Herunterladen als PDF: [Gebet für Berlin - Februar 2014]

Good News 1: Weniger Einbrüche

Die Zahl der Einbrüche in Berliner Wohnungen ist erstmals nach Jahren wieder gesunken. Die Polizei wurde 800 Mal weniger zu Einbrüchen gerufen als im Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang um 8%. Kostenlose Beratung führte zu verbessertem Schutz und erhöhter Wachsamkeit der Bürger. Ein Problem stellen nach wie vor die relativ niedrige Aufklärungsquote sowie der „Kriminalitäts-Tourismus“ dar – also die hohe Zahl der Banden, die aus dem Ausland anreisen, um hier Einbrüche zu verüben.

Quelle: Berliner Zeitung vom 13.01.2014

Good News 2: Kokainfund

Im Januar sorgte der Fund von 140 Kilogramm Kokain – versteckt in Bananenkisten des Discounters Aldi – für Aufsehen. Auch wenn es sich dabei eher um einen Zufallsfund handelte, ist es ein Grund zur Dankbarkeit, dass der Stoff gefunden wurde und nicht in die Hände von Konsumenten gelangte.

Good News 3: Mehr Arbeit

Grafik: Free Stock Photos / Graph 1 von guitargoa

So viel Zuversicht gab es lange nicht für die Hauptstadt mit ihren Sozialproblemen und ihrer vielerorts verfestigten Armut. Doch in den vergangenen Jahren ist die Arbeitslosigkeit stetig gesunken, die

Beschäftigung hat seit dem Tiefpunkt 2005 um ein Viertel zugenommen. Der Trend hat sich 2013 fortgesetzt: Während im gesamten Land die Zahl der Jobsuchenden erstmals seit vier Jahren wieder leicht gewachsen ist, ist sie in Berlin zurückgegangen – um fast 5300 im Jahresdurchschnitt. … Die Arbeitslosenquote sank 2013 im Schnitt auf 11,7 Prozent, die Zahl der Langzeitarbeitslosen ging spürbar zurück, ebenso die Arbeitslosigkeit unter jungen Leuten unter 25 Jahren. … Für 2014 prognostiziert die Arbeitsagentur, dass weitere Jobs entstehen werden.

Quelle: Der Tagesspiegel vom 08.01.2014

Gebet:

  • Dank für so viele positive Entwicklungen
  • Dass Gott der Stadt in ihren Problembereichen weiter gnädig ist

Oranienplatz – wie weiter?

Im Dezember hatte sich die Caritas bereit erklärt, vorübergehend 120 Flüchtlinge, die vorher auf dem Oranienplatz in Kreuzberg seit über einem Jahr campiert hatten, aufzunehmen. Die meisten dieser Flüchtlinge sind über Italien nach Deutschland gekommen und haben keinen offiziellen Aufenthaltsstatus. Nach europäischem Asylrecht muss das Land, in dem sie ihren Asylantrag gestellt haben, auch weiterhin für sie sorgen. Italien gibt aber gerne den Flüchtlingen Geld, setzt sie in den Zug und schickt sie weiter. So gibt es inzwischen auch in Berlin viele Flüchtlinge aus Afrika und Asien, die es – auf teils dramatische Weise – mit Booten zur Insel Lampedusa geschafft haben.

Sie leben hier illegal und werden nicht als Flüchtlinge, sondern als Obdachlose behandelt. Dadurch haben sie kein Recht auf eine dauerhafte Unterkunft. Die Flüchtlinge gebrauchen ihre Zelte auf dem Oranienplatz nicht mehr zum Schlafen, dennoch steht das Zeltlager immer noch dort, obwohl es längst abgeräumt sein sollte. Das wird von der neuen Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) geduldet.

Innensenator Frank Henkel hatte dem Bezirk ein Ultimatum zur Räumung des Platzes gestellt. Obwohl das inzwischen längst verstrichen ist, kann er den Platz nicht räumen lassen, weil dazu ein Senatsbeschluss nötig wäre. Der Koalitionspartner SPD hat jedoch abgelehnt, solch eine Räumung mitzutragen. Bürgermeisterin Herrmann steckt offensichtlich in einem inneren Zwiespalt: Ihre persönliche Meinung stimmt nicht mit dem überein, was sie als Amtsträgerin eigentlich umsetzen müsste. Sie diskutiert gerne auf Twitter und hat sich dort kürzlich auch positiv zu einem Aufruf zu einem gewalttätigen Protestmarsch der linken Szene geäußert. Bis jetzt sieht sie als einzige Strategie nur das Verhandeln. Lösungen sind dabei bisher nicht in Sicht.

Gebet:

  • Dass die Bezirksbürgermeisterin einen fairen Ausgleich findet zwischen den Interessen der Flüchtlinge einerseits und denen des Bezirks und der Anwohner andererseits
  • Dass friedliche Lösungen von allen Seiten wirklich gewollt und aktiv vorangetrieben werden
  • Dass Christen erkennen, wie sie Gottes Frieden in diese Situation hineintragen können

Besetzte Schule in Kreuzberg

Schon seit mehreren Monaten gibt es auch Konflikte um die Unterbringung von Flüchtlingen, die seit Dezember 2012 eine Schule an der Ohlauer Straße in Kreuzberg besetzt halten. Es gibt dort immer wieder gewalttätige Auseinandersetzungen. Die Polizei kann dort nur mit einem großen Aufgebot anrücken, weil sie sonst angegriffen wird. Sympathisanten der Flüchtlinge sind schnell bereit, auch gegen Polizisten vorzugehen. Wie viele Menschen in der Schule wohnen ist unklar – manche vermuten ca. 400. Sie leben unter katastrophalen Bedingungen mit nur zwei Duschen, kaltem Wasser und verdreckten Toiletten. Auch hier duldet der Bezirk Zustände, die rechtlich schon aus Brandschutzgründen nicht zu dulden wären. Bürgermeisterin Herrmann will auch hier weiterhin mit den Bewohnern über einen Abzug verhandeln. Ein Ultimatum vom Innensenator Henkel, diese rechtswidrigen Zustände zu beenden, ist am 16. Januar abgelaufen. Verändert hat sich nichts. Das Ultimatum bewirkte allerdings, dass die linke Szene dadurch zusammengeschweißt wurde und bereit ist, gegen eine eventuelle Räumung dieses Hauses vorzugehen. Sogar die Grünen-Fraktionschefin Ramona Pop bezeichnete die Zustände in der besetzten Schule inzwischen als unhaltbar. Sie sieht den Versuch der Selbstverwaltung durch die Bewohner offensichtlich gescheitert.

Eigentlich hatte der Bezirk einmal geplant, aus der Schule ein Zentrum für soziale Projekte zu machen. Projektgruppen, die schon die Ausschreibung gewonnen hatten, warten immer noch darauf, dass sie in das Haus einziehen können.

Gebet:

  • Mut für die Bezirksbürgermeisterin Herrmann, Verantwortung auch für unpopuläre Maßnahmen zu übernehmen
  • Göttliche Lösungen für die verfahrene Situation
  • Konkrete Hilfen und Gottes Trost für das Elend der oft traumatisierten Flüchtlinge

Transforum-Konferenz

VEREINTE VIELFALT – VIELE KULTUREN, EINE STADT, EIN AUFTRAG – so lautet das Thema der Konferenz vom 6. bis 8. März 2014 in Berlin-Hohen-schönhausen. Die Thematik, besonders im interkulturellen Sinn, ist entscheidend für die Zukunft unserer Stadt. Könnten wir als Christen verschiedener ethnischer Herkunft nicht ein Modell für ein versöhntes Zusammenleben entwickeln? Der Himmel wird ohnehin sehr bunt sein. Die Erlösten aus allen Völkern, Ethnien und Nationen werden zusammen feiern. Der irdische Leib des Christus kann das schon widerspiegeln, durch das geduldige Bauen von Beziehungen, das gemeinsame Beten und Feiern.

Das Miteinander der Konfessionen, Denominationen und Frömmigkeitsformen ist ohnehin Markenzeichen von Gemeinsam für Berlin. Hier geht es um das Miteinander der Erlösten aus den Völkern in der Stadt. Beim Transforum sind Geschwister aus den Migrationsgemeinden von vorn herein und bei fast allen Programmteilen beteiligt. Hinzu kommt eine stärkere internationale Beteiligung. www.transforum-berlin.de

Gebet:

  • Segen und Gelingen auf der Vorbereitung
  • Dass Versöhnung gelebt wird und Gott Herzen und Haltungen verändert
  • Dass die Kostenregelung (Opfer und Spenden statt Gebühr) beispielhaft dem fairen Ausgleich dient

Volksbegehren Tempelhofer Feld

Im Moment werden die Unterschriften geprüft, die die Initiatoren des Volksbegehrens gegen die geplante Randbebauung des Tempelhofer Feldes eingereicht haben. Damit es zu einem Volksentscheid kommen kann, müssen wenigstens 174.117 Unterschriften gültig sein. Der Senat hat bis jetzt Pläne vorgelegt, die eine Bebauung der Ränder des riesigen Tempelhofer Feldes vorsehen. Es sollen drei neue Stadtquartiere mit 4.700 Wohnungen gebaut werden und Gewerbeflächen für 7.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Außerdem ist ein Neubau für die Zentral- und Landesbibliothek vorgesehen.

Diese angesichts der steigenden Wohnungsknappheit in Berlin sinnvollen Maßnahmen stoßen jedoch auf den entschiedenen Widerstand der Bürgerinitiative „Hundert Prozent Tempelhofer Feld“. Im Moment hält der Senat dennoch an seinen Planungen fest.

Gebet:

  • Dass es zu einer maßvollen Erschließung des Tempelhofer Feldes auch mit Wohnungen kommen kann
  • Dass eventuell notwendige Korrekturen an den Planungen im Dialog mit den Bürgern erkannt und vorgenommen werden können

Dran bleiben: Flughafen BER

Flughafen-Chef Mehdorn hält an seinem Plan fest, am 1. Juli einen Testbetrieb vom Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) zu beginnen. Drei bis zehn Flüge pro Tag sollen abgewickelt werden. Es gibt Widerstand dagegen. Der Aufsichtsrat hat noch nicht entschieden. Logistische Fragen der Abfertigung der Passagiere sind noch ungeklärt. Außerdem werden immer wieder technische Probleme (etwa von Überhitzung bedrohte Kabelkanäle) offenbar, die noch nicht gelöst sind. – Beten wir weiter für die Aufdeckung aller Probleme, eine Begrenzung der Mehrkosten und ein Gelingen dieses gesamten Projekts.

Termine:

  • Politisches Stadtgebet: 12.2., 18 Uhr, Treffpunkt vor dem Roten Rathaus (ggf. warm anziehen!)
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