Download als PDF: Gebet für Berlin – September 2009

Good News – Babyboom in Berlin

In Berlin wurden im letzten Jahr 31.936 Babys geboren. Das ist ein neuer Rekord. Nur im Vereinigungsjahr 1990 kamen in der zusammenwachsenden Stadt mehr Kinder auf die Welt. Anschließend brach die Zahl der Geburten im Ostteil Berlins dramatisch ein, und erst Mitte der neunziger Jahre trauten sich die jungen Großstädter wieder, mehr Kinder zu kriegen. Im bisherigen Rekordjahr 2007 wurde zum ersten Mal seit der Wende ein Geburtenüberschuss erzielt. Die Statistiker sprachen von einer »kleinen Sensation«, die sich ein Jahr später wiederholte. Auch 2008 wurden mehr Kinder geboren, als Menschen gestorben sind. Damit setzt sich die Hauptstadt im bundesweiten Vergleich an die Spitze. Zudem war Berlin auch 2008 das einzige Bundesland mit einem Geburtenüberschuss.

Die Gründe sind nicht wirklich erforscht. Wir dürfen es auch als Erhörung vieler Gebete der letzten Jahre verstehen! Denn: »jedes Kind ist eine Liebeserklärung. An die Frau, die Mutter wird, an den Mann, der Vater wird – und an die Stadt, in der dieses Kind geboren wird.« Berlin bekommt viele Liebeserklärungen… Die jungen, neugierigen und gut ausgebildeten Menschen, die es hierhin zieht, finden Berlin offenbar so attraktiv, dass sie sich vorstellen können, hier Familien zu gründen. »Der Nachwuchs ist ihr Geschenk an eine arme Stadt.« (Zahlen und Zitate: Der Tagesspiegel 21.und 26.7.09)

Gebet:

  • Dank für diese überraschenden Entwicklungen und Gebetserhörungen

Aber: Kinderarmut wächst

Was macht Berlin aus diesem Geschenk der Kinder? »Die schönen Bilder tollender Kinder im Park verdecken das unschöne Leben vieler Eltern. Zwar schneidet Berlin beim Punkt Vereinbarkeit von Beruf und Familie wegen des dichten Angebots von Kitaplätzen und Krippen im Bundesvergleich gut ab, doch die sozialen Probleme wachsen.

Wer sich in Berlin für Kinder entscheidet, ist keineswegs wirtschaftlich gesichert. Unter Migrantenfamilien gibt es eine extrem hohe Arbeitslosigkeit; und auch akademisch gebildete Eltern leben vielfach in prekären Verhältnissen mit Kurzzeit-Jobs oder unterqualifizierten Tätigkeiten. Berlin, die Hauptstadt der Transferleistungen, hat ein Armutsproblem: Jeder fünfte Berliner und über ein Drittel aller Kinder in der Stadt leben von Hartz IV – da wächst eine Generation heran am Rande der Gesellschaft… Die Armut spiegelt sich in maroden Schulen, Lehrermangel und unzureichenden Integrationsangeboten.« (Der Tagesspiegel 26.7.09)

Gebet

  • stärkere Förderung von Kindern und Familien durch den Berliner Senat
  • Finanzielle Perspektiven für junge Familien durch gut bezahlte Arbeitsplätze
  • dass viele Eltern und Kinder Gottes Liebe erfahren

»DAS KREUZ MIT DER WAHL«

Podiumsdiskussion mit den (Spitzen-) Kandidaten der Berliner Landeslisten zur Bundestagswahl zu Themen, die aus christlicher Sicht besonders relevant sind

mit Prof. Monika Grütters, CDU, Dr. Gesine Lötzsch, Die Linke, Hellmut Königshaus, FDP, Wolfgang Thierse, SPD, Wolfgang Wieland, Bündnis 90/Die Grünen. Moderation: Dr. Claudia Nothelle, RBB, Carsten Behrendt, ZDF

Veranstalter: die evangelische und katholische Kirche in Berlin, der Ökumenische Rat, Gemeinsam für Berlin (Initiator), Infos: http://www.gfberlin.de

Montag, 7.9., 19:30 Uhr, Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Gebet:

  • gutes Gelingen und Segen für die Politiker/innen
  • klare Positionen, die Christen zur Wahlentscheidung helfen

Bundestagswahl (Berliner Kandidaten)

Nach der Wahl kann aus Berlin der Kandidat, der die meisten Stimmen in seinem Wahlkreis auf sich vereinigt hat, mit einem Direktmandat sicher in den Bundestag einziehen. Viele Politiker sind noch einmal über Landeslisten abgesichert, andere schaffen den Einzug direkt.

Die Deutsche Evangelische Allianz hat einen Fragenkatalog erarbeitet, mit dessen Hilfe man eine gute Möglichkeit hat, in Kontakt mit den Kandidaten der verschiedenen Parteien zu kommen. Bei http://www.werte-waehlen.de kann man die Fragen erhalten und auch schriftliche Antworten der Parteien nachlesen. Christliche Israel-Organisationen haben ein ähnliches Projekt mit 5 Fragen zur Israel- und Nahostpolitik gestartet (www.projekt-bundestagswahl.de). Wenn viele Christen sich mit gezielten Fragen zu Werten und Israel an ihre Abgeordneten wenden, wird die Aufmerksamkeit darauf gelenkt und ihre Bedeutung betont.

(Tipp: »Gebet für Politik« und »Beten für unser Land« – Impulshefte, die zum konkreten Beten helfen; 2 € Down-to-Earth Verlag)

Gebet:

  • dass die Politikverdrossenheit überwunden wird und viele Menschen wählen gehen
  • dass die Positionen und Kandidaten bzw. Parteien gestärkt werden, die sich zum Wohl unseres Landes nach biblischen Maßstäben einsetzen
  • für einen fairen Wahlkampf der Berliner Kandidat/innen

Lebensschutz

Trotz des erfreulichen Babybooms in Berlin gibt es leider auch die erschreckende Nachricht, dass bereits im ersten Quartal dieses Jahres (nach bekanntermaßen völlig unzureichender Erfassung) 29.400 Abtreibungen bundesweit vorgenommen wurden. Sage und schreibe 98% wurden nach der geltenden Beratungsregelung vorgenommen – mit anderen Worten: Diese Kinder durften nicht leben, weil der Gesetzgeber – in Eintracht auch mit kirchlichen Beratungsstellen, christlichen Ärzten und Krankenhäusern – das elementarste aller Menschenrechte nicht sicherstellt. Darum kann man sich auch bei diesem Thema nur dem Aufruf anschließen: Steht auf, wenn ihr Christen seid!

(Informationen: www.kaleb.de, www.marsch-fuer-das-leben.de; www.gemeindehilfsbund.de/aktion.html )

Gebet:

  • entschiedene Teilnahme vieler Christen dieser Stadt am »Marsch für das Leben« am 26.09.09
  • Umkehr der evangelischen Kirche, dass sie erkennt, dass das derzeitige Beratungskonzept die Kinder nicht zu schützen vermag und die Frauen alleine lässt
  • dass die Unterschriftenaktion die EKD-Synode zum Umdenken drängt
  • dass Berlin als Zentrum der politischen Verantwortung ein ProLife-Ort wird

Interkultureller Gebetstag 3. Oktober

Unter dem Motto »Danken – Feiern – Beten – 20 Jahre Mauerfall« findet am Feiertag zur deutschen Einheit zum dritten Mal ein Interkultureller Gebetstag statt. Geplant sind: ein geschichtlicher Rückblick auf den Mauerfall durch Zeitzeugen aus Ost und West, sowie Austausch von eigenen Erfahrungen zwischen Deutschen und Migranten beim Buffet, interkultureller Lobpreis und gemeinsames Gebet für unser Land u. a. an der Mauer-Gedenkstätte Bernauer Straße.

Gebet:

  • für ein Gelingen eines motivierenden Gottesdienstes
  • dass die Schrecken der Teilung und das Wunder der Einheit nicht vergessen werden

Aufnahme irakischer Flüchtlinge

Berlin hat eine lange Tradition in der Aufnahme von (Glaubens-) Flüchtlingen. Die Hugenotten wurden vom Großen Kurfürst bei ihrer Ansiedlung in Berlin unterstützt und trugen wesentlich zum Aufschwung der Stadt bei. In Rixdorf (Berlin-Neukölln) siedelte sich später die aus Böhmen vertriebene Herrnhuter Brüdergemeine an. Bis Dezember werden 125 Flüchtlinge aus dem Irak in Berlin erwartet, das sind fünf Prozent der insgesamt 2.500 Iraker, zu deren Aufnahme sich die Bundesregierung bereit erklärt hat.

Es kommen vor allem Christen, die nicht in ihre Heimat zurück können, sowie Folteropfer oder Schwerstverletzte. Sie beziehen vorerst Wohnungen der Notaufnahmestelle Marienfelde. Sie erhalten eine Aufenthaltsgenehmigung für drei Jahre, können Arbeit annehmen oder Sozialhilfe beantragen. Die Iraker sollen möglichst schnell integriert werden. Probleme bereiten die Suche nach einer Wohnung und die Anerkennung der Berufsausbildung.

Gebet:

  • dass die irakischen Christen Anschluss und Heimat in Gemeinden finden
  • dass die Wohnungssuche für sie erleichtert wird und sie berufliche Perspektiven bekommen

Termine

  • Sonntag, 13.09.09, 15 Uhr, St. Alfons-Kirche, Berlin-Marienfelde, Beyrodtstr.4, ökumenischer Begrüßungsgottesdienst für irakische Flüchtlinge
  • Samstag, 26.09.09, 13 Uhr, Neptunbrunnen Alexanderplatz: »Marsch für das Leben«, Abschluss-Gottesdienst 15 Uhr, St.-Hedwigs-Kathedrale
  • Samstag, 3.Oktober, 17 bis 20 Uhr, Interkultureller Gebetstag – Christuskirche, Anklamer Str. 31, Berlin-Mitte