreise steigen

Der Druck auf den Wohnungsmarkt in Berlin steigt. Seit dem Jahr 2000 wurden 165.000 Haushalte gegründet aber nur gut 40.000 neue Wohnungen gebaut. Deshalb steigen die Mieten in der Stadt. Dies geht aus dem Wohnungsmarktbericht 2010 hervor, den die landeseigene Investitionsbank Berlin am Dienstag vorgestellt hat. »Wer umzieht, hat verloren«, sagte die Verfasserin der Studie Annamaria Schwedt. »Denn die große Nachfrage ermöglicht es Hauseigentümern bei der Neuvermietung von Wohnungen viel höhere Preise zu verlangen als im Bestand sonst üblich.« (Der Tagesspiegel 02.03.11)

Das Angebot an günstigen Wohnungen für unter sechs Euro pro Quadratmeter und Monat (Kaltmiete) schrumpft. Den stark steigenden Mieten stehen stagnierende Haushaltsnettoeinkommen gegenüber. Diese Zahlen werfen ein Licht auf den »Gentrifizierung« genannten Vorgang, der keineswegs nur linke Propaganda ist, sondern ein echtes Problem darstellt: Altmieter, Studierende und Geringverdiener werden aus sanierten Häusern und daher wesentlich teureren Wohnungen verdrängt.

Das ist zwar ein bei uns erlaubter marktwirtschaftlicher Vorgang, den der Staat kaum steuern kann, aber er gefährdet den sozialen Frieden – und braucht deshalb Gebet.

Gebet

  • Behutsame und sozial verträgliche Steuerung des Wohnungsmarktes durch den Senat
  • Günstige Alternativen für angemessenen Wohnraum auch für niedrige Einkommen
  • Wahrung des sozialen Friedens

Für einen friedlichen 1. Mai

Seit dem Jahr 2004 gibt es ein kontinuierliches Bemühen von Christen um einen friedlichen 1. Mai. Sowohl der öffentliche Gebetsgottesdienst, der meist auf dem Mariannenplatz stattfindet wie auch die Gebete vieler Christen im Vorfeld sowie am 1. Mai vor Ort sind konkreter Ausdruck davon. Im letzten Jahr fanden die Gebete eine deutlich sichtbare Erhörung. Es kam zu nicht zu einem größeren Gewaltausbruch, der von vielen befürchtet worden war.

Auch in diesem Jahr sind wieder ein öffentlicher Gottesdienst und ein Gebetseinsatz geplant. Im Gegensatz zum Vorjahr ist die autonome Szene nach außen nicht mehr mit kontinuierlichen Gewalttaten (Fahrzeugbrände) aufgefallen. Dennoch ist viel Wut im Untergrund vorhanden. Besonders das Thema »Gentrifizierung« (siehe voriger Beitrag) beschäftigt viele Menschen in Kreuzberg stark. Der Tourismusboom verändert den Wrangelkiez. Läden des täglichen Bedarfs müssen schicken Restaurants oder Boutiquen weichen.

Es formiert sich Widerstand gegen eine Überflutung durch Touristen, die Kreuzberg mit seiner alternativen Szene in ihrem Touristenführer angepriesen finden. Linksautonome planen außer den üblichen Aufzügen in Kreuzberg am Vorabend des 1. Mai eine Demo am Rosenthaler Platz in Berlin-Mitte.

Dieses Jahr soll es am 1.Mai keine rechtsextreme Demonstration in Berlin geben.

Gebet:

  • Gelingen für alle, die sich für das Wohlergehen der Stadt am 1. Mai und ihren Frieden einsetzen
  • Lösung für die konkreten Probleme in Kreuzberg – besonders im Bereich der Gentrifizierung
  • dass die Polizei mit Umsicht und Augenmaß auf mögliche Provokationen am 1. Mai reagieren kann

Zwangsversteigerung des Tacheles

Am 4. April soll das Areal an der Oranienburger Straße in Berlin-Mitte, zu dem das unabhängige Kunstzentrum Tacheles gehört, zwangsversteigert werden. Eine der bedeutendsten Keimzellen zeitgenössischer Kunst in Berlin könnte damit vor dem Aus stehen.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit will sich gegenüber den neuen Investoren dafür stark machen, das denkmalgeschützte, als Kulturstandort ausgewiesene Areal als Ort künstlerischen Schaffens fortzuführen.

Das Tacheles ist mit seinen zahlreichen Ateliers, Produktions- und Werkstätten wichtiger Teil der Berliner kreativen und experimentellen Kunstgegenwart – und nicht zuletzt ein Besuchermagnet. Nachwuchskünstler werden gefördert. Mit Ausstellungen, Bühnenproduktionen, Konzerten usw. wird das Berliner Kulturleben belebt.

Gebet:

  • für die Fortführung des Kunstlabors Tacheles
  • Starkmachen des Senats für den Erhalt vergleichbarer nicht-institutioneller künstlerischer Keimzellen

Termine

  • Samstag, 2.April, 15:00 bis 18:00 Uhr: Seminar »Draußen beten« im Café Sehnsucht, Skalitzer Str. 133 am Kottbusser Tor, Anmeldung und Infos bei stresemann@gfberlin.de
  • Sonntag, 1.Mai, 11:45 Uhr: Open Air Gebets-Gottesdienst für einen friedlichen 1. Mai, Mariannenplatz, Kreuzberg
    Weitere Informationen zu den Gebetsaktionen auf unserer Sonderseite zum 1. Mai