PDF herunterladen: [Gebet für Berlin – Juni 2010]

Good News: 1. Mai weitgehend friedlich

Die besten Nachrichten sind manchmal die, die keine sind. Wenn nichts passiert, wird nichts berichtet. Im Vorfeld des 1. Mai waren von Polizei und Presse massive Ausschreitungen befürchtet worden. Doch es blieb – weitgehend – ruhig. Die Walpurgisnacht vom 30. April zum 1. Mai wurde als die ruhigste Walpurgisnacht seit Jahren bewertet. Am Rand der Demonstrationen von Rechtsradikalen kam es vereinzelt zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Gegendemonstranten. Die Demonstration der Rechten wurde nach nur 600 Metern abgebrochen.
Am Morgen des 1. Mai beteten etwa 500 Christen beim traditionellen 1. Mai Gottesdienst für den Frieden an diesem Tag. Ein Vertreter der Polizei forderte die Christen auf, sich das ganze Jahr über in ihren Kiezen aktiv einzusetzen – nicht nur am 1. Mai. Beim MyFest wurde bis in die Abendstunden friedlich und Störungsfrei gefeiert. Lediglich nach der  generell als gewaltbereit bekannten  »revolutionären 1. Mai Demo« kam es zu Rangeleien zwischen Demonstranten und der Polizei, die aber weit weniger gewaltsam ausfielen als im Vorjahr.
Gebet
  • Dank für den – weitgehend – friedlichen 1. Mai und für alle, die sich dafür eingesetzt haben.
  • Dass viele Menschen sich in ihren Kiezen dafür einsetzen, jungen Menschen eine Perspektive ohne Gewalt zu vermitteln.

Projekte der Hoffnung: Jonas Haus

Jonas Haus, eine ehemalige Streetworkerstation in Berlin-Staaken, hat 365 Tage im Jahr von 13:30 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet. An zwei Abenden pro Woche gibt es Jugendabende bis 21:00 Uhr. Das Jonas Haus bietet Mittagstisch, Hausaufgabenbetreuung, Nachhilfe, Freizeitangebote für Mädchen und Jungen von sechs bis 20 Jahren. Das Angebot soll den Jugendlichen, die oft ohne klare Werte aufwachsen, bewusst christliche und soziale Werte vermitteln. Die biblische Geschichte von Jonas wird immer wieder erzählt. Täglich gibt es auch ein Angebot für Kinder, mehr über den christlichen Glauben zu erfahren, das gerne angenommen wird.
Jonas Haus ist in einem sozialen Brennpunktgebiet gelegen und bringt auch durch viel praktische Hilfe Hoffnung in das Leben von Kindern. Eine große Freude ist es für alle, wenn Jugendliche, die an einem der angebotenen Bewerbungstrainings teilgenommen haben, einen Ausbildungsplatz finden. Das Projekt wird von Mitarbeitern der Landeskirchlichen Gemeinschaft Spandau tatkräftig unterstützt. Finanziert wird Jonas Haus über eine Stiftung.
Gebet:
  • Dank für alle konkret ausgedrückte Liebe Gottes – Segen für die Mitarbeiter, die sich bei Jonas Haus engagieren
  • Dass viele Kinder auf diesem Wege einen Zugang zum christlichen Glauben finden
  • Dass mehr christliche Gemeinden in Berlin das Projekt unterstützen

Rockerbanden bekämpfen sich

Nachdem immer häufigeren gewalttätigen Zusammenstößen von Banden in Berlin sucht die Politik nach Möglichkeiten, wie sie mit dem Problem umgehen soll.
Es gibt zwei verfeindeten Gruppen: die Hell’s Angels (ca. 150 Mitglieder) und die Bandidos (ca. 350 Mitglieder). Seitdem etliche Mitglieder der Bandidos zu den Hell’s Angles übergetreten sind, wird der Kampf äußerst brutal mit Schlägereien und Messerstechereien ausgetragen, bei dem es auch schon Tote gegeben hat. Mitglieder von Rockerbanden begreifen sich als ein Teil einer Bruderschaft – ein Austritt ist eigentlich nicht möglich.
Die Polizei versucht durch immer neue Kontrollen, Druck auf die Szene auszuüben. Viele Ermittlungsverfahren beziehen sich auf Rauschgiftdelikte, Erpressung und organisierte Kriminalität.
Da die Rockerbanden bundesweit organisiert sind, kann nicht ein Bundesland alleine ein Verbot aussprechen.
Gebet:
  • Dass Polizei und Politik Wege finden, wie sie den Frieden in der Stadt sichern können
  • Dass die Rockerbanden wirksam kontrolliert und in ihrem Einfluss zurückgedrängt werden
  • Dass Rocker mit dem Evangelium erreicht werden

Integrationsgesetz geplant

Berlin will Schrittmacher der Integrationspolitik werden und plant als erstes Bundesland ein Integrationsgesetz. Jeder vierte Berliner hat einen Migrationshintergrund, aber nur jeder zehnte ist auch im Landesdienst beschäftigt. Senatoren oder Staatssekretäre mit zum Beispiel türkischen Wurzeln gibt es nicht. Das Gesetz soll das verändern, indem es die Einstiegschancen für Migranten verbessert. Seit Monaten wird nun gestritten, wie man einen so umfangreichen Vorgang wie Integration in Paragrafen fassen kann.
Bis zur Sommerpause soll nun ein Entwurf vorliegen und im Herbst soll das Gesetz im Parlament besprochen werden. Einige Vorstellungen, die bisher bekannt wurden, sorgten bereits für viel Widerspruch.
So wird zum Beispiel beabsichtigt, dass die Anforderungen an die fachlichen Voraussetzungen für die Einstellung von Migranten gesenkt werden. Das würde zu einer klaren Bevorzugung von Migranten führen und für die qualifizierten einheimischen Bewerber würden künstliche Hürden aufgebaut.
Fraglich ist daher, ob solch ein Integrationsgesetz nicht eher neue Schwierigkeiten bereitet, als alte zu beseitigen.
Gebet:
  • Gottes Weisheit für die Planung eines Integrationsgesetzes
  • Dass solch ein Vorhaben keine neuen Ungerechtigkeiten schafft
  • Entdeckung anderer Möglichkeiten, wie Migranten geholfen werden kann, auch Positionen im Landesdienst einzunehmen

Berlin Modellregion für E-Mobile?

Die Bundesregierung will gerne die Entwicklung von elektronisch betriebenen Autos beschleunigen. Deutschland soll Technologieführer werden heißt es in einem »Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität«. In den nächsten zehn Jahren soll eine Millionen Elektroautos auf die Straßen gebracht werden. Der Berliner Senat will die Stadt zur Modellregion für Elektroautos machen.
Der Regierende Bürgermeister plant, auf dem heutigen Flughafen Tegel einen Technologiepark aufzubauen, wo Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen die Entwicklung des Elektroautos gemeinsam vorantreiben können.
In dem Konzept des Senats für »Modellstadt Elektromobilität in Europa« ist auch ein großer Feldversuch vorgesehen. Dafür sollen 50.000 bis 100.000 Fahrzeuge in Berlin zum Einsatz kommen.
Bislang ist noch nicht entschieden, ob es Berlin gelingen wird, die Unterstützung der Bundesregierung für diese Planungen als Modellregion zu erhalten.
Gebet:
  • Dass das Potenzial Berlins, neue Modelle hervorzubringen, die Einfluss in der ganzen Welt haben, für diese Entwicklung erkannt wird
  • Weisheit für alle, die an der Konzeption arbeiten
  • Dass es gelingt, neue Arbeitsplätze zu schaffen