Download als PDF: Gebet für Berlin – Mai 2010

Good News – weniger Arbeitslose

Die Arbeitslosigkeit in Berlin ist im März auf den niedrigsten Stand seit 1996 gefallen. Für die Menschen, die jetzt (wieder) Arbeit haben, bedeutet das neben dem Einkommen meist auch Sinn und Lebensfreude. Trotz der Erholung ist die Lage keineswegs entspannt.
Nach wie vor sind in Berlin etwa 241.000 Menschen als arbeitssuchend gemeldet. Das ist die zweithöchste Quote der Bundesländer.
Gebet
  • Dank für mehr Menschen in Beschäftigung
  • Erhalt von bisherigen und Schaffung von neuen Arbeitsplätzen
  • Kreative Ideen für neue Industrien und Unternehmen

Aktuell: Frieden am 30. April und 1. Mai

Berlin rüstet sich für das 1. Mai-Wochenende. Befürchtungen vor extremistischer Gewalt und Zusammenstößen zwischen Rechten und Linken machen die Runde. Das könnte schon am Abend des 30.4. beginnen. Bis zu 3.000 Neonazis, teils gewaltbereit, haben für den 1.5. einen Marsch durch den Stadtteil Prenzlauer Berg angemeldet. Nach den geltenden Bestimmungen kann er nicht verboten werden.
Gegendemonstranten (bis zu 10.000) aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen wollen das durch Blockaden verhindern.
Das Dilemma der Polizei: Verhindert sie Blockaden, droht linke Randale. Am Abend könnte besonders nach der traditionellen linken »Revolutionären 1.Mai-Demo« Gewalt entstehen. Allerdings läuft sie nicht durch das friedliche »Myfest«. Nach letzten Angaben stehen für diese Tage genügend oder mehr Polizisten als im Vorjahr bereit, so dass die befürchtete Unterbesetzung nicht eintritt.
Im Open-Air-Gottesdienst von Gemeinsam für Berlin unter dem Motto »Hunger nach Gerechtigkeit« wird besonders für den Frieden an diesem Tag gebetet. Das Projekt der »StreetUniverCity« zur Bildung junger Migranten wird vorgestellt. Die Kollekte ist für sie und für eine christliche Drogenarbeit bestimmt.
Eine interkulturelle Band spielt. Ein Vertreter der Polizei wird interviewt und soll stellvertretend für den Dienst seiner Kolleginnen und Kollegen gesegnet werden.
Der Gottesdienst endet mit einem biblischen Friedensgruß in fünf Sprachen, darunter türkisch und arabisch.
Gebet:
  • Verhinderung von Zusammenstößen zwischen rechts und links durch Deeskalation bei Demonstranten und Polizei
  • Schutz für Leib und Leben der Demonstrierenden, der Polizei und der Unbeteiligten
  • Gelingen des Gottesdienstes, faire Berichterstattung, Erhörung der Gebete um Frieden

Projekte der Hoffnung (4): »Neustart« erweitert Hilfsangebote für Prostituierte

Zwischen dem Hackeschen Markt und der Friedrichstraße erstreckt sich die Oranienburger Straße. Sie ist eine von Cafés und Restaurants geprägte Flaniermeile für Berliner und Berlin-Touristen. Die Straße ist auch berüchtigt durch den nächtlichen Straßenstrich.
Seit einigen Wochen ist auf dieser von Zuhältern geprägten Rotlichtmeile im Osten der Stadt ein kleines Team von »Neustart« unterwegs. Die Mitarbeiterinnen vorsorgen die Frauen mit warmen Getränken, stehen ihnen für persönliche und geistliche Gespräche zur Verfügung, beten für sie und leisten ganz praktische Dienste, wenn die Frauen Hilfe brauchen.
Bisher war der Verein schon am Drogenstrich Kurfürstenstraße (Schöneberg/ Tiergarten) und im Frauengefängnis in Lichtenberg aktiv. Infos: www.neustart-ev.de
Gebet:
  • Dank, dass Christen sich zu solchen Diensten rufen lassen – mögen es noch mehr werden
  • Dass Fälle von Zwangsprostitution aufgedeckt werden
  • Dass die Mitarbeiter vertrauensvollen Zugang bei den Betroffenen finden

Projekte der Hoffnung (5): Stadtmission startet mobile Sommerhilfe für Wohnungslose

Viele der auf der Straße lebende Menschen sind auch in den wärmeren Jahreszeiten weitgehend auf sich alleine gestellt, von Gewalt bedroht und ohne Hoffnung auf ein besseres Leben. Die Berliner Stadtmission hat deshalb im April mit der »mobilen Sommerhilfe« ein neues Projekt für wohnungslose Menschen gestartet. Das Projekt soll für sie ein neuer Baustein auf dem Weg ins Hilfesystem sein.
Praktisch wird es so aussehen, dass ein Team von Sonntag bis Donnerstag von 18 bis 24 Uhr auf den Straßen unterwegs ist und Plätze in der Stadt anfährt, wo sich wohnungslose Menschen gewöhnlich aufhalten. Das Team versorgt sie mit allem Notwendigen, berät sie und vermittelt Unterkünfte.
Gebet
  • Dank für alle, die sich in der Stadtmission für Obdachlose engagieren
  • Dass Menschen effektiv geholfen werden kann
  • Dass viele Obdachlose neuen Mut finden, aktiv einen Ausweg aus ihrer Situation zu suchen

Staatliche Finanzierung von sozialen Projekten in der Krise

Ungefähr 3000 soziale Projekte werden in der Stadt von hunderten Organisationen durchgeführt, die für ihre Arbeit vom Senat bezahlt werden. Jedes Jahr gibt Berlin ungefähr 2,5 Mrd. Euro dafür aus. Seit 15 Jahren überlässt der Staat die Verwaltung und Bekämpfung der Armut privaten Trägern. So funktioniert überall in Deutschland das an sich erfolgreiche Prinzip der Subsidiarität. Es ist jedoch in die Kritik geraten. Aufgedeckt wurde das vor Kurzem durch den vermuteten Missbrauch der Gelder bei der Treberhilfe, deren Firmengründer durch sein luxuriöses Leben auffiel.
Die Kontrolle der öffentlichen Hand über die vergebenen Mittel funktioniert nicht gut. Komplizierte Gruppenverträge mit Wohlfahrtsverbänden, der Übergang von staatlich finanzierten Immobilien in das Eigentum der Träger  unter anderem kennzeichnen ein undurchsichtiges Verwaltungssystem.
In Berlin ist eine regelrechte »Armutsindustrie« entstanden, bei der man sich offensichtlich ohne Kontrolle bereichern kann. Das erwachte Misstrauen gegen private Träger, die sich in der Regel sehr kompetent um soziale Belange kümmern, trifft im Moment auch christliche Träger und etwa die »Berliner Tafel«, die weniger Lebensmittelspenden erhält.
Der Senat will nun strengere Kontrollen einführen und berät weitere Maßnahmen, um den Missbrauch von staatlichen Geldern zu verhindern.
Gebet:
  • Konsequente politische Maßnahmen, die soziale Arbeit transparent machen
  • Dass verhindert wird, dass sich private Träger an der Armut bereichern können
  • Dass die Arbeit der Berliner Tafel und andere gute soziale Projekte nicht unter der Affäre der Treberhilfe leiden

Kultur und Kunst multikulturell

Gut 500.000 Bürger/innen nicht-deutscher Herkunft leben in der Stadt, jeder achte Berliner hat keinen deutschen Pass (Quelle: Berliner Senat). Ein weiterer Teil hat einen Migrationshintergrund. In einer Stadtgemeinschaft von solch multikultureller Vielfalt spielen gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe natürlich eine wichtige Rolle für ein gelingendes Miteinander.
Damit werden auch Gottes gute Absichten für versöhnte und einander ergänzende Beziehungen zwischen Menschen verschiedener Kulturen und Völker unterstützt. Interkulturelle Projekte und Bildungsangebote (unter anderem vom Berliner Senat) wollen die Teilhabe am Kulturangebot fördern und darüber hinaus deutschstämmigen Berlinern interkulturelle Kompetenz vermitteln.
Die »Imaginationsräume« von Kunst bieten eine hervorragende Plattform, um Klischees aufzubrechen, sich überraschen zu lassen und bringen Künstler wie Publikum jeder Herkunft in einen fruchtbaren Austausch.
Gebet:
  • Dank für die Projektförderungen des Berliner Senats für professionelle Künstler mit Migrationshintergrund
  • Für eine interkulturelle Öffnung des städtischen Kulturangebots, um die Vielfalt der Berliner Stimmen angemessen darzustellen
  • Mehr künstlerische Begegnungsräume und kulturelle Bildungsangebote, die Sprach- und Kulturbarrieren überwinden und so zur städtischen Gemeinschaft positiv beitragen

Dran bleiben: Perspektive für Jugendliche

Nach wie vor haben Jugendliche in der Stadt keine ausreichenden beruflichen Perspektiven. Insbesondere wenn sie Migrationshintergrund haben, finden sie nur schwer Arbeit.
Hier beten wir weiter für berufliche und persönliche Perspektiven und Projekte, die gerade diese jungen Menschen fördern.

Termine

  • Gebetsaktionen um den 30. April und 1. Mai: [Gebetsaktionen]
  • 1. Mai, 12:00 Uhr, Open-Air-Gottesdienst, Motto »Hunger nach Gerechtigkeit«, Bühne auf dem Mariannenplatz vor der St.-Thomas-Kirche, Berlin-Kreuzberg. Bus M29 und 140, U-Bahn U2 Görlitzer Bahnhof

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