Download als PDF: Gebet für Berlin – März 2010

Good News – mehr Jobs in Berlin

Trotz der Wirtschaftskrise ist im letzten Jahr die Zahl der Erwerbstätigen in Berlin um 1,6 Prozent gestiegen. 26.100 Jobs mehr – in keinem anderen Bundesland hat es einen solch hohen prozentualen Zuwachs gegeben.
Dennoch hat Berlin weiterhin eine viel zu hohe Arbeitslosenquote (14 %) im Vergleich mit anderen Bundesländern und die Anzahl der Harz IV-Empfänger unter den Arbeitslosen ist besonders hoch. Es gibt jedoch Hoffnung, dass sich die Arbeitslosenquote weiter absenken lässt, da Berlin eine gute Wirtschaftsstruktur mit vielen jungen, wettbewerbsfähigen Unternehmen hat. Im Krisenjahr 2009 ging die Wirtschaftsleistung  Berlins im Gegensatz zu anderen Bundesländern weit weniger stark zurück.
Gebet:
  • Dank für alle positive Entwicklung trotz der Wirtschaftskrise
  • Erkenntnis, wie die wirtschaftlichen Potenziale in Berlin noch weiter gefördert werden können

Gentrifizierung und Armut

Laut aktueller Sozialstudie des Berliner Senats sind Kreuzberg (ohne Bergmannkiez) und Nordneukölln die sozial schwächsten und am meisten stagnierenden Stadtteile in Berlin. Gleichzeitig sind es die Stadtteile mit den am stärksten steigenden Mieten in Berlin. So schlagen viele Vermieter bei Neuvermietung bis zu 30% auf die Nettokaltmiete drauf, wenn ein Neueinzug stattfindet. Dies ist nur ein Beispiel für die Armutsschere, die in diesen Berliner Gebieten besonders deutlich wird. Der »Urbevölkerung« bleibt meist nur der Weg aus dem Stadtteil heraus in andere Gebiete mit günstigen Mieten.
Die »typische« Kreuzberger Mischung ist damit in realer Gefahr. Diese Mischung aus eher intellektuellen Linken, traditionellen Arbeitern und Menschen mit Migrationshintergrund war bisher auch ein Grund, warum der Stadtteil trotz vieler Probleme immer auch ein Ort von Verständigung, Toleranz und gegenseitiger Hilfe war. Kreuzberger identifizieren sich gerade auch deshalb mit dem Stadtteil, weil sie ihr hoher Gerechtigkeitssinn eint.
Gleichzeitig bringen neue Mieter aber auch neues Kapital nach Kreuzberg. Besonders die Kulturschaffenden und Kreativen profitieren von dem Geld, das nach Kreuzberg kommt. Cafés werden eröffnet, private Modelabels gegründet, Galerien machen auf und Touristen strömen in den Stadtteil. Wer allerdings nicht Teil dieser »kreativen Klasse« ist, gehört oft zu den Verlierern. Der soziale Friede ist dadurch sehr gefährdet.
Gebet:
  • Weisheit für die Politiker, die Einfluss auf die Wohnungspolitik haben
  • für Lösungen der schlechten Soziallage
  • für ein Miteinander von Reich und Arm: dass Wohlhabende Verantwortung übernehmen

Vorbereitungen für einen friedlichen 1. Mai (Teil 2)

Auch im letzten Monat gab es wieder einen Brandanschlag mit Hilfe von Gaskartuschen auf das Haus der Wirtschaft in Berlin-Charlottenburg. Es gab ein Bekennerschreiben von einer Gruppe, die sich selbst als »Revolutionäre Aktionszellen« (RAZ) bezeichnen. Diese explodierenden Gaskartuschen können Menschen töten und sind noch weit gefährlicher als die »Molotow-Cocktails«, die bis jetzt in der linken Szene eingesetzt wurden.
Solche Aktionen zeigen, dass die Gewaltbereitschaft immer mehr zunimmt. Es braucht Gebet, damit es keine neue Eskalation der Gewalt in Berlin gibt. Daher laden Christen Berliner Gemeinden und Einzelbeter dazu ein, sich in einer Fasten und Gebetskette vom 5. April. – 5. Mai verstärkt vor Gott für einen friedlichen 1. Mai 2010 in Berlin einzusetzen. Mehr dazu weiter unten unter »Termine«.
Auch die Polizei überdenkt ihr Konzept, wie der Friede am 1. Mai gesichert werden kann. Eine Studie hat ergeben, dass Alkohol eine zentrale Rolle bei den Gewalttätigkeiten spielt. Deshalb wollen die Behörden Maßnahmen ergreifen, um den starken Alkoholverbrauch einzuschränken. Im letzten Jahr ist ihnen das jedenfalls nicht ausreichend gelungen.
Gebet:
  • Wirksame Maßnahmen, um den Alkoholkonsum auf dem Myfest eindämmen zu können
  • für die vielen frustrierten Jugendlichen: dass Gott ihnen hilft, neue Perspektiven zu erkennen
  • Segen für alle, die im Bereich der Gewaltprävention arbeiten
  • Vorbereitungen des Open-Air-Gottesdienstes am 1. Mai

Projekte der Hoffnung (3): Ein Hirtenhof für Demenzkranke

Demenzkranke sind eine oft ungeliebte und vernachlässigte Randgruppe in unserer Leistungsgesellschaft, die jedoch stetig zunimmt. Seit Herbst 2009 baut die christliche Unternehmergesellschaft Salomo Dienste UG in Berlin einen Dienst für sie auf. Ziel ist es, Demenzpflege in Deutschland aktiv zu verändern, weg von einer »satt-und-sauber-Situation« hin zu einer bedürfnisorientierten Versorgung der Betroffenen nach biblischen Prinzipien.
Vision und Beratungsgrundlage ist das »Hirtenhof-Konzept«. Es wurde von zwei Krankenschwestern als Initiatorinnen entwickelt und basiert auf dem 23. Psalm. Besonders der kranke und verwirrte Mensch ist auf die Führung und Begleitung eines guten Hirten angewiesen. Für die Umsetzung der Vision wird zurzeit ein Hirtenhof als Modellprojekt geplant. Ziel ist, weitere solcher geschützten Orte aufbauen zu helfen, an denen für die Erkrankten nicht Pflege im Vordergrund steht.
Die an Demenz  Erkrankten sollen ein Zuhause erleben, in dem sie tun dürfen, was ihnen noch möglich ist, und wo ihre Defizite liebevoll ausgeglichen werden. Teil des Konzepts ist auch ein Gebetsdienst für Menschen mit Demenz. Derzeit wird als erster Schritt die Errichtung einer Tagesstätte für Demenzkranke betrieben, die langfristig den Wegbereiter für einen ersten  Hirtenhof darstellt.
Gebet:
  • dass Gott weitere Schritte zum Aufbau und zur Finanzierung eines Hirtenhofes führt
  • Gelingen, Kraft und Weisheit für die Initiatorinnen
  • Vergrößerung des Teams durch Berufung von Unterstützern

Berlins künstlerisches Potenzial

Die Berliner Kunstlandschaft mit ihrer Vielfalt und Strahlkraft ist ein riesiges Potenzial für die Stadt und ihre Bewohner. Schätzungsweise leben und arbeiten in Berlin 7.700 bildende Künstler, Schriftsteller und Tänzer sowie 4.600 verschiedene Musik- und Theatergruppen (Quelle: Berliner Senat). Sie leisten ihren wichtigen Beitrag zu gesellschaftlicher Selbstreflektion, Kritik, zu Integration, (inter-)kulturellem Austausch und Bildung.
Der deutsche Kulturrat prognostiziert, dass sich 2010 die Wirtschaftskrise bundesweit spürbar mit Kürzungen und Schließungen in der Kultur auswirken wird. Der Berliner Senat schlägt einen Gegenkurs ein und bekennt sich klar zur »Kulturmetropole Berlin«, indem er im Doppelhaushalt 2010/2011 sogar Erhöhungen im Bereich Kultur beschlossen hat.
Dennoch wird die große Anzahl frei schaffender Künstler und freier Spielstätten stark betroffen sein, für die mit abnehmenden Einkommensmöglichkeiten und Projektförderungen auch die kreativen Schaffensfreiräume schwinden. Das gilt in besonderem Maße auch für Künstler, die sich als gläubige Christen verstehen.
Gebet:
  • Dank für das Potenzial von Kunst in der Stadt und eine Regierung, die dies anerkennt und gerade in Zeiten der Krise schützt und fördert
  • Dass die Kunstschaffenden ihr kreatives Potenzial in, trotz und aus der Krise heraus wahrnehmen und umsetzen
  • Neue Möglichkeiten für frei schaffende Künstler, auch die Christen unter ihnen, ihren gesellschaftlichen Beitrag in der Stadt zu leisten

Termine

  • Sonntag, 21. 3., 19:00 Uhr: Stadtgebetsgottesdienst für einen friedlichen 1. Mai; City-Kirche, Alexandrinenstr.118, 10969 Berlin (Kreuzberg). www.citykircheberlin.de
  • Gebets- und Fastenkette vom 5. April. bis 5. Mai für einen friedlichen 1. Mai 2010 in Berlin (siehe Artikel »Vorbereitungen für einen friedli-chen 1. Mai« oben). Mitbeter können die eigene Zeit  (auch mehrere selbstverständlich) auf unserer Sonderseite eintragen: 1. Mai 2010
  • Freitag, 16. 4., Gebetsschulung »Draußen beten« – 18 bis 21:00 Uhr, Café Sehnsucht, Skalitzer Straße 133, 10999 Berlin (Nähe Kottbusser Tor)
  • Öffentlicher Gottesdienst  am 1. Mai – voraussichtlich wieder eine Bühne auf dem Mariannenplatz am Rande des Kreuzberger Myfests, ca. 12 Uhr bis 13 Uhr, anschließend Gebetsgang in geführten Gruppen durch den Kiez