Download als PDF: Gebet für Berlin – Dezember 2009

Good News – Feiern zum 9. November

Tausende von Bürgern feierten den Fall der Mauer vor 20 Jahren am Brandenburger Tor – einst das Symbol der Teilung unseres Landes – nun Ort der Dankbarkeit und des Staunens. Auch an anderen Orten weltweit wurde dieses historische Ereignis gefeiert. Millionen verfolgten die Feierlichkeiten an den Fernsehbildschirmen mit.

Lech Walesa erinnerte daran, dass es der Geist Gottes war, der in den 80er Jahren ihn und seine Freunde der Solidarnosc-Bewegung zum Aufbegehren gegen das sozialistische System bewegte. Anschließend stieß er den ersten der 1000 riesigen Dominosteine an, die dort aufgebaut waren, wo früher die Mauer unser Land teilte.

Christen trafen sich zum dankbaren Gebet an der Bornholmer Brücke und zu einer ganzen Reihe anderer Gottesdienste. Die angedrohten Terroranschläge blieben ebenso aus wie sonstige Störungen. Trotz des schlechten Wetters war es ein freudiger Tag der Erinnerung und der Dankbarkeit.

Kleinere Klassen

Im letzten Monat wurden im Hinblick auf die Folgen der Schulreform einige Verbesserungen beschlossen, für die wir Gott als Gebetserhörung danken können. Die Klassen in den ersten drei Grundschuljahren sollen generell kleiner werden – statt maximal 28 Schüler nun nur 23 bis 26 Schüler. In Grundschulen in Problemkiezen dürfen sogar nur 21 bis 25 Kinder in einer Lerngruppe sein. Hier galt bis jetzt die Obergrenze von 28 Kindern.

Verkleinerung der Klassengröße ist auch immer ein wichtiger Schritt, um die Belastung der Lehrer/innen zu verringern. An den neuen Sekundarschulen wird es jetzt möglich sein, in der siebenten Jahrgangsstufe Klassen mit nur 20 Schülern (statt vorher 24) einzurichten.

Gebet:

  • Dank für diese Gebetserhörung
  • Bitte um weitere entlastende Entscheidungen des Schulsenators
  • Weisheit und Kraft für alle, die im Bereich Schule arbeiten

Teen Challenge in Kreuzberg

Seit Mai 2008 gibt es das Café »Sehnsucht« in der Nähe vom Kottbusser Tor, das von Teen Challenge (TC) besonders für Drogenabhängige als Möglichkeit zu Begegnung und Gespräch eingerichtet wurde. Nach über einem Jahr kann TC eine positive Bilanz der Arbeit ziehen. Das Café wird inzwischen auch gerne von Kiezbewohnern besucht, die sich hier für Gespräch und Gemeinschaft treffen. Die Arbeit unter den Drogenabhängigen führte dazu, dass sich immer wieder Menschen entschieden, aus der Szene auszusteigen, um das Angebot einer christlichen Rehabilitation anzunehmen.

Im November führte das Team in den Räumen des Cafés eine dreiwöchige Evangelisation durch. Jeden Abend war das Café gut gefüllt. Etliche Menschen fanden zum persönlichen Glauben an Jesus Christus.

Auffällig war besonders die Hinwendung zahlreicher Moslems zu Christus. Es gab Heilungsgebete und Spontanheilungen, die Menschen überraschten. Es ist jetzt wichtig, dass diese Menschen eine geistliche Gemeinschaft finden, wo sie sich geborgen fühlen.

Gebet:

  • Dank für die Arbeit von TC
  • dass sich Gemeinden im Kiez für die Menschen öffnen, die durch TC zum Glauben finden
  • für mehr ehrenamtliche Mitarbeiter in der Arbeit
  • für ein befreiendes Wirken Gottes an den Drogenabhängigen (auch in der Reha- Arbeit)

Zunehmende Probleme in der Koalition

Im Herbst 2011 wird in Berlin das Abgeordnetenhaus (Landesparlament) neu gewählt. Glaubt man den Umfragen, verschieben sich langsam die Machtverhältnisse. Gab es lange Zeit für die CDU überhaupt keine Chance, mehr Stimmen als die SPD zu erhalten, hat sich das in der letzten Zeit laut Umfragen verändert. Nach acht Jahren Regierung zeigen sich deutliche Probleme in der rot -roten Koalition. Im November wurden innerhalb von zwei Wochen durch die Koalitionsfraktionen von SPD und Linkspartei wichtige Vorhaben des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit gestoppt. Seine Kandidatin für den Präsidentenposten des Landesrechnungshofs ließen sie durchfallen, was der Regierende Bürgermeister als eine »persönliche Ohrfeige« bezeichnete. Auch die Planungskosten für die umstrittene Verlängerung der Autobahn A 100 wurden von Abgeordneten der rot-roten Koalition gegen den Willen des Senats gesperrt. Die vielen Probleme Berlins brauchen eine strategische Herangehensweise. In einer Demokratie ist es wichtig, wenn sich die Parteien nicht um die Macht streiten, sondern um die besten Ideen, wie man Probleme in der Gesellschaft angehen kann.

Die CDU tritt nach einer Phase der Selbstfindung nun neu in eine programmatische Diskussion ein. Für einen Wahlkampf fehlt der Partei allerdings auch noch ein attraktiver Spitzenkandidat.

Gebet:

  • neue Anstrengungen der Parteien, Programme zur Lösung spezifisch Berliner Probleme zu entwickeln (Kinder- und Jugendarmut, Integration, Bildungswesen usw.)
  • dass Fehlentwicklungen innerhalb der Parteien aufgedeckt werden
  • dass Menschen, die sich an Gottes Maßstäben orientieren, mehr Einfluss innerhalb der Parteien bekommen

Neuer Bischof Dröge

Am 14.11. wurde Bischof Wolfgang Huber nach 14-jähtiger Amtszeit als Landesbischof mit Dank verabschiedet. Gleichzeitig wurde sein Nachfolger, Marcus Dröge, in sein neues Amt als Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) eingeführt. Er war zuvor Superintendent in Koblenz.

Einige biografische Details: Bewusst zu einem eigenen Glauben fand Markus Dröge erst als Gymnasiast, als er Dietrich Bonhoeffer las. Mit 17 Jahren vor die Gewissensfrage gestellt, ob er den Wehrdienst mit der Waffe leisten solle oder nicht, fand er die Antwort bei dem Theologen der Bekennenden Kirche und verweigerte. Ein wenig trat er damit in die Fußstapfen seines Vaters. Der war zwar Soldat im Zweiten Weltkrieg, wurde aber dann Diplomat, um im Ausland Botschafter eines neuen friedfertigen Deutschlands zu sein. Im CVJM Bonn gab Markus Dröge Jugendlichen Bibelstunden. »Das war meine erste Gemeinde.«

Einschneidend war für ihn die Erfahrung, als Pfleger in einem Altenheim zu arbeiten. Aber erst nach einem weiteren Jahr in einer Einrichtung für Drogenabhängige machte er den Glauben zu seinem Beruf.

Den eingeschlagenen Reformprozess setzt Markus Dröge fort. Aber wichtig ist ihm, bei allen Veränderungen in der Praxis nicht die innere Reform der Kirche aus dem Blick zu verlieren, die Spiritualität neu zu beleben und sich immer wieder bewusst zu machen, wozu Kirche da ist. »Ich erlebe oft, dass den Leuten die Puste ausgeht, wenn man diese geistliche Kraft nicht mobilisiert.«

Gebet:

  • Guter Start, offene Türen und Herzen für den neuen Bischof
  • Gunst und Einfluss für das Evangelium in der Öffentlichkeit
  • Schutz für ihn und seine Familie

Alle Jahre wieder

Weihnachten naht. Glanz und Elend der Großstadt werden wieder dicht beieinander liegen: trautes Familienglück und explodierende Spannung; überreich beschenkt werden und blanke Armut; Völlerei und Hunger; Überdruss wegen zu viel Trubel um die Ohren und nagende Einsamkeit.

Gott ist für sie alle da. Er ist einer von uns geworden im Krippenkind, arm und doch so reich, klein und doch so groß, der Erbarmer und Erlöser für alle, die sich lieben lassen. In Gottesdiensten, Feiern und den Medien wird Weihnachten Thema sein. Hat Jesus, der vom Vater gekommene Messias, Raum? Beten wir darum! Als neues evangelistisches Instrument greift auch www.GottinBerlin.com das Thema auf und will Suchende mit Christen und Christus in Kontakt bringen.

Gebet:

  • Gewinnende und klare Verkündigung über Weihnachten
  • Dass Gottes Liebe in Jesus Herzen erreicht und verändert
  • Internetmission GottinBerlin.com

Dran bleiben: Linke Gewalt

Der Verfassungsschutz hat eine Studie über »Linke Gewalt in Berlin« von 2003 bis 2008 veröffentlicht, die mithelfen soll, politische Lösungen für das Problem zu finden.

Beten wir dafür, dass die richtigen Konsequenzen daraus abgeleitet werden und die Gewalt eingedämmt werden kann.

Das Redaktionsteam wünscht allen Betern eine besinnliche Adventszeit, ein fröhliches Christfest und einen gesegneten Jahresausklang!