Download als PDF: Gebet für Berlin – Mai 2009

Freiluft-Gottesdienst am 1. MaiGood News: Ökostrom für öffentliche Gebäude

Die öffentlichen Einrichtungen Berlins werden bis 2012 wohl komplett mit Ökostrom versorgt. Dabei geht es um die riesige Menge von 915 Millionen Kilowattstunden pro Jahr, die dem Verbrauch von mehr als 300.000 Privathaushalten entspricht. Neben dem Strom für Rathäuser, Kliniken, Unis und Schulen sind darin auch Straßenbeleuchtung und Ampeln enthalten. So groß wie die Strommenge ist auch der potenzielle Klimaschutzeffekt. Für Umweltverbände ist die Berliner Entscheidung für den Ökostrom ein großer Erfolg. Ein Insider bezeichnete die Berliner Ausschreibung als »eine der grünsten, die es bisher überhaupt gegeben hat«. (Der Tagesspiegel 22.4.09)

Berlins Konjunkturpaket

In den letzten Jahren musste in Berlin bekanntlich sehr viel gespart werden. Aufgrund der Finanzkrise bekommt Berlin jedoch zur Ankurbelung der Wirtschaft jetzt eine Menge Geld von der Bundesregierung. Im Zuge des Konjunkturpaketes II steuert der Bund 474 Millionen Euro bei und das Land Berlin gibt 158 Millionen Euro. Mit insgesamt 632 Millionen Euro können nun endlich lang anstehende Renovierungen an öffentlichen Gebäuden vorgenommen werden. Der größte Betrag mit knapp 200 Millionen Euro wird für die Sanierung von Schulen bereitgestellt.
Das Geld soll schnell ausgegeben werden. Bis Ende April 2010 müssen alle Aufträge erteilt sein. Deswegen wurden die Vergaberichtlinien gelockert. Um Korruption zu erschweren, werden jedoch die Vergabe und die Baubetreuung von getrennten Abteilungen der Verwaltung vorgenommen. Die Daten werden anschließend veröffentlicht. Es ist erwünscht, dass ein hoher Prozentsatz der Aufträge von Firmen aus der Region erledigt wird, denn das Konjunkturpaket soll die Wirtschaft der Region stärken.

Gebet:

  • dass es auch bei gelockerter Auftragsvergabe nicht zu Korruption kommt
  • dass es gelingt, die Wirtschaft der Region durch die Maßnahmen zu stärken
  • Weisheit für das Steuerungsgremium, das die Umsetzung der Projekte überwacht

Die Arbeit der Polizei

Es hört sich viel an: 15.000 Polizisten schützen Berlin. Im Jahre 2000 waren es aber noch 19.000. Seit einiger Zeit wird daher die Polizeiverwaltung umstrukturiert. Von den bis jetzt bekannten 49 Polizeiabschnitten bleiben nach Abschluss der Neuordnung nur 36 übrig. Viele Berliner fühlen sich sicherer, wenn sie öfter Polizisten auf der Straße antreffen. Die Kontaktbereichsbeamten (Kobb) sind in ihren Kiez bekannt, aber es gibt nur noch wenige Kobbs. Um näher an den Bürger heranzukommen, hat die Polizei den Dienst einer mobilen Wache eingeführt. In dem Polizeiauto kann man Fragen zu Ämtern und Ansprechpartnern stellen, sich beschweren, informieren oder auch eine Anzeige aufgeben.
Insgesamt ist Berlin als Großstadt eine recht sichere Stadt im Vergleich mit anderen Großstädten. 2008 hat die Gesamtzahl der Straftaten in Berlin wie auch schon 2007 weiter abgenommen.

Gebet

  • Dank für alle Polizisten, die sich für die Sicherheit der Stadt und ihrer Bürger einsetzen
  • Schutz für jeden Polizisten bei seiner manchmal lebensgefährlichen Arbeit
  • weiterhin Schutz vor terroristischen Anschlägen

Befriedung nach dem Pro Reli / Pro Ethik Volksentscheid

Viele Christen sind von dem Ausgang des Volksentscheids über die Einführung von Religion als Wahlpflichtfach neben Ethik enttäuscht. Nach dem Scheitern bleibt es bei der bisherigen Regelung, dass alle Schüler in den Klassen 7 bis 10 pflichtweise einen »bekenntnisfreien« Ethikunterricht besuchen müssen; der konfessionelle Religionsunterricht kann in allen Klassen als freies Zusatzangebot gewählt werden.
Dass von den über 700.000 Berlinern, die überhaupt zur Abstimmung gingen, sich die Mehrheit gegen die Forderung der Initiative Pro Reli ausgesprochen hat, war überraschend. Die großen christlichen Kirchen, die jüdische Gemeinde, vereinzelt auch islamische Verbände und die Parteien CDU und FDP haben sich für Pro Reli stark gemacht. Eine bedeutende Minderheit bei der SPD ebenso, unterstützt von prominenten Politikern wie Bundestagsvizepräsident Thierse und Kanzlerkandidat Steinmeier.
In den letzten Wochen hatte die Auseinandersetzung von beiden Seiten an Schärfe zugenommen. Plakatkampagnen haben Bürger mehr verwirrt als aufgeklärt. Zuletzt klagte Pro Reli erfolgreich gegen eine aus Steuern finanzierte Anzeigenserie des Senats für Pro Ethik. Die Fronten waren verhärtet, Verletzungen blieben nicht aus.
Zudem zeigt das Ergebnis eine erschreckende religiös-weltanschauliche Ost-West-Teilung: Mehrheit für Pro Reli in den alten Westbezirken, Mehrheit für Pro Ethik im ehemaligen Ostberlin. Obwohl es einerseits sicher vorteilhaft war, dass die Thematik der religiösen Erziehung und der verbindlichen ethischen Werte auf vielen Ebenen der Stadt öffentlich diskutiert wurde, hat dies doch die immer noch existierende »Mauer in den Köpfen und Herzen« deutlich offenbart.
Nun geht es darum, Gräben zuzuschütten, aufeinander zuzugehen, auf der Basis der bisherigen Regelung zu Kooperationen zwischen den Fächern zu kommen und den Ethikunterricht zu verbessern.
Auch müssen die Großkirchen das für sie schlechte Ergebnis auswerten und daraus Konsequenzen ziehen.

Gebet

  • Klage über die immer noch bestehende Kluft zwischen Ost und West in religiös-weltanschaulicher Hinsicht
  • Bitte um Beruhigung der erhitzten Gemüter und um Abbau der verhärteten Fronten
  • Mehr überzeugender und attraktiver freiwilliger Religionsunterricht
  • Gelingende Integration der Schüler aus Migrantenfamilien im Fach Ethik

1. Mai aktuell

Erst am 28. April kam die Zusage, dass der Gottesdienst auf der Bühne am Mariannenplatz stattfinden kann! Finanzkürzungen für das Straßenfest und die zugespitzte Diskussion vor dem Volksentscheid über Pro Reli haben es in diesem Jahr kompliziert gemacht. Gewaltpotenzial gibt es insbesondere bei folgenden drei Veranstaltungen/Demonstrationen:
1. Die angekündigte NPD-Veranstaltung in Köpenick, zu der ein breites Aktionsbündnis Gegendemonstrationen ab 10 Uhr plant.
2. 18 Uhr-Demonstration »Kapitalismus ist Krise und Krieg« in Kreuzberg.
3. Basketball-Finale der Euro-League in der O2-World in Friedrichshain, zu dem gewalttätige griechische Hooligans erwartet werden.
Am 30. April gibt es auch wieder eine Veranstaltung am Boxhagener Platz, zu der meist viele Punks kommen. Wie auch in den letzten Jahren werden Gebetsteams vor Ort für Frieden beten.

Gebet:

  • geistliche Dichte für Mai-Gottesdienst
  • Schutz für alle, die sich für einen friedlichen 30. 4. und 1. 5. einsetzen
  • Dass polizeiliche Maßnahmen optimal dem Frieden dienen

Dran bleiben: Wirtschaft

Die Wirtschaft in Berlin hat sich in den letzten Jahren positiv entwickelt. Wie die Wirtschaftskrise sich auf unsere Stadt auswirkt, ist ungewiss. Wir beten, dass die Verantwortlichen gute Entscheidungen treffen, die Arbeitsplätze und Standorte sichern und gut durch die Krise führen.

Termine

  • 30. April, 22 Uhr bis 1. Mai, 24 Uhr: Lobpreis und Gebet für Kreuzberg im Café Sehnsucht (Teen Challenge), Skalitzer Str. 133, Kottbusser Tor
  • 1. Mai, 12:00: Open-Air-Gottesdienst mit Friedensgebet, Thema »Veränderung träumen«, Mariannenplatz in Kreuzberg
  • 31. Mai, 19:00: Interkultureller Gebetsgottesdienst: Afrikanische Jesus Miracle Harvest Church, Koloniestr. 29, 13359 Berlin-Wedding, 18:00-21:30 Gebetsgänge im Soldiner Kiez