Herunterladen als PDF: [Gebet für Berlin Dez.12/Jan.13]

Good News: Finanzielle Notlage beendet

Berlin war lange Zeit bekannt als Hauptstadt des Schuldenmachens. Seit dem Jahre 2002 wurde eisern gespart – das bringt nun Frucht. Berlin ist kein Haushaltsnotlage-Land mehr. Die jüngste Steuerschätzung sagte hunderte von Millionen Euro zusätzlicher Einnahmen voraus. Wäre nicht der verspätete Flughafenbau mit seinen auf 444 Millionen Euro taxierten Mehrkosten, dann hätte Berlin schon in zwei Jahren einen ausgeglichenen Haushalt. Das Grundgesetz und seine neu eingebaute Schuldenbremse verlangt dies jedoch erst für das Jahr 2020.

Diese positive Entwicklung sehen wir als eine wunderbare Gebetserhörung. Als wir mit der Gebetsmail im Jahre 2003 begannen, beteten wir immer wieder für eine Förderung und Entfaltung der Potentiale dieser Stadt, für die Zunahme von Beschäftigung und für eine stabile Finanzsituation. All das ist nun sichtbar geworden. Danken wir Gott dafür!

Bild: sxc.huPositive Entwicklung bei Arbeitsplätzen

Es gibt eine positive Entwicklung von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen. Innerhalb eines Jahres wurden rund 40.000 dieser Arbeitsplätze geschaffen. Dennoch bleibt die Arbeitslosigkeit in Berlin die höchste bundesweit – was auch daran liegt, dass Unternehmen ihren Fachkräftebedarf nicht aus dem Berliner Angebot decken können. Bei Neuansiedlungen werden daher oft Mitarbeiter aus anderen Regionen oder aus dem Umland eingestellt. Besonders stark ist der Anteil der Industrie am Wachstum. In diesem Bereich sah es lange Zeit für Berlin nicht gut aus. Bei dem Maschinenbau und der Elektroindustrie gibt es starke Zuwächse an Arbeitsplätzen.

Die inzwischen abgelöste Wirtschaftssenatorin Sibylle von Obernitz erklärte, Berlin sei »auf dem Weg zur Wirtschaftsmetropole der Innovationen«. Als einen neuen Förderschwerpunkt sieht die Senatorin die junge digitale Wirtschaft, die einen hohen Bedarf an Risiko-Kapital hat. Berlin ist führend geworden bei Internet-Startups.

Gebet:

  • Dass Wege gefunden werden, um die verfestigte Arbeitslosigkeit in Berlin zu durchbrechen, besonders zur Förderung der jugendlichen Arbeitslosen
  • Segen für die vielen kleinen innovativen Firmen, dass sie auch die nötige finanzielle Unterstützung bekommen
  • Weiteres Erkennen und Fördern der wirtschaftlichen Potenziale dieser Stadt

Armutsrisiko gestiegen

Das Armutsrisiko in Berlin ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen. 21,1 Prozent der Menschen lebten unter der Armutsgrenze. 2010 betrug die entsprechende Quote 19,2 Prozent. 2006 waren es noch 17 Prozent. Die Hauptstadt lag jeweils deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Als armutsgefährdet gelten Menschen, die weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens zur Verfügung haben – 2011 waren das 848 Euro für einen Alleinstehenden. Etwa jedes dritte Kind ist auf Sozialtransfers angewiesen. (Studie der Hans-Böckler-Stiftung, Der Tagesspiegel 15.11.2012)

Gebet:

  • Mehr Arbeitsplätze mit einem Lohn, der von staatlicher Hilfe unabhängig macht
  • Wirksamere Hilfen für Kinder in Armut
  • Modellhafte Hilfsprojekte von Christen und Kirchen

Finanzsenator Dr. Ulrich Nußbaum

Der 52jährige parteilose Jurist ist seit 2009 Senator für Finanzen in Berlin. Vorher war er Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer in Bremerhaven und hatte verschiedene Führungspositionen in Verwaltung, Finanzen und Handel inne. Als Finanzsenator hat er nicht nur die Kontrolle über die öffentlichen Gelder, sondern er kontrolliert auch die landeseigenen Firmen. Hier hat er einige Missstände aufgedeckt. Die Wohnungsbaugesellschaft Howoge zum Beispiel hatte Anfang des Jahres die Geschäftsführer entlassen, weil sie Aufträge ohne Ausschreibung vergeben hatten. Im November musste der Aufsichtsratschef der Degewo gehen, weil ihm Nußbaum Interessenkonflikte und mangelnde Transparenz vorgeworfen hatte. Mit diesem Vorgehen allerdings hat er sich Feinde geschaffen. Im November ging ein anonymes Schreiben an mehrere Medien, das den Senator anzuschwärzen versuchte, indem ihm selber Interessenkonflikte vorgeworfen wurden.

Nußbaum will die schon unter der rot-roten Regierung begonnene strikte Finanzpolitik auch unter der jetzigen Koalition weiter fortsetzen. Das bedeutet: die Ausgaben bleiben quasi eingefroren. 2016 soll Berlin keine neuen Schulden mehr machen. Im Haushaltsgesetz für 2012/2013 ist vorgesehen, die Neuverschuldung innerhalb von 2 Jahren zu halbieren.

Gebet:

  • Dank für die erfolgreiche Arbeit
  • Schutz vor Angriffen, die Bemühungen um Aufdeckung von Unredlichkeiten zunichtemachen sollen
  • Für eine gute Zusammenarbeit mit den anderen Senatsmitgliedern

Umgestaltung der historischen Mitte

Die Berliner Zeitung berichtete: »Nach der tödlichen Prügelattacke auf den 20-jährigen Jonny K. am Alexanderplatz Mitte Oktober forciert der Bezirk Mitte jetzt seine Pläne, das Gebiet zwischen dem Bahnhof Alexanderplatz und der Spandauer Straße weiter umzugestalten. Besucher sollen sich dort wieder wohler fühlen. Derzeit werden bereits Flächen unmittelbar am Fernsehturm umgebaut, nun soll auch das Areal an der Marienkirche neu gestaltet werden.« Die evangelische Kirchengemeinde St. Petri-St. Marien beklagt sich, dass an den Wochenenden einzelne Bereiche der Kirche nicht genutzt werden können, weil »der Urin unter den Portaltüren in die Kirche läuft«. Im Umfeld der Marienkirche treffen sich oft Jugendliche zum Saufen. Die Notdurft wird in den Gebüschen an der Kirche verrichtet. Es wurden neue Lampen installiert, um das Umfeld des Alexanderplatzes sicherer zu machen. Insgesamt fehlt jedoch noch eine weiter reichende Stadtplanung. Was mit dem Alexanderplatz geschehen soll, wenn der U-Bahnbau abgeschlossen ist, wird gerade erst diskutiert.

Gebet:

  • Für alle, die sich mit Stadtplanung in diesem Bereich beschäftigen: Erkennen von Gottes guten Plänen für das ganze Areal
  • Dass die Mitte Berlins erfüllt wird von Gottes Geist
  • Dass Wege gefunden werden, Komasaufen u.a. zu unterbinden

Weihnachten

Freude oder Belastung, die schönste Zeit des Jahres oder die schlimmste? Die Selbstmordzahlen gerade über Weihnachten und Neujahr treiben ins Gebet. Eine Reihe von Gemeinden bieten am Heiligabend Feiern an, für Alleinstehende, Verzweifelte, sozial Schwache. Aber im Blick auf die Menge der Bedürftigen sind es zu wenige. Die Gottesdienste sind immer noch zu Weihnachten am besten besucht. Die Botschaft in die Herzen der »Weihnachtschristen« zu bringen, ist eine anspruchsvolle Aufgabe für die Predigenden. Aber eine tröstlichere Nachricht gibt es eigentlich nicht als »Gott wird einer von uns«, »der Retter ist da« und »Friede auf Erden«.

Gebet:

  • Dass die Freude der Christusgeburt auch die erreicht, die es besonders brauchen
  • Weihnachtsgottesdienste, die Herzen erreichen und verändern

Dran bleiben: Flüchtlinge

Das Problem der Unterbringung der Flüchtlinge in Berlin ging im November durch die Medien. Angesichts des Ansturms haben die Berliner Bezirke nicht ausreichend Unterbringungsplätze. Daran wird jetzt entschlossener gearbeitet. Auch leer stehende Gemeinderäume könnten dafür dienen, wurden aber bisher kaum angeboten. Wir beten weiter für eine würdige Aufnahme und Unterbringung der oft traumatisierten Flüchtlinge in unserer Stadt.

Termine

13.-20.01.2013: Internationale Gebetswoche der Evangelischen Allianz »Unterwegs mit Gott«: Das Gebetsheft gibt es gedruckt oder als Datei unter http://tinyurl.com/b59frce – Die Berliner Veranstaltungen gibt es ebenfalls als Heft und online: www.evangelische-allianz-berlin.de

18.01.2013, 19 Uhr: Gebetsabend für die Opfer von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung, Lukas-Gemeinde, Kurfürstenstr. 133, 10785 B-SchönebergVeranstalter: Alabaster Jar e.V. & Neustart e.V.

27.01.2013: Holocaust-Gedenktag: Gottesdienste in Berliner Gemeinden zur »Aktion Würde und Versöhnung – Deutschland hilft bedürftigen Holocaustüberlebenden in Israel«: www.initiative27januar.org

Jahreswechsel

Diese Ausgabe ist eine Doppelnummer über den Jahreswechsel. Wir wünschen allen Betern ein frohes Geburtstagsfest unseres Herrn Jesus Christus und einen zuversichtlichen Jahreswechsel. Auch wenn die Jahreslosung uns auf die Vorläufigkeit unseres Lebens weist (»Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.” – Hebr.13,14), haben wir doch gerade deswegen eine Hoffnung, die uns auch 2013 glaubensvoll beten und beherzt handeln hilft.

Herzlich grüßt das Redaktionsteam mit Kerstin Hack, Rosemarie Stresemann, Andrea Specht und Axel Nehlsen