Download als PDF: Gebet für Berlin – Juni 2008

Good News – Kurfürstenstraße

Wie berichtet plant ein Betreiber in der Kurfürstenstraße in Schöneberg ein Großbordell. Das wurde ihm vom Bezirksamt nicht genehmigt. Inzwischen haben Anwohner eine Initiative gestartet, mit der sie ihren Kiez wieder zum Blühen bringen wollen. Sie wollen diese Straße nicht länger dem Straßenstrich überlassen. Die Aktion „Kiezfrühling“ bringt bis zum 7. Juni einen Monat lang unterschiedliche Programme auf die Straße. Unterstützung bekommt das Projekt vom Quartiers-Management. Bewohner und Geschäftsleute beteiligen sich an der Initiative. Ein Fotograf wird zum Beispiel kostenlos Bewohner ablichten, ein Laden wird zum Café und vor einer Kita wird jongliert. Die Diskussion um die Prostitution im Kiez hat die Bewohner aktiviert. Diese wollen jetzt zeigen, dass das Viertel nicht dem Rotlichtmilieu gehört. Manche Einrichtungen planen deshalb Aktionen über das ganze Jahr. Für den Oktober ist ein größeres Straßenfest geplant, an dem sich auch christliche Gemeinden und Dienste vor Ort beteiligen.

Gebet

  • Dank für die Anwohnerinitiative
  • Bitte um Aufblühen des Kiezes
  • Rückgang der Straßenprostitution und des Drogenmissbrauchs im Kiez

Good News – Friedlicher 1. Mai

Die Nacht auf den 1. Mai verlief – anders als in vergangenen Jahren – ohne nennenswerte Zwischenfälle. Auch am 1. Mai blieb zum ersten Mal seit 1987 (!) das Gebiet im Herzen Kreuzberg, auf dem nun schon einige Jahre das MYFEST gefeiert wird, auch nachts völlig friedlich. Pünktlich zum Open-Air-Gottesdienst auf dem Heinrichplatz hörte am Mittag des 1. Mai auch der Regen auf. Gemeinsam für Berlin konnte einen gut besuchten Gottesdienst durchführen, an dem auch der stellvertretende Bundestagspräsident Wolfgang Thierse mit seiner Frau teilnahm. Dabei hörten auch Menschen das Evangelium, die sonst kaum einen Gottesdienst besuchen würden. Einige Anwohner sahen aus den Fenstern ihrer Wohnung zu. Besonderen Anklang fand die interkulturelle Band GO WORSHIP.
Durch die Einbeziehung eines kommunalen Projekts konnten erste Kontakte in den Kiez hergestellt werden, die nun vertieft werden. Im Gottesdienst stellten die KIEZWORKER ihr Projekt vor. Sie trainieren jugendliche Migranten aus der Szene, wie sie andere von Gewalt abhalten können. Die weit über 100 am MYFEST eingesetzten KIEZWORKER leisteten fantastische Arbeit – anders als in den Vorjahren ging 2008 praktisch keine Gewalt von jungen Migranten aus. Gebetsteams waren bis in die Nacht vor Ort und erlebten live mit, wie aufkeimende Randale mit erheblichem Aggressionspotential, die von einer abendlichen Demonstration ausging, nach Gebet rasch wieder abflaute.

Gebet

  • Dank für den weitgehend friedlichen 1. Mai
  • Segen für die Arbeit von Christen im Kiez und weitere Kooperationen mit Initiativen

Single-Haushalte in Berlin

In keiner Stadt Deutschlands leben so viele Menschen alleine in einer Wohnung wie in Berlin. Die Anzahl der Single-Haushalte liegt hier bei 51 % – weit höher als der Bundesdurchschnitt (35%). Hinter dieser trockenen Zahl verbirgt sich in vielen Fällen persönliche Not. Neben denen, die freiwillig diese Wohnform gewählt haben, gibt es viele, die ungewollt ohne Partner leben. Das umfasst ältere Menschen über 60, die ihren Partner verloren haben (44% der Single-Haushalte) ebenso wie jüngere Menschen, die auf der Suche sind.
Es gibt gelungene Modelle des Zusammenlebens von Jung und Alt, die jedoch nur für relativ wenige Menschen Alternativen zum allein leben bieten. Die christliche Initiative EMWAG entwickelt derzeit neue Lebensformen speziell für Singles, die nicht alleine leben wollen. [www.emwag.de]

In anderen Städten haben Christen kreative Wege, wie z. B. „Date for Eight“ gefunden, um eher jüngeren Singles das gegenseitige Kennen lernen über Gemeindegrenzen hinaus zu erleichtern. In Berlin fehlen solche Begegnungsforen noch weitgehend. [www.date-for-eight.de].

Gebet

  • Gemeinden, die kreative Wege entwickeln, um Kennenlernen zu erleichtern und dass die richtigen Menschen zueinander finden
  • Mehr Mut zur Ehen
  • Für das Gelingen modellhafter Projekte des Zusammenlebens von Singles

Die Arbeit der Polizei

Wenn wie im Mai die Polizei in Berlin streikt, wird den Bürgern plötzlich deutlich, wie vielfältig deren Aufgaben sind. Polizisten sind neben den bekannten Aufgaben u. a. als Hundeführer, bei der Hubschrauberstaffel, beim Objektschutz, bei der Gefangenenbewachung, beim Wasserschutz und in der Notrufzentrale tätig. Sie müssen im Schichtdienst arbeiten, wenn andere schlafen oder feiern. Wie in allen anderen Berufsgruppen, steigen auch für die Polizisten die Ansprüche an ihren Beruf. Personal wird gekürzt und gleichzeitig werden die Aufgabenbereiche ausgeweitet. Polizisten müssen mit einem hohen Berufsrisiko leben. Immer wieder kommt es vor, dass sie, besonders wenn sie türkische oder arabischstämmige Menschen festnehmen wollen, von einer großen Menschenmenge attackiert werden. Das geschieht sogar dann, wenn sie nur helfen wollen.
Polizisten wollen als Menschen behandelt und respektiert werden. Trotz Deeskalationstraining fällt es ihnen sicherlich nicht leicht, mit dem Hass fertig zu werden, der ihnen insbesondere von Autonomen, Rechtsradikalen und bei Festnahmen im Migrationsmilieu entgegenschlägt.
Die Berliner Polizei wird auch in anderen Bundesländern eingesetzt. Sie unterstützt bei Großeinsätzen die Einsatzkräfte vor Ort. Wegen ihrer erfolgreichen Einsatztaktik und den besonderen Erfahrungen, die sie bei den Einsätzen am 1. Mai gesammelt haben, sind die Berliner Beamten besonders geschätzt.

Gebet

  • Dank für die Männer und Frauen im Polizeidienst, die eine oft gefährliche Arbeit tun
  • dass sie mehr öffentliche Würdigung für ihre Arbeit erfahren
  • Keine weiteren Behinderungen polizeilicher Festnahmen durch Solidarisierung Unbeteiligter

Neuer evangelischer Regionalbischof

Ralf Meister (46) ist neuer Generalsuperintendent für den Berliner Raum. Das ist so etwas wie ein Regionalbischof der Evangelischen Landeskirche. Am Pfingstsonntag wurde er in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche in sein neues Amt eingeführt. Zugleich wurde sein Amtsvorgänger Martin-Michael Passauer (65) in den Ruhestand verabschiedet. Zum Sprengel gehören knapp 800.000 evangelische Christen.
Meister ist Medienprofi und hat der Kirche in Lübeck, wo er als Propst tätig war, ein profiliertes Gesicht gegeben. Er will auch Menschen ansprechen, die nicht zur Kerngemeinde gehören. Kernaufgabe der Kirche ist für ihn die Mission. Weit mehr als Lübeck sieht er Berlin gespalten in Heimische und Fremde, Arme und Reiche, Religiöse und Nicht-Religiöse. Seine neue Aufgabe versteht er vor allem als Brückenbauer in der Stadt. Er hat an der neuen EKD-Studie »Gott in der Stadt – Perspektiven evangelischer Kirche in der Stadt« mitgearbeitet, ist also Fachmann für dieses Thema. »Nun hat er zu der Studie auch die Stadt«, sagte Bischof Huber humorvoll anlässlich seiner Einführung. Wir dürfen gespannt sein, welche geistlichen Akzente er setzen wird.

Gebet

  • guter Start in Berlin und Schutz für Ralf Meister und seine Familie
  • dass er geistliche Akzente setzt, die zur verstärkten Durchdringung der Stadt mit dem Evangelium führen
  • Gute Zusammenarbeit auch mit GEMEINSAM FÜR BERLIN

Mission auf den Straßen und in Unis

Unter dem Motto »Verliebt in Berlin« veranstalten die VINEYARD-Gemeinden Europas eine zehnwöchige Einsatzzeit, um Menschen in Berlin Gottes Liebe nahe zu bringen [www.love-berlin.org]. Nach Schulung am Vormittag gehen sie nachmittags auf die Straßen, um für Menschen zu beten und ihnen von Jesus zu erzählen. Eingeladen sind auch Christen aus dem Berliner Raum: 10 Tage 250 EUR; ganzer Freitag und Samstag 65 EUR, immer inkl. Essen, Training, Transport. Anmeldung: marius.buehlmann@vineyard-bern.ch

CAMPUS FÜR CHRISTUS hat von Mitte Juni bis Mitte Juli ein internationales Team in Berlin, das Kontakte zu Studierenden aufbauen soll. Dies soll zugleich »Starthilfe« geben für eine erweiterte internationale Uni-Arbeit an den Berliner Hochschulen.
Außerdem, wie bereits berichtet, ein Überblick über evangelistische Einsätze verschiedener Gemeinden und Werken in Parks und auf Plätzen der Stadt unter [www.summer2go.de]

Gebet

  • Mut und Gottes konkrete Führung für die evangelistischen Einsätze im Sommer
  • Zahlreiche Berliner/innen verschiedener Generationen und Kulturen, die durch die Einsätze Jesus kennen lernen