Herunterladen als PDF: [Gebet für Berlin - November 2012]

Good News: 3. Oktober

Am 3. Oktober beteiligten sich zwischen 150 und 250 Personen bei strahlendem Herbstwetter an den Gebetsveranstaltungen zum Tag der Deutschen Einheit unter dem Motto »danken – feiern – beten«. Christen aus verschiedenen Gemeinden und kulturellen Hintergründen kamen an drei unterschiedlichen Orten zusammen: einer evangelischen Kirche, an der Kapelle der Versöhnung an der Mauer-Gedenkstätte Bernauer Straße und in einer evangelischen Freikirche. Die Musikstile reichten von serbisch-orthodoxer Chormusik über Posaunengruppe bis zu afrikanischem Gospel. Wir danken Gott für dieses Zeichen von gelebter Einheit und öffentlicher Dankbarkeit.

Good News: Carsharing in Berlin

Auf zehn Berliner kommen etwa drei Fahrzeuge. Das ist der niedrigste Schnitt bundesweit. Das hat zum einen mit der Einkommenssituation und der hohen Arbeitslosigkeit zu tun. Aber auch mit attraktiven Alternativen zum teuren und eher selten genutzten Privatwagen. Car Sharing ist erfolgreich, weil es in Berlin – trotz mancher Schwächen – einen effizienten öffentlichen Nahverkehr gibt und weil es eine hohe Dichte an Anbietern von Car-Sharing Modellen gibt, die von ca. 73.000 Berlinern genutzt werden. Neben den kommerziellen Anbietern existiert auch noch mit www.nachbarschaftsauto.de – eine Plattform, auf der Privatpersonen ihre Autos bei vollem Versicherungsschutz vermieten können. Die Angebote sollen weiter ausgebaut werden.

Gebet:

  • Dank und Gebet für die Zunahme an effizienten, kostengünstigen und umweltfreundlichen Alternativen zum Privat-PKW

Asylsuchende in Berlin

Täglich kommen etwa 50 neue Asylbewerber nach Berlin. Dabei sind inzwischen einige Bezirke mit der Aufnahme überfordert. Bei der Lastenverteilung geht es nicht gerade gerecht zu. Von den 4.296 Asylsuchenden, deren Antrag derzeit geprüft wird, leben mehr als ein Viertel in Lichtenberg. Viele leben auch in Tempelhof-Schöneberg und Charlottenburg-Wilmersdorf, gar keine in Steglitz-Zehlendorf und Reinickendorf.

Ein großes Problem besteht in der Beschulung der Kinder, denn in Lichtenberg sind z. B. 40% der Asylbewerber Kinder. Für jedes von ihnen besteht Schulpflicht. Doch Lichtenberg hat selbst steigende Schülerzahlen und für 400 weitere Schüler kein Platz. Wie wir schon in einer vorherigen Gebetsmail ausgeführt haben, bringt besonders der starke Zustrom von Kindern, die meist kein Deutsch sprechen, große pädagogische Probleme mit sich. Sie brauchen eine gezielte Förderung und die Schulen damit auch mehr Personal.

Das Leben von Asylbewerbern ist vom Staat reglementiert. Sie dürfen nicht arbeiten, sind also oft jahrelang zur Untätigkeit verdammt. Das verursacht eine hohe Frustration. Die Bezirke sehen nun den Senat in der Pflicht. Insgesamt sollte sich Berlin auch mit dafür einsetzen, dass die Gesetze für Asylbewerber gelockert werden und diese Menschen eine Lebensperspektive durch Arbeitserlaubnis erhalten.

Gebet:

  • Für eine gerechte Lastenverteilung bei der Aufnahme von Asylbewerbern in der Stadt
  • Dass die Schulen mehr Personal zur Unterstützung bekommen
  • Dass Politiker eine barmherzige Sicht für die Nöte der Asylsuchenden bekommen
  • Lebensperspektiven für alle, die in der Stadt Zuflucht suchen

Antisemitische Überfälle

Im August wurde ein Rabbiner in Berlin von vermutlich arabisch-stämmigen Jugendlichen wegen seiner Kippa als Jude erkannt, zusammengeschlagen und seine sechsjährige Tochter mit dem Tod bedroht. Es gab danach eine öffentliche Veranstaltung, auf der dem Rabbi und den jüdischen Mitbürgern die Unterstützung durch die Bevölkerung und die Kirchen zugesagt wurde. Dennoch häuften sich die Vorfälle: An Jom Kippur wurde ein jüdisches Ehepaar aus dem Taxi geworfen, weil angeblich der Taxifahrer sie nicht zu einer Synagoge befördern wollte. Ein Rabbiner wurde an diesem Tag beleidigt und angegriffen. Seit der Debatte um das Beschneidungsurteil werden die jüdischen Verbände und Einrichtungen auch in Berlin mit Hassmails überhäuft. Das Klima in dieser Stadt droht sich zu verändern. Offen wird in einem Beitrag der ARD von Leuten auf der Straße in Berlin vor laufender Kamera behauptet: »Die Juden wollen nur unser Geld – sie wollen unser Land kleinhalten« (http://bit.ly/VkOvm4). Die Schamgrenze, bei der solcher Antisemitismus nur hinter vorgehaltener Hand sich zu äußern wagte, scheint sich aufzulösen. Laut einer Umfrage weiß in der jüngeren Generation jeder Fünfte nicht, dass Auschwitz ein Konzentrationslager war. 16 Millionen Deutsche (das sind 20%) haben antisemitische Einstellungen. Der Nahostkonflikt, der durch die Medien immer sehr einseitig zu Gunsten der Palästinenser dargestellt wird, bewirkt eine weitere Zunahme negativer Einstellungen gegenüber Juden. In der arabisch-stämmigen Bevölkerung ist der Hass auf Israel lebendig und macht besonders auch an den Schulen den Lehrern zu schaffen.

Im Geschichtsunterricht braucht es besondere Konzepte, wie den türkisch- oder arabisch-stämmigen Kindern ein anderes Bild über Juden vermittelt werden kann. Durch das Sattelitenfernsehen wachsen sie mit Hasspropaganda gegen Juden und Israel auf.

Gebet:

  • Schutz und Segen für die jüdischen Mitbürger in unserem Land
  • Für die Entwicklung von pädagogischen Programmen, die dem Hass entgegenwirken und Vorurteile abbauen helfen
  • Dass es der Polizei gelingt, antisemitische Vorfälle aufzuklären

Neue Integrationsbeauftragte

Die Völkerrechtlerin Dr. Monika Lüke (43) ist neue Beauftragte für Integration und Migration des Landes Berlin. Sie ist seit 2011 auch Mitglied im Missionsrat, dem Aufsichtsgremium des Berliner Missionswerks. Sie wolle Fürsprecherin der hier lebenden Migranten sein, sagte Monika Lüke laut “Berliner Zeitung” unmittelbar nach ihrer Ernennung. Das schließe aber auch Kritik an bestimmten Phänomenen wie Antisemitismus mit ein. Generell verstehe sie sich als Türöffner für Migranten, damit diese stärker am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Dazu gehörten auch ärztliche Versorgung und Schulbesuch für alle, heißt es in dem Artikel weiter. Monika Lüke war zuletzt Generalsekretärin der deutschen Sektion von Amnesty International; zuvor arbeitete sie in Brüssel als Migrations- und Flüchtlingsreferentin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Außerdem war sie als Entwicklungshelferin in Kenia und Kambodscha aktiv und seit 2008 verantwortlich für Menschenrechtsprojekte in Asien. Sie folgt im Amt der Beauftragten für Integration und Migration Günter Piening nach, der im Juni auf eigenen Wunsch ausgeschieden war. (Infos: Berliner Missionswerk)

Gebet:

  • Guter Start und offene Türen für Monika Lüke
  •  effektive Integrationsarbeit zu Gunsten von Migranten und Flüchtlingen

Senator Thomas Heilmann

Last but not least in unserer Reihe über die neuen Mit-glieder des von der rot-schwarzen Koalition gebildeten Berliner Senats wollen wir für Senator Heilmann beten. Zunächst bekleidete seit Dezember 2011 Michael Braun den Posten des Senators für Justiz und Verbraucherschutz. Wegen massiver Vorwürfe hinsichtlich seiner Rolle bei der Beurkundung sogenannter Schrottimmobilien war er nach wenigen Wochen unfreiwillig aus dem Amt geschieden.

Heilmann (48), der wie sein Amtsvorgänger stellvertretender CDU-Landesvorsitzender ist, gilt als einer der prägenden Köpfe einer erneuerten Berliner CDU. Er ist verheiratet und hat vier Kinder.

Bekannt wurde er durch seine zahlreichen Internet-Beteiligungen. 1990 gründete eine Werbeagentur, die in »Scholz & Friends« aufging. Er war deren geschäftsführender Gesellschafter in der Niederlassung Berlin, anschließend bis 2008 Vorstandsvorsitzender. Einige Themen, mit denen er zurzeit befasst ist: (zu hohe) Wasserpreise, Debatte um Beschneidung von Jungen, Einsetzung eines Opferbeauftragten, Restaurant-»Smileys«, Dauerprobleme in den Gefängnissen.

Gebet:

  • Glückliche Hand und Gottes Leitung angesichts der vielen Konfliktthemen
  • Bewahrung vor Skandalen und Fehlern
  • Inspiration, um Neues in die Wege zu leiten

Dran bleiben

Immer wieder werden Polizisten tätlich angegriffen. Die gefährlichste Angriffsart besteht zurzeit darin, dass heimlich Radmuttern von privaten Fahrzeugen diensthabender Polizisten gelöst werden.

Bis jetzt konnten tödliche Unfälle vermieden werden, da die losen Räder vorher bemerkt wurden. Beten wir weiter um Schutz und um Aufdeckung, wer die Täter sind.

Termine

  • 10.11., 14:30 Uhr, Gebetstag der Evang. Allianz für verfolgte Christen, Alt Tempelhof 15, 12099 Berlin
  • 14.11., 18:00 Uhr, Polit. Stadtgebet am Rathaus
  • 20.11., 19:30 Uhr, Praystation im Rund-um-die-Uhr-Gebetshaus: Vier Wochen lang verschiedene christliche Gebetsformen kennenlernen und praktisch ausprobieren. Infos und Anmeldung: http://tinyurl.com/c9pt8b7