Download als PDF: Gebet für Berlin – Dezember 2008

Good News: Weihnachten auch im Knast

Auch 2008 werden Berliner Christen sich dafür engagieren, dass Menschen, die Weihnachten ohne Angehörige und Freunde feiern müssen, in dieser Zeit nicht alleine sind. Die Telefonseelsorge ist in den Weihnachtstagen besonders stark besetzt, Christen organisieren Weihnachtsfeiern und Geschenke für Obdachlose, packen Päckchen für »Weihnachten im Schuhkarton« und für Menschen in den Gefängnissen Berlins. Andere organisieren Besuche bei einsamen Menschen oder Inhaftierten.
Auch wenn es an vielen Stellen nur wie ein »Tropfen auf dem heißen Stein« sein mag, haben die Erfahrungen der letzten Jahre gezeigt, dass diese Zeichen der Zuwendung bei den Menschen ankommen und sie häufig tief berühren. Wer sich noch engagieren möchte, indem er Päckchen packt oder gemeinsam mit anderen Christen Inhaftierte besuchen oder einen Gottesdienst mitgestalten möcht, kann sich an GEMEINSAM FÜR BERLIN wenden.

Gebet:

  • Dank für alle Christen, die sich für einsame Menschen und Gefangene engagieren
  • Dass vielen Menschen in der Weihnachtszeit Gottes Liebe spürbar nahe gebracht werden kann

Visionäre Stadtplanung

Obwohl Berlin viel kreatives Potenzial hat, gibt es in der neueren Stadtplanung wohl wenig Raum dafür. Seit ungefähr 15 Jahren war abzusehen, dass der Flughafen Tempelhof geschlossen wird, doch gibt es bis heute keine Gesamtkonzeption für dieses Riesengelände. Erst jetzt beginnt man hektisch, Ideen zu suchen. Das riesige Tempelhofer Feld könnte mit einer guten Gestaltung den umliegenden ärmeren Vierteln von Kreuzberg, Neukölln und Tempelhof zugute kommen. Es könnten dringend benötigte Sportanlagen und Parks entstehen, auch Kulturinstitutionen könnten einen Platz finden.
Eine zweite, ganz andere große Aufgabe für die Stadtplanung ist die Umgebung des ehemaligen Schlosses in Berlins historischer Mitte. Zurzeit beginnt die zweite Stufe eines anonymen Wettbewerbs für das Humboldt-Forum, das an der Stelle des ehemaligen Schlosses mit historischer Fassade entstehen soll. Mit dem Bau muss auch die gesamte Straßenführung von Werderschen Markt bis zum Berliner Rathaus bedacht werden.
Stadtentwicklung muss immer aktiv betrieben werden, denn nur auf auftauchende Probleme zu reagieren, ist kein Planen für die Zukunft. Wenn aus der Politik keine Planungsideen kommen, besteht die Gefahr, dass alleine die Großinvestoren entscheiden, was auf freien Flächen gebaut wird, wie z. B. am Lehrter Bahnhof, dem jetzigen Hauptbahnhof. Investoren haben – verständlicherweise – primär wirtschaftliche Interessen im Blick, nicht unbedingt das Gemeinwohl.

Gebet:

  • für einen neuen visionären Schwung in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
  • viele kreative und für die Umgebung nützliche Ideen für das Tempelhofer Feld
  • dass Stadtplanung wieder vorausplanender und deutlich aktiver betrieben wird

Stadtteil-Förderung

In den nächsten sieben Jahren sollen mit Hilfe des Bund-Länder-Programms »Aktive Stadtzentren« fünf Stadt – und Ortsteile als attraktive Wirtschaftsstandorte gestärkt werden. Gefördert werden die Turmstraße in Moabit, die Marzahner Promenade, die Müllerstraße im Wedding, die Neuköllner Karl-Marx-Straße, sowie die City West um die Gedächtniskirche. Der Bund gibt für 2009 sechs Millionen Euro in das Programm.

Gebet:

  • dass das Geld weise eingesetzt wird und die Förderung der Stadtteile gelingt
  • dass positive Modelle gefördert werden, die längerfristig hilfreich sind

Evangelistische Einsätze

Nach den positiven Erfahrungen der Aktion »Summer2go«, bei der viele Menschen mit dem Evangelium erreicht wurden, sich für ein Leben mit Gott entschieden und manche auch Heilung erlebten, werden die evangelistischen Aktionen jetzt fortgesetzt. Entsprechend der Jahreszeit heißt es jetzt »Winter2go«. Vom 12.-14. Dezember werden ca. hundert junge Menschen als Weihnachtsmänner verkleidet in der U-Bahn, auf Weihnachtsmärkten und anderen öffentlichen Plätzen Berlins die frohe Botschaft vermitteln.

Gebet:

  • dass viele sich beteiligen
  • Offenheit bei den Menschen, die den Christen begegnen
  • klare Hinwendungen zu Jesus und Erfahrung seines Wirkens

Bürgerplattform Wedding/Moabit

Es macht Mut, dass in Berlin an immer mehr Orten auch Christen dabei sind, wenn es darum geht, etwas zu tun, anstatt zu jammern. Das wird von der Öffentlichkeit wahrgenommen. Und es ist praktizierter christlicher Einsatz für die eigene Umgebung. So geschieht es derzeit im Rahmen der neuen Bürgerplattform Wedding/Moabit.
In beiden Stadtteilen haben sich über 40 Gruppen, darunter Moschee- und Kiezvereine, Kirchengemeinden und Kitas, zusammengeschlossen. Gemeinsam wollen sie das Leben und die Politik im Kiez verändern. Damit entsteht die bislang größte Bürgerplattform in Deutschland.
Ein Mitglied der afrikanischen »Jesus Miracle Harvest Church«, nigerianischer Herkunft, erzählt von alltäglicher Diskriminierung. Trotz dieser Erfahrungen blieben er und seine Gemeinde nicht in der Distanz, sondern beteiligten sich am Kennen lernen und Austausch. So begann das »Community Organizing«. Es trägt sich durch Spenden aus der Wirtschaft, von Stiftungen und über Mitgliedsbeiträge. Wie heterogen die Bürgerplattform tatsächlich ist, wird deutlich, wenn die einzelnen Mitglieder über ihr Anliegen sprechen. Ein Rentner von der Weddinger Stadtmission packte beim Pressetermin plötzlich einen Bohrer aus. »Wir bohren etwas auf«, verkündete er stolz. Eine türkischstämmige Frau mag es lieber ein bisschen blumig: »Wir arbeiten zusammen wie die Ameisen. Und wie die Bienen versüßen wir das bittere Leben.«

Gebet:

  • gute Vernetzung in den Problemstadtteilen zur Verbesserung der sozialen Lage
  • dass Gemeinden und Christen sich konstruktiv bei der Bürgerplattform einbringen

Gemeindegründungen

Über Jahre haben Beter für mehr lebendige Gemeinden in Kreuzberg gebetet, nicht zuletzt im Rahmen der Freiluft-Gottesdienste von GEMEINSAM FÜR BERLIN für Frieden am 1. Mai. Jetzt gibt es (mindestens) zwei Gründungsprojekte, die sich ausdrücklich auf die Kreuzberger »Szene« beziehen und den Menschen im Kiez dienen wollen. Eine von ihnen nennt sich nach dem erfolgreichen und wachsenden Muster des „Berlin-Projekts« in Mitte/Prenzlauer Berg »Kreuzberg-Projekt«. Es arbeitet im Rahmen des Bundes Freier evangelischer Gemeinden (FeG). In den Gemeinden der Berliner Region dieser Freikirche wird seit einem Jahr konkret für weitere Gründungen gebetet. In Staaken am westlichen Stadtrand vollzieht sich gerade eine Gründung. Zwei weitere sind kurz davor.

Gebet:

  • Dank für die Gemeindegründungen in Kreuzberg und Staaken
  • Bildung stabiler und flexibler Mitarbeiterteams
  • Ansätze, die Menschen in ihren konkreten Nöten dienen und ihnen die Liebe Gottes zeigen

Dranbleiben I

Seitdem wir im November anfingen, wegen der häufigen Angriffe auf Busfahrer für die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) zu beten, kam Bewegung in das Problem. Zunehmend wurde auch die Politik aufmerksam. Mitarbeiter der BVG stellten Forderungen. Inzwischen wurde entschieden, die Busfahrer wenigstens partiell durch eine Trennscheibe abzusichern. Es werden Arbeitslose als »Verkehrsbegleiter« zur Erhöhung der Sicherheit eingesetzt, also sogar Arbeitsplätze geschaffen. Weitere Maßnahmen werden überlegt. Statistisch nimmt die Zahl der Angriffe zwar ab (um fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr in den ersten acht Monaten), aber die Brutalität nimmt zu.

Gebet:

  • wirksames Konzept zum Schutz der Fahrer
  • weitere deutliche Verringerung der Zahl der Angriffe

Dranbleiben II

Berlin braucht eine funktionierende Opposition und profilierte Köpfe. Beten wir weiter dafür, dass die Berliner Landes-CDU aus inneren Querelen herauskommt und zu intensiver inhaltlicher Arbeit findet. Inzwischen ist Frank Henkel neuer Vorsitzender, auch wurde die Landesliste zur Bundestagswahl aufgestellt mit Monika Grütters als Spitzenkandidatin und einigen Überraschungen, die hoffen lassen, dass die verkrusteten Machtstrukturen die CDU nicht länger blockieren.

Termine

Vom 11. bis 18. Januar sind Christen wieder zur Internationalen Gebetswoche der Evangelischen Allianz eingeladen. Für Berlin erscheint eine Programmzeitung für die über hundert Gebetstreffen, die auch bei GEMEINSAM FÜR BERLIN erhältlich ist. Infos unter www.ev-allianz.de